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Rotmilan 817 ist bereits auf dem Rückweg nach Deutschland

Henri Verne hat am 7.3.2010 den Rotmilan mit der Flügelnummer 817 in Frankreich an einer Mülldeponie in der Nähe von Aurillac beobachtet. Der Vogel befindet sich offensichtlich auf dem Rückweg nach Deutschland, um dort erstmalig ein neues Revier zu suchen. Der Rotmilan wurde als Jungvogel am 16.06.2008 im Rahmen des HGON-Rotmilan-Projektes nahe der Ortschaft Strang bei Gilserberg an den Ausläufern des Kellerwaldes markiert. Nachdem Adrian in seinem Winterquartier in Spanien wohl endgültig verschollen ist, endlich ein Hoffnungsträger. In Frankreich warten noch viele Gefahren für den Rotmilan in Form von Bejagung und Vergiftungen. Daher drücken wir ihm die Daumen, dass er auch noch den Rest des gefährlichen Frankreichs überfliegt (1400 Kilometer sind es noch). Wer den Vogel als erstes wieder in seiner alten Heimat Hessen oder angrenzenden Bundesländer entdeckt (am besten mit Bild), bekommt eine Avifauna von Hessen und einen HGON-Apfelschnaps. Also Augen auf! Bitte melden Sie jeden Rotmilan mit einer grünen Fügelmarke an christian.gelpke@hgon.de oder die HGON Geschäftstelle. Danke für Ihre Mithilfe.

1115 Euro für den Rotmilan!

Rotmilan Foto: C. Falk„Der Natur etwas zurückgeben“ - Das ist Ziel und Motivation der kleinen Gruppe von Naturfotografen (www.naturfotografen-fn.de), die für das Jahr 2010 mit ihren eigenen Fotos einen wunderbaren Naturkalender herausgebracht hat. Und es ist Ihnen gleich in doppelter Hinsicht gelungen! So eröffnen die Bilder nicht nur jeden Monat einen neuen faszinierenden Ein- und Ausblick in die heimische Natur, sie bescherten dem HGON Rotmilanprojekt auch eine Spende von stolzen 1115 Euro! Das kann sich sehen lassen! Neben des Erlöses durch den Verkauf stockten nicht nur die Fotografen selbst, sondern auch viele Naturliebhaber die Summe auf. Ihnen allen ein riesengroßes Dankeschön!

Rotmilan 828 im Spanien gesichtet

David Bowyer aus Spanien hat am 26.1. diesen Jahres einen der hessischen Rotmilane mit der Flügelmarken-Nummer 828 in der Nähe von Perdiguera gesichtet. Der Vogel wurde im Rahmen des Rotmilan-Projektes am 22.06.09 im Knüllgebirge (Hergetsfeld/Fischzuchtanlage) als Geschwister von drei Jungvögeln beringt und markiert. Von Adrian, dem Sendervogel, fehlt leider seit fast zwei Monaten weiterhin jede Spur!

Adrian ist bereits in der Extremadura bei Badajoz

Rotmilan Adrian Am 01.10. befand sich Adrian noch ca. 100 Kilometer nördlich von Toulouse in Frankreich. Bereits vier Tage später hatte er die Pyrenäen überquert und hatte spanischen Boden unter den Flügeln. Der Vogel sendete aus dem Gebiet nordwestlich von Burgos in Spanien. Obwohl sowohl der Nordwesten als auch der Nordosten Spaniens als größtes Überwinterungsgebiet des Rotmilans gilt, flog der Vogel kontinuierlich weiter nach Südwesten. Am 08.10. erreichte er die Provinz Segovia bei Valladolid und am 11.10. schon die Extremadura bei Badajoz. Je weiter man in den Süden Spaniens schaut desto kleiner werden auch die Überwinterungszahlen der Rotmilane. Beispielsweise überwinterten 2004 in der gesamten Extremadura an die 4900 bis 5050 Rotmilane in 29 Schlafplätzen. Aber vielleicht fliegt Adrian ja noch weiter! Spannend bleib es auf jeden Fall!

