Wald
Keine Waldmaikäferbekämpfung im hessischen Ried
Der Maikäfer ist eines der volkstümlichsten Insekten, die wir kennen. Seine Massenvermehrungen haben Eingang in zahlreiche Lieder und Erzählungen gefunden, am bekanntesten wohl die entsprechenden Passagen aus Max und Moritz. Maikäfer wurden an das Vieh verfüttert oder sogar selbst gegessen. Maikäfer waren aber auch das Ziel von gnadenloser Verfolgung. In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurde dazu auch DDT verwandt, jenes Umweltgift, das sich am Ende der Nahrungskette, z. B. bei Greifvögeln anreicherte und viele Arten an den Rand des Aussterbens drängte. Mitte des vergangenen Jahrhunderts schien der Maikäfer ausgerottet.
Nun ist der Maikäfer zurück. Er erobert sich die vorgeschädigten Wälder auf den Sandböden des Hessischen Rieds Stück für Stück zurück und steuert offenbar auf eine natürliche Massenvermehrung in den nächsten Jahren zu. Viele Vogelarten profitieren von dem Nahrungsangebot. Die Zukunft des Waldes aber war vor dem Maikäferbefall bereits ungewiss und sie wird es auch nach einer Massenvermehrung sein. Die Massenvermehrung von Maikäfern ist ein Teil der Ökologie unserer heimischen Wälder. Sie wissen mit dem Maikäfer umzugehen. Und deshalb ist die Auseinandersetzung mit der Frage der Bekämpfung des Maikäfers auch eine Frage, inwieweit wir bereit sind, die Ergebnisse ökologischer Forschung zu akzeptieren. Allenthalben macht das Wort von der „Übervermehrung“ die Runde, so als ob es 100 Jahre ökologische Forschung nie gegeben hätte. Als ob wir heute nicht wüssten, dass es in der Natur keine „Übervermehrung“ gibt, die nach einem Eingreifen des Menschen schreit. Deswegen ist die Auseinandersetzung mit der geplanten Maikäfer-Bekämpfung mehr als der Versuch, den Rückfall in die vergessen geglaubte Steinzeit der Waldbewirtschaftung zu verhindern. Sie ist auch ein Ringen um die Anerkennung gesicherter Erkenntnisse aus hundert Jahren ökologischer Forschung. Das muss uns alle interessieren. Deswegen haben wir dieser Problematik viel Platz eingeräumt. Hier erfahren Sie Hintergründe zum Maikäfer, zur Ökologie der Massenvermehrung von Waldinsekten, zu den vorgesehenen Bekämpfungsmaßnahmen, den wahren Ursachen für die Ausbreitung des Maikäfers und vieles mehr:
Gift gegen den Maikäfer (pdf, 236,08 Kb)
Zur Ökologie der Massenvermehrungen pflanzenfressender Insekten (pdf, 200,13 Kb)
Maikäfer - Ein Leben in Zyklen (pdf, 109,86 Kb)
Der Maikäfer als Sündenbock (pdf, 98,21 Kb)
Fressen und gefressen werden! (pdf, 81,14 Kb)
Die HGON lehnt den großflächigen Gifteinsatz gegen Maikäfer im Hessischen Ried ab! (pdf, 105,01 Kb)
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