Libellen

Flugkünstler und Bioindikatoren

frisch geschlüpfte Libelle
frisch geschlüpfte Libelle


Überall in Wassernähe sind in Hessen im Sommerhalbjahr Libellen unterwegs. Die aufgrund ihrer bunten Färbung und schillernden Flügel auch als „Schillebolde“ oder „Juwelenschwingen“, nicht selten aber auch als „Teufelsnadeln“ bekannten Insekten sind entgegen der landläufigen Meinung vollkommen ungefährlich. Die bei vielen Arten auffälligen Hinterleibsanhänge sind nämlich nicht zum „Stechen“ geeignet, sondern dienen der Paarung oder Eiablage.

Kaum eine andere Tiergruppe wartet mit derart spektakulären Flugmanövern und Höchstleistungen auf wie die Libellen. Und natürlich haben die schon seit Jahrmillionen fast unverändert existierenden Geschöpfe einige Rekordhalter in ihren Reihen: Niemand jagt wie sie im Hubschrauberflug nach Beute, die Larven brauchen bis zu sechs Jahre, bis sie ausgewachsen sind, und die aus Afrika stammende Wanderlibelle wurde als einzige Vertreterin ihrer Gruppe schon auf Island festgestellt.

Aufgrund ihrer oft mehrjährigen Larvalentwicklung und ihrer großen Mobilität eignen sich Libellen hervorragend als Bioindikatoren. Die deutliche Zunahme vieler Fließgewässerarten wie Blauflügel- oder Gebänderte Prachtlibelle und die Ausbreitung selbst jahrzehntelang ausgestorbener Taxa wie die Gemeine und die Asiatische Keiljungfer oder die Grüne Flussjungfer sind daher sichtbare Anzeichen der verbesserten Gewässergüte.

Auch die Klimaerwärmung macht sich bei diesen Tieren wie bei kaum einer anderen Artengruppe bemerkbar. Feuerlibelle, Südliche Mosaikjungfer, Frühe Heidelibelle oder Südlicher Blaupfeil waren vor 15 Jahren auf wenige Fundorte im südlichsten Hessen beschränkt – nun kommen sie in ganz Hessen zumindest in den Ebenen weit verbreitet vor. Selbst die 2009 erstmalig in unserem Bundesland in der Wetterau nachgewiesene südliche Gabel-Azurjungfer ist inzwischen in Südhessen weit verbreitet. Gleichzeitig gehen die Bestände der meisten Moorarten aber deutlich zurück.

Wer sich weiter über diese schillernde Tiergruppe informieren möchte, dem sei die Schriftenreihe „Libellen in Hessen“ des in der HGON organisierten AK Libellen empfohlen. Jährlich erscheint ein reich bebilderte Band, der in der Geschäftsstelle gegen Spende plus 2 € Versandkosten zu beziehen ist und alle Neuigkeiten und Trends zum Vorkommen von Libellen in Hessen zusammenfasst. Weitere Informationen sind sehr zeitnah auch dem HGON-Faunanet und der Internetseite www.libellen-hessen.de des Arbeitskreises zu entnehmen. Dort finden sich auch Hinweise, wie Sie Ihre Libellenbeobachtungen an den Arbeitskreis weiterleiten können – wir freuen uns auf Ihre Mitarbeit!

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