Adrian ist auf dem Weg ins Winterquartier

Nachdem Adrian länger nicht gesendet hatte, ist er jetzt schon auf schnellem Wege in Zentralfrankreich angekommen und dass nach nur 3 Tagen! Am 25.09. um 12:00 war er noch direkt über Kelkheim und am 28.09. gegen 12:30 schon mehrere 100 Kilometer südlich der Borgogne. Er nimmt sehr genau die Route die der Rotmilan Luna letztes Jahr genommen hat. Am 30.09. hat er bereits die Nähe von Tolouse erreicht und steht jetzt schon bald vor der Überquerung der Pyrenäen.

Leonardo ist tot

Einem Zufall ist es zu verdanken, dass Christian Gelpke den vermissten Leonardo doch noch gefunden hat. Allerdings war nicht mehr viel von ihm übrig, da Leonardo ein Straßenopfer geworden ist. Von den letztjährig besenderten Milanen ist nun keiner mehr am Leben, was die Gefährdung der Romilane noch mehr verdeutlicht. Alle Hoffnung ruhen nun auf Adrian, dass er den Zug in die Überwinterungsgebiete und zurück heil übersteht.

Erfolgreiche Brut bei Rotmilan Leonardo und neuer Vogel mit Sender "Adrian"

Leonardo war zum alten Horst zurück gekehrt und hatte mit seiner neuen Partnerin 3 Jungvögel hochbekommen Von den Jungen wurden Zwei mit Flüglemarken ausgestattet.

Seit August ist auch ein neuer Vogel mit einem Sender ausgestattet worden: Adrian. Er hatte nur ca. 15 m weiter vom ehemaligen Brutplatz von Lukas und Luna einen neuen Horst errichtet.

Rotmilan Leonardo besetzt sein letztjähriges Revier bei Homberg

Der einzige der fünf im letzten Jahr von der HGON besenderten nordhessischen Rotmilane, der seine Reise ins Winterquartier überlebt hat, ist nach exakt drei Wochen Aufenthalt in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen nun an seinem letztjährigen Brutplatz im Wildpark Knüll bei Homberg (Schwalm-Eder-Kreis) angekommen. Er wurde dort am 19. März spätnachmittags über dem Horstwald kreisend von Christian Gelpke beobachtet. Die beiden Milane Lucas und Frodo wurden in Frankreich getötet, von Lea und Luna fehlt nach wie vor jede Spur.

Rotmilan Leonardo unterwegs in Deutschland

Nachdem Leonardo am 26.02. Wiesbaden erreicht hat, sah es so aus, als würde er zielgerichtet gen Brutrevier in den Schwalm-Eder-Kreis weiterfliegen, um dort seinen alten Horst zu beziehen. Doch seit dem 26.02. ist er westlich von Hessen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen unterwegs und sogar einen Ausflug nach Bayern hat er unternommen. Es bleibt also spannend, wohin es Leonardo verschlagen wird. Von Luna fehlt seit dem 23.02. jede Spur. Übrigens: Auf dem Weg nach Hessen ist Leonardo von Romain Riols in Saint-Sauves/Auvergne in Mittelfrankreich an einer kleinen Mülldeponie fotografiert worden (siehe Foto).

Rotmilan Leonardo in Sicherheit

Mit Leonardo, dem Rotmilan-Männchen mit Brutplatz im Wildpark Knüll im Schwalm-Eder-Kreis, ist der erste der beiden überlebenden Milane des HGON-Projektes wieder nach Hessen zurückgekehrt. Ende Februar überquerte er die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland. Die illegale Verfolgung in Südwesteuropa stellt eine immense Gefährdung des Rotmilans und weiterer Arten dar, so dass Leonardo nun endlich wieder in Sicherheit ist.

Mindestens zwei der fünf Projektvögel wurden zuvor in Frankreich illegal getötet: Der junge Frodo kam im Frühjahr 2008 offenbar in einer Krähenfalle um, der Altvogel Lukas wurde im Herbst 2008 vergiftet. Von Lea fehlt bislang jede Spur, entweder ist auch sie umgekommen oder der Sender ist ausgefallen. Während einer vierwöchigen Exkursion in das spanische Winterquartier der Vögel wurden durch HGON-Mitarbeiter zudem weitere tote Rotmilane nachgewiesen.

Im Vergleich zu den Vorjahren findet der Heimzug der Rotmilane 2009 infolge des kalten Winters relativ spät statt. In manchen Jahren treffen die ersten Vögel schon Anfang Februar bei uns ein. Das Weibchen Luna hält sich aktuell sogar noch in Spanien auf. Damit zeigen die beiden überlebenden Sendervögel eine bei vielen Arten festzustellende Strategie: Während die Männchen oft möglichst schnell ins Brutgebiet ziehen, um dort die besten Brutplätze zu besetzen, treffen die Weibchen vieler Arten deutlich später ein, um zwischen den Männchen und ihren Revieren zu wählen.


