Fledermäuse
Gefährdung und Schutz
In Hessen leben 22 Fledermausarten. Sie haben eine komplexe Biologie mit hohen Ansprüchen an ihren ganzjährigen Lebensraum. Die reichen von den Wochenstubenquartieren der Weibchen, über Jagdhabitate und Paarungsquartiere bis zu den Hangplätzen für die Überwinterung. Quartiervernichtung und der Einsatz von Pestiziden haben die nächtlichen Insektenjäger an den Rand des Aussterbens gebracht. Fast alle Arten stehen auf der Roten Liste der bestandsgefährdeten Säugetiere Hessens.
Fledermäuse haben unterschiedliche Quartieransprüche. Die häufigste Fledermaus ist die Zwergfledermaus. Sie bewohnt schmale Spalten an Hausfassaden, zum Teil in Gemeinschaften von Weibchen und Jungtieren, sogenannten Wochenstuben, die über 100 Tiere umfassen. Andere Arten, wie das Graue Langohr oder das Große Mausohr, leben in Kirchendachstühlen. Die Bechsteinfledermaus wiederum ist ein typischer Waldbewohner, der in alten Spechthöhlen den Tag verbringt.
Die HGON gehört zu den Pionieren des Fledermausschutzes in Hessen. Auf ihre Initiative wurden zahlreiche Höhlen und Stollen für die Überwinterung der Fledermäuse gegen Störung und Verbauung gesichert. Auch dem Schutz der Wochenstuben, in denen die Weibchen mit ihren Jungen leben, hat für die HGON immer hohe Priorität gehabt. Zum Beispiel beim Kauf des Fledermaushauses, der zweitgrößten Wochenstube des Großen Mausohrs in Hessen mit über 800 Tieren. Wir beteiligen führen aber auch eigene Untersuchungen und Bestandserfassungen zur Situation der kleinen Säugetiere durch, etwa im Hochtaunus oder im Main-Taunus-Kreis.
HGON-Fledermaushaus
Mit einer Körperlänge von acht und einer Flügelspannweite von 40 Zentimetern ist das Große Mausohr (Myotis myotis) die größte einheimische Fledermausart. Im Sommer finden sich die Mausohr-Weibchen in sogenannten Wochenstuben zusammen, um ihre Jungen zur Welt zu bringen und gemeinsam großzuziehen. Für solche Wochenstuben bevorzugen sie störungsfreie Dachstühle.
Im Fachwerkhaus Nr. 16 in der Ulmer Strasse in Greifenstein-Allendorf hatten über 1000 Mausohren einen solchen vermeintlich sicheren Ort gefunden. Es handelt sich um die viertgrößte hessische Kolonie dieser geschützten Fledermausart. Im Jahre 2003 stand das Haus zum Verkauf und den fliegenden Untermietern drohte der Rauswurf.
Die einzige Möglichkeit diese nicht nur hessenweit so bedeutende Kinderstube des Großen Mausohres langfristig zu sichern, war der Kauf des Hauses. Dank öffentlicher und privater Spenden konnte die HGON das Anwesen im Herbst 2004 erwerben. Nun gilt es das Haus zu renovieren und es zu einem Fledermausinformationszentrum auszubauen.
Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite vom Fledermaushaus.
Ein Dach unter den Füßen
Hier können Sie die Broschüre zum Fledermaushaus runterladen.
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