Libellen

Flugkünstler und Bioindikatoren

frisch geschlüpfte Libelle
frisch geschlüpfte Libelle

Überall in Wassernähe sind in Hessen derzeit Libellen unterwegs. Die aufgrund ihrer bunten Färbung und schillernden Flügel auch als „Schillebolde“ oder „Juwelenschwingen“, nicht selten aber auch als „Teufelsnadeln“ bekannten Insekten sind entgegen der landläufigen Meinung vollkommen ungefährlich.
Kaum eine andere Tiergruppe wartet mit derart spektakulären Flugmanövern und Höchstleistungen auf wie die Libellen. Und natürlich haben die schon seit Jahrmillionen fast unverändert existierenden Geschöpfe einige Rekordhalter in ihren Reihen: Niemand jagt wie sie im Hubschrauberflug nach Beute, die Larven brauchen bis zu fünf Jahre, bis sie ausgewachsen sind, und die aus Afrika stammende Wanderlibelle wurde als einzige Vertreterin ihrer Gruppe schon auf Island festgestellt.
Aufgrund ihrer meist mehrjährigen Larvalentwicklung und ihrer großen Mobilität eignen sich Libellen hervorragend als Bioindikatoren. Die deutliche Zunahme vieler Fließgewässerarten wie Blauflügel- oder Gebänderte Prachtlibelle und Wiederfunde selbst jahrzehntelang ausgestorbener Taxa wie die Gemeine und die Asiatische Keiljungfer oder die Grüne Flussjungfer sind daher sichtbare Anzeichen der verbesserten Gewässergüte.
Auch die Klimaerwärmung macht sich bei diesen Tieren wie bei kaum einer anderen Artengruppe bemerkbar. Feuerlibelle, Südliche Mosaikjungfer, Frühe Heidelibelle oder Südlicher Blaupfeil waren vor 15 Jahren auf wenige Fundorte im südlichsten Hessen beschränkt – nun kommen sie in ganz Hessen zumindest in den Ebenen weit verbreitet vor.
2009 wurde in der Wetterau zudem erstmalig in unserem Bundesland die südliche Gabel-Azurjungfer nachgewiesen. Gleichzeitig gehen die Bestände der meisten Moorarten aber deutlich zurück.


Wer sich weiter über diese schillernde Tiergruppe informieren möchte, dem sei die neue Schrift „Libellen in Hessen“ empfohlen. Der reich bebilderte Band ist in der Geschäftsstelle gegen Spende plus 2 € Versandkosten zu beziehen. Weitere Informationen sind sehr zeitnah auch dem HGON-Faunanet und der Internetseite www.libellen-hessen.de zu entnehmen.

 

Band 3 der "Libellen in Hessen" erschienen

Dank der umfangreichen und pünktlichen Meldung der Libellen-Beobachtungsdaten 2009 sowie der vielfältigen Unterstützung mit Fotos und Manuskripten ist Band 3 nicht nur die bislang aussagekräftigste Folge der „Libellen in Hessen“ (LiH), sondern auch die am schnellsten erschienene. Die Herausgabe konnte gegenüber dem Vorjahr um etwa sechs Wochen früher erfolgen. Herzlichen Dank dafür allen Meldern, Fotografen und Autoren!

Noch nie war die Flugsaison so lang, wurden so viele Daten gemeldet (11.191 Datensätze von 82 Beobachtern und Meldern von Einzeldaten) und lagen so viele aussagekräftige Fotos und Manuskripte vor wie 2009. 7.924 Meldungen betreffen allein das Jahr 2009, was gegenüber dem Vorjahr nochmals einer Steigerung um etwa 60 % entspricht. Aus Platzgründen haben wir die Meldungen der häufigeren Arten erstmals in Tabellenform dargestellt. Insgesamt konnte der Gesamtdatenbestand in Hessen damit um ein Drittel vergrößert werden. Nachmeldungen und die Übermittlung von Gutachten und anderer „grauer Literatur“ wie Diplomarbeiten sind zur Vervollständigung der Datengrundlage des Arbeitskreises weiterhin herzlich willkommen!

Wie im Vorjahr haben wir uns entschlossen, die Berichte kostenlos abzugeben, um eine möglichst weite Verbreitung zu gewährleisten. Wir bitten Sie jedoch herzlich, wo immer möglich unsere erfolgreiche Gemeinschaftsarbeit auch durch eine Spende (Überweisungsträger liegt bei) zu unterstützen, damit wir auch im Folgeband LiH4 so umfassend und reich bebildert die Entwicklung der Libellen in Hessen präsentieren können. Bestellung bei Hanns-Jürgen Roland, Im Mühlahl 35, 61203 Reichelsheim, Tel.: 06035 - 2291 oder Hjuergenroland(at)aol.com bezogen werden.

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