Unterwegs zu den Rotmilanen - Reisebericht aus dem Überwinterungsgebiet

04.12.:
Nach Abfahrt von Echzell im Schneetreiben gut in der Schweiz bei einem Freund (Hugo Grossenbacher) angekommen und dort nach einem tollen, gastfreundlichen Essen übernachtet.

05.12.:
Frühmorgens Start und Fahrt nach Südwesten bis nordwestlich Bordeaux. In der Nähe der letzten bekannten Koordinaten von Lukas übernachteten wir die erste Nacht in unserem VW-Bus. Hier gelang uns auch die erste Beobachtung von zwei rastenden Rotmilanen und einigen singenden Zaunammern in einer extensive bewirtschafteten Landschaft

06.12.:
Kaum 48 Stunden nach Start der Expedition das Erste wichtige, aber traurige Ergebnis: Lukas nordöstlich von Bordeaux, nur 100 m von einer Hühnerfarm, tot aufgefunden (s. Galeriebild 2). Drumherum lagen noch mind. drei tote Mäusebussarde (s. Galeriebild 3) zusammen mit ausgelegten Hühnerködern, so dass eine Vergiftung der Vögel anzunehmen ist. Lukas anschließend in den Spanischen Pyrenäen begraben.

07.12.:
Bei der Untersuchung eines Schlafplatzes in den französischen Pyrenäen konnten wir keine Nahrungsreste und Gewölle finden. Das Gebiet hier ist zu 90 % von Grünland dominiert, welches zu großen Teilen von Schafen beweidet wird. Auf den Bergketten stehen viele Hochsitze und Verstecke von Jägern (s. Galeriebild 4) und den ganzen Tag sind Schüsse zu hören (konnten aber keinen toten Milan finden oder sonst einen Hinweis auf Verfolgung von Greifvögeln feststellen). Ein Bauer berichtete von Wildschweinjagd, was aber nicht zur Tageszeit und den Schrotpatronen passte. Zusammen mit den Rotmilanen sind häufig Gänsegeier zu beobachten (s. Galeriebild 5), die sich gut mit den lebenden Schafen verstehen zu scheinen.

08.12.:
Wir haben um 13:00 Uhr die spanische Grenze passiert und schon um 13:45 Uhr die Pyrenäen verlassen. Mit uns sind mehrere Kranichtrupps über den Pass gezogen. Abends sind wir im strömenden Regen bei Lea angekommen (Bereich Pamplona). Einheimische berichteten uns, dass es hier schon seit mindestens 20 Tagen durchweg regnet, weshalb wahrscheinlich auch keine Koordinaten von Lea gesendet wurden. Die Landschaft ist sehr bergig und bewaldet hier, wodurch es schwierig ist, Milane zu finden und dann länger zu beobachten. Wir werden warten, bis das Wetter besser ist, um später mit aktuellen Koordinaten gezielt nach Luna zu suchen.

09.12.:
Am Nachmittag sind wir in Burgos angekommen und haben kurz nach Luna gesucht, allerdings aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit ohne Erfolg. In der Nähe ihrer Koordinaten konnten wir einen Schlafplatz mit 58 Milanen ausfindig machen, insgesamt scheinen sehr viele Rotmilane hier zu sein. Zur detaillierten Untersuchung der von ihnen genutzten Habitate haben wir Topographische Karten besorgt. Auch viele andere Greife sind anwesend, vor allem Gänsegeier (s. Galeriebild. 6), Steinadler, Kornweihe, Turmfalke.

10.-13.12.:
In den letzten drei Tagen haben wir erfolglos versucht, Luna zu finden. Dabei haben wir drei Schlafplätze mit insgesamt 354 Rotmilanen gründlich durchsucht. Alle drei Schlafplätze lagen in der Nähe von Ortschaften, z. T. nur 100 m entfernt von befahrenen Strassen. Die Rotmilane scheinen vor allem die höchsten Pappeln einer Gruppe zu nutzen. An einem Schindanger, der für Geier angelegt wurde, konnten wir zwei Rotmilane mit Flügelmarken ablesen: Einer aus dem Projekt von Ubbo Mammen (Ostdeutschland), der andere ein Franzose. Hier werden regelmäßig tote Schweine, Esel und Pferde entsorgt, was zu großen Greifvogel-Ansammlungen führt (s. Galeriebild 7). Heute am Samstag regnet es, wir versuchen daher gleich den Kontakt zu einem spanischen Vogelkundler in Burgos herzustellen. Die Kartierung der Nutzung um einen der Schlafplätze ist abgeschlossen.

