Natur erleben! Illustration: Bernhard Speh
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Arbeitskreis Wetterau

20 Jahre Auenverbund – eine Erfolgsgeschichte und ein Grund zum Feiern!
Jubiläumsveranstaltung 20 Jahre AuenverbundMit 150 Gästen feierte der Auenverbund in Friedberg unter dem Motto „Geschichte und Zukunft einer brillanten Idee“ seinen 20. Geburtstag. Und an dieser Idee sind HGON und deren Protagonisten wie Willy Bauer, Karl Winther und Erhardt Thörner fest verknüpft. Und so kam nicht eine Festrede oder Grußwort ohne die Nennung deren Namen aus. Angefangen vom begrüßenden Landrat Joachim Arnold über die beiden Festredner Jörg Jordan, Staatsminister a.D. und HGON Vorsitzenden Oliver Conz bis zu den zahlreichen Vertretern aus Wissenschaft, Politik, Landwirtschaft und dem ehrenamtlichen Naturschutz.

 Erhard Thörner, Udo Seum und Karl Winther 1989Bereits im Jahre 1974 erstellte das Frankfurter Forschungsinstitut Senckenberg die erste Richtlinie für einen Auenverbund Wetterau. Doch der Kampf um dessen Ausweisung dauerte noch eineinhalb Jahrzehnte, in deren Verlauf Willy Bauer, Karl Winther und Erhardt Thörner viel Überzeugungskraft leisteten und sich trotz massiver Widerstände nicht unterkriegen ließen.

Im Dezember 1989 wurde der Auenverbund dann endlich rechtskräftig als Landschaftsschutzgebiet vom Regierungspräsidium Darmstadt ausgewiesen. Das 7400 Hektar große Auengebiet war der erste Verbund in Hessen und erstreckt sich über die Landkreise Gießen, Main-Kinzig und den Wetteraukreis. Mit der Ausweisung wurden u.a. bauliche Anlagen, die Entwässerung von Feuchtgebieten und der Umbruch von Grünland genehmigungspflichtig. Der fortschreitenden Zerstörung der Auen wurde damit entgegengewirkt und ein Weg für weitere Schutz- Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen geöffnet.
Für die damals bundes- und europaweit einmalige Initiative erhielt die HGON Ende der 80er Jahre binnen kurzer Zeit den Deutschen und den Europäischen Umweltpreis.

Bis heute ist der Auenverbund ein Paradebeispiel für erfolgreichen Naturschutz in Hessen. Zahlreiche wertvolle Flächen sind als Naturschutzgebiet, EU Vogelschutzgebiet oder FFH- Gebiete ausgewiesen und sind somit Bestandteil des europäischen Schutzgebietsystems Natura 2000.

Hier finden Sie weiteres Informationsmaterial zu 20 Jahre Auenverbund Wetterau zum Download:
Flyer 20 Jahre Auenverbund
Poster Auenverbund Wetterau
Poster Kernzone der Biodiversität in der Region
Poster Biotopmanagement und Entwicklung der Auen
Poster Renaturierung von Fließgewässern
Poster Salzwiesen im Auenverbund Wetterau
Poster Bingenheimer Ried: Naturschutzgebiet im Auenverbund
Poster Mittlere Horloffaue: Naturschutzgebiet im Auenverbund

Rückblick Workshop zum Brachvogelschutz in Echzell

Der Große Brachvogel steht in Hessen kurz vor dem Aussterben, lediglich in der Wetterau konnten die intensiven Schutzmaßnahmen der AG Wiesenvogelschutz einen Restbestand erhalten. Allerdings ist das Vorkommen aufgrund geringer Bruterfolge auch hier weiterhin rückläufig. In den 1950er Jahren brüteten maximal etwa 100 Paare in Hessen, aktuell sind es nur noch sechs bis acht. Grund genug für die HGON, zusammen mit der Staatlichen Vogelschutzwarte und der Naturschutz-Akademie Hessen einen Workshop mit bundesweit bekannten Experten im Brachvogelschutz durchzuführen.

Anhand eines Überblicksvortrages über die Bestandsentwicklung der Wiesenlimikolen in Deutschland (Heike Jeromin) und Schilderungen zu Situation und Schutzmaßnahmen im Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen (mit mehr als 200 Brutpaaren eines der wichtigsten Gebiete in Deutschland; Robert Tüllinghoff), in Baden-Württemberg (Dr. Martin Boschert) und Bayern (Dr. Andreas von Lindeiner)wurden Gefährdungen und mögliche Schutzmaßnahmen aufgezeigt. Ralf Eichelmann von der AG Wiesenvogelschutz in der Wetterau gab einen Überblick zum Schutz der Wasserlimikolen im Kreis. Zum Abschluss gab es eine gemeinsame Exkursion zu den Wiesenvogelgebiete der Wetterau.
Hier können Sie den Vortrag von Ralf Eichelmann herunterladen ...

