Auenverbünde

Auenverbund Lahn-Ohm - Entwicklung seit Ausweisung als LSG

Mit der Kartierung der Auen von Lahn und Ohm sowie einiger Nebengewässer schaffte die HGON 1986 die Grundlage für die Ausweisung des Auenverbunds Lahn-Ohm (Mothes-Wagner et al. 1986). 1993 erfolgte die Sicherung als ‘Landschaftsschutzgebiet Auenverbund Lahn-Ohm’ mit einer Größe von ca. 5.900 ha. Zweck der Unterschutzstellung ist die Erhaltung und Entwicklung des typischen Charakters der Talauen von Lahn und Ohm mit ihren Nebenbächen in ihren Funktionen als Lebensstätte auentypischer Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensgemeinschaften, als Überflutungsgebiet und als Erholungsraum sowie wegen ihrer Bedeutung für das Lokalklima. Schutzziel ist insbesondere die Erhaltung von naturnahen Fließgewässern mit ihren Überschwemmungsgebieten, standorttypischen heimischen Gehölzen, Wiesen, Weiden und Grünlandbrachen sowie geländetypischen Senken und Nassstellen, Quellen, Kleingewässern, Altarmen und Sümpfen (GVBl, Teil I, 14.05.1993, 156 ff). 

Lache Radenhausen
Lache Radenhausen

In der Folgezeit (ab 1997) etablierte sich unter Federführung des Auenzentrums Hessen im Landkreis Marburg-Biedenkopf ein Gesprächskreis ‘Lahn pragmatisch’. Ziele des Gesprächskreises waren das Vorantreiben einer Umsetzung vorhandener Planungen, eine Festlegung von vorrangig zu verfolgenden Maßnahmen und prioritären Auenabschnitten sowie die Erörterung einiger Aue und Fließgewässer betreffender Grundsatzfragen. In dem Gesprächskreis hatten sich Personen zusammengefunden, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu bestimmten Behörden und Organisationen verstärkt mit dem Fehlen einer übergreifenden und praxisorientierten Entwicklungskonzeption für das Lahngebiet konfrontiert waren. Es war ein loser Zusammenschluss von Experten, die jedoch ihre Zugehörigkeit zu einzelnen Behörden nicht verleugnen wollten (Mothes-Wagner U (2002) Gesprächskreis Lahn pragmatisch. Naturkdl Jahresber Marburg-Biedenkopf 19/20-2000/01: 9-18).

Lahn-Wallau

Aufgrund von Abstimmungen und Prioritätensetzungen ist in den letzten 15 Jahren an Lahn und Ohm eine Vielzahl von Renaturierungsmaßnahmen durch verschiedene Träger umgesetzt worden. Eine Zusammenfassung findet sich in den Naturkundlichen Jahresberichten Marburg-Biedenkopf 19/20-2000/01 (Schneider R (2002) Beiträge des Amts für Strassen- und Verkehrswesen Marburg zur Renaturierung der Lahn und ihrer Auen. Naturkdl Jahresber Marburg-Biedenkopf 19/20 - 2000/01: 19-41), Diehl H (2002) Ein grober Überblick über den Stand der Fließgewässer-Renaturierungen im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Naturkdl Jahresber Marburg-Biedenkopf 19/20 -2000/01). Diese Maßnahmen ziehen sich, aufgereiht wie auf einer Perlenkette, entlang von Lahn und Ohm im Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Neben der Umgestaltung von Fischaufstiegsanlagen, die meist in Form eines Umgehungsgerinnes ausgebildet wurden, fanden Aufweitungen des Gewässerbetts zur Dynamisierung der Seitenerosion, Anlage von Parallelgerinnen, Wiederherstellung von Altgewässern, Entfesselung verbauter Uferabschnitte oder die Anlage von Kleingewässern und Blänken in den Auen statt. Alle diese Maßnahmen haben die Gewässer und auch ihre Auen positiv verändert.

Der Auenverbund Lahn-Ohm ist seit 2008 auch Teil verschiedener NATURA2000-Gebiete:

  • FFH-Gebiet Obere Lahn und Wetschaft mit Nebengewässer
  • naturnahe Fließgewässer mit hessenweit bedeutsamen Vorkommen der beiden Fischarten Groppe und Bachneunauge
  • FFH-Gebiet Lahnaltarm von Bellnhausen: Altarm stellt wertvolles, natürliches, eutrophes Gewässer dar
  • Vogelschutzgebiet LSG Lahntal zwischen Marburg und Gießen: bestes hessisches Gebiet für Eisvogel, eines der fünf besten Gebiete für Blaukehlchen, Zwergdommel, eines der 5 besten hessischen Rastgebiet für Merlin und Ortolan
  • FFH-Gebiet Schweinsberger Moor: größtes zusammenhängendes Schilfgebiet Mittel- und Nordhessens, ergänzt durch bedrohte Gesellschaften der Feuchtwiesen, Großseggenrieder und Feuchtwälder, das eine überragende Funktion als ornithologisches Refugium für Mitteleuropa besitzt
  • FFH-Gebiet Ohmwiesen bei Rüdigheim: größere Bestände von Maculinea nausithous auf extensiv genutztem, feuchtem bis wechselfeuchtem Grünland (Maßnahmenplan vorhanden)
  • Vogelschutzgebiet Amöneburger Becken: wichtigstes Rastgebiet der Zwergschnepfe in Hessen, als Rast und Überwinterungsgebiet für Vogelarten des Gewässer, der Feuchtgebiete und des Offenlandes zählt es zu den 5 besten in Mittelhessen für etliche Arten als auch zu den 10 besten Hessens
  • FFH-Gebiet Zwester Ohm: Fließgewässer mit z.T. wertvollen Bereichen mit Unterwasservegetation, Maculinea-Vorkommen
  • FFH-Gebiet Wohraaue zwischen Kirchhain und Gemünden (Wohra): naturnahe Fließgewässer mit hessenweit bedeutenden Vorkommen der beiden Fischarten Groppe und Bachneunauge sowie extensiv genutzte Auenbereich mit regionaler Bedeutung für Tagfalter (Maculinea) und Heuschreckenarten

 

Insgesamt ist festzustellen, dass seit Ausweisung des Auenverbundes zahlreiche Maßnahmen zur Biotopverbesserung von unterschiedlichen Trägern durchgeführt worden sind, die aufgrund ihrer z.T. großen Flächen deutlich positive Auswirkungen auf Gewässer und Aue haben. Viele kleinere Maßnahmen, die im Zuge von Kompensationsplanungen umgesetzt und hier nicht näher erwähnt wurden, ergänzen die Palette der Renaturierungsmaßnahmen im Auenverbund Lahn-Ohm.

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Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht zum Auenverbund Lahn-Ohm von Dr. U. Mothes-Wagner.

 

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