Auenverbünde

„Auenverbund Wetterau“

Die Entstehung

Am 20. Dezember 1989 wurde der Auenverbund Wetterau rechtskräftig als Landschaftsschutzgebiet vom Regierungspräsidium Darmstadt ausgewiesen.
„Zweck der Unterschutzstellung des Auenverbundes Wetterau ist die Erhaltung der Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes sowie die Sicherung der noch intakten, durch Feuchtwiesen geprägten Auenbereiche von Horloff, Nidda, Nidder, Wetter und Seemenbach aus ökologischen und landschaftsästhetischen Gründen und als Pufferzone für einliegende Naturschutzgebiete.“
Das 7.400 ha große Auengebiet war der erste als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesene Auenverbund in Hessen. Es erstreckt sich über die Landkreise Gießen, Main-Kinzig und den Wetteraukreis.

 

Bereits 1974 erstellte das Frankfurter Forschungsinstitut Senckenberg die erste Richtlinie für einen Auenverbund Wetterau. In einem jahrelangen Kampf leistete die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. (HGON) unter der Regie von Willi Bauer, Karl Winther und Erhard Thörner viel Überzeugungsarbeit bei den politisch Verantwortlichen.
Dies führte dazu, dass 1985 zunächst 6.500 ha Auen trotz erheblicher Widerstände der verschiedensten gesellschaftlichen Gruppierungen einstweilig sichergestellt wurden. Für ihre Bemühungen erhielt die HGON 1988 zunächst den Deutschen Umweltpreis und im selben Jahr den Europäischen Umweltschutzpreis.


Mit der Ausweisung zum Landschaftsschutzgebiet wurden u. a. bauliche Anlagen, die Entwässerung von Feuchtgebieten und der Umbruch von Grünland genehmigungspflichtig. Die fortschreitende Zerstörung der Auen wurde somit gestoppt und ein Weg für weitere Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen frei gemacht.

Der Auenverbund heute

Der Auenverbund ist bis heute ein Paradebeispiel für erfolgreichen Naturschutz in Hessen. Nach dessen Unterschutzstellung wurden weitere wertvolle Flächen als Naturschutzgebiete ausgewiesen.
Im Jahre 2008 wurden weite Bereiche des Auenverbundes als EU-Vogelschutzgebiet bzw. FFH-Gebiete unter Schutz gestellt. Sie sind damit Bestandteil des europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000.
Zur Schaffung und Wiederherstellung ökologisch wertvoller Flächen wurden Fließgewässer renaturiert, Feuchtgebiete angelegt und Ackerland zu Grünland umgewandelt.

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