Zentrale Bedeutung kommt demnach auch in Bereichen mit ausreichend geeigneten Lebensräumen der Prädation von Gelegen und Jungtieren durch Raubsduger wie Fuchs und Marder zu. Die These, nach der ausreichend feuchte bzw. von Frühjahrshochwassern überflutete Auen aufgrund der geringen Mäusedichte von Füchsen kaum frequentiert werden (weshalb die Wiesenlimikolen dann kaum Verluste aufweisen sollten), ist offenbar nicht mehr haltbar. Auch wenn die Zusammenhänge offenbar sehr komplex sind, können geringe Mäusedichten sogar zu größeren Verlusten bei den Wiesenvögeln führen, da die anwesenden Füchse dann alternative Nahrungsquellen erschließen.

Durch diese und weitere Anregungen zur Gestaltung der verbliebenen Brutgebiete, aber auch durch die grundlegende Aussage, dass die Schutzmaßnahmen der AG Wiesenvogelschutz auch aus bundesweiter Perspektive viel Anerkennung finden, wird der Workshop sicher sehr zur weiteren Verbesserung der Schutzbemühungen beitragen.
Herzlichen Dank allen Beteiligten für diese gelungene Veranstaltung!

Brachvogelschutz erhält Umweltpreis

Der neue, von den Oberhessischen Versorgungsbetrieben (OVAG) ins Leben gerufene Umwelt- und Innovationspreis wurde am 8. Juli 2009 im Rahmen einer festlichen Feier in Friedberg an die Arbeitsgemeinschaft Wiesenvogelschutz in der Wetterau (Hessen) unter Leitung der HGON für ihr Projekt zum Schutz des Brachvogels verliehen. Die HGON teilt sich den mit 5000 Euro dotierten Preis mit der Firma Wisy AG in Kefenrod, die einen Regenwasserfilter zur Regenwassernutzung entwickelt und auf den Markt gebracht hat.

In Hessen steht der Große Brachvogel unmittelbar vor dem Aussterben. Trotz verhältnismäßig guter geeigneter Lebensräume ist im Wetteraukreis durch den Raub der Gelege oder der Jungvögel kein Nachwuchs groß geworden. Hier setzt das Schutzprojekt an: Durch die Sicherung der Brachvogel-Gelege mit Hilfe von Elektrozäunen und der Anlage spezieller Flutmulden mit Brutinseln soll versucht werden die Beutegreifer, wie Fuchs, Mink, Marderhund oder Waschbär von den Gelegen abzuhalten. Im vergangenen Jahr konnte dadurch drei von vier Gelegen zum Bruterfolg verholfen werden, während in den Jahren zuvor kein Junges flügge geworden ist!

Besonders erfreulich und sicherlich ausschlaggebend für den Erfolg des Projektes ist die sehr gute Zusammenarbeit der rund 30 haupt- und ehrenamtlichen Naturschützer aus Behörden, Ämtern, Gemeinden und mehreren Naturschutzverbänden.

Neue Ausgabe der "Beiträge zur Naturkunde der Wetterau" erschienen
Nach dem Themenheft "Die Brutvögel des Wetteraukreises zur Jahrtausendwende" hat der Naturkundliche Arbeitskreis Wetterau wieder ein neue Ausgabe der "Beiträge zur Naturkunde der Wetterau" veröffentlicht.

Zwar liegt mit Artikeln über die Erosion von Ackerböden in Wöllstadt, die Vögel der Agrarlandschaft im Raum Bad Vilbel und die Entwicklung von Acker zu Grünland in Friedberg ein Schwerpunkt auf landwirtschaftlichen Flächen, doch Beiträge zur Po­pulationsentwicklung des Weißstorchs im Wetteraukreis innerhalb der letzten 110 Jahre, die Vogelwelt verschiedener Streuobstgebiete sowie die Spechte des Vilbeler Waldes, Anzucht von Misteln, Erhaltung alter Bäume und Untersuchungen an Waldohreulengewöllen machen das Heft thematisch wieder sehr bunt. Abgerundet wird dieses Bild durch zahlreiche "Kleine Beiträge", eine Schmetterlingsbibliographie des Wetteraukreises und die Vorstellung des Naturkundlichen Arbeitskreises.

Das 263 Seiten starke Heft ist zu einem Preis von 9,- € zu beziehen bei Hans-Joachim Rüblinger, Fuhrstraße 5, 61191 Rosbach (hj.rueblinger@t-online.de). Im Abonnement (ca. 1 Heft im Jahr) reduziert sich der Preis auf 6,-€ pro Heft. Über den Schriftenversand können auch noch alle älteren Ausgaben der Zeitschrift erworben werden.

 

 

Kontakt
Udo Seum
Buchenstr. 3
61209 Echzell
Tel.: 06035 - 81127
udo.seum@hgon.de


Poster wiesenvögel
Hier können Sie sich das Poster zum Wiesenvogelschutz runterladen (pdf 5 MB)...

Brachvogelkucken
Schutzgraben
Schutzzaun