14.12.:
Sind Richtung Palencia gefahren, um uns auf die Suche nach Leonardo zu machen. Das letzte Satellitensignal haben wir am 8.12 bekommen, sodass unklar ist, ob er überhaupt noch dort verweilt oder weitergezogen ist. Auf dem Weg haben wir eine Gruppe von 29 Großtrappen gesehen und einige Windkraftanlagen auf Greifvogelschlag kontrolliert, ohne fündig zu werden.

4 km von Leonardos letzter Ortung entfernt gibt es eine kleine Müllkippe, die anscheinend noch genutzt wird (s. Galeriebild 8). Hier sammeln sich tagsüber etwa 100 Rotmilane zusammen mit über 100 Weißstörchen und einigen Kolkraben. Im Umfeld haben wir auch drei Schlafplätze gefunden, einer mit 91, einer mit 19 und einer mit 101 Rotmilanen.

15.12.:
Direkt morgens begann es zu schneien, so dass innerhalb kurzer Zeit alles komplett weiß war. Die Spanier sind nicht auf solche Wetterlagen eingerichtet, da es Fernsehberichten zufolge hier seit 40 Jahren keinen derart starken Wintereinbruch mehr gab. Die Autos lagen „reihenweise“ in den Straßengräben und man konnte nicht schneller als 40 km/h fahren (s. Galeriebild 9). Trotz des Schneegestöbers flogen einige Rotmilane nahrungssuchend über die Äcker, ein seltsamer Anblick. Angesichts der Wetterlage kehren wir zu Luna zurück, da uns hier wenigstens ihr aktueller Aufenthaltsort bekannt ist.

16.12.:
Luna gefunden!!!! Plötzlich bekamen wir ein Signal an einer Stelle, an der wir schon zigmal vorbei gefahren sind. Die vielen Hügel machen eine Ortung sehr schwer. Auf dem Weg zum Schlafplatz haben wir sie aber direkt wieder verloren. Ihr Winterrevier ist ein kleiner verschlafener Ort am Berghang eines weiteren Flusstales (s. Galeriebild 10).

Um die Provinz Burgos und Pamplona liegt inzwischen ungewöhnlich viel Schnee. Da ist es manchmal hart, bei einer Kälte von –5 °C morgens aus dem Bus zu steigen und sich bei 0 Grad die Haare zu waschen (s. Galeriebild 11). Auch die Standheizung im Bus ist ausgefallen, „Sommerurlaub“ in Spanien ist das wirklich nicht. Trotzdem ist es ein tolles Gefühl plötzlich das Piepsen im Empfänger zu hören und den Vogel zu finden, von dem wir wissen, dass wir ihn schon einmal in der Hand hatte, viele hundert Kilometer entfernt. Auch der Anblick von mehr als 400 gemeinsam übernachtenden Rotmilane entschädigt gründlich für die Strapazen.

17.12.:
David Gonzales Ortega hat uns heute Vormittag begleitet. Er ist Ornithologe und koordiniert die vogelkundlichen Arbeiten in der Region Burgos. Wir haben ihm die von uns gefundenen Schlafplätze gezeigt und zusammen Luna erneut gesucht und gefunden. Sie scheint sich immer in einer genau abgegrenzten kleinen Fläche aufzuhalten. Nach Angaben von David Ortega brüten in der Provinz Burgos 10-30 Paare Rotmilan und 500 Paare Schwarzmilan, wobei ähnlich wie in Hessen der Rotmilan eine starke Abnahme zeigt, während der Schwarzmilan deutlich zunimmt.

Heute Abend konnten wir auch endlich ausfindig machen, wo Luna übernachtet. Sie schläft in einer Pappelreihe etwa 3 km von ihrem Nahrungsplatz entfernt, zusammen mit 224 anderen Rotmilanen (s. Galeriebild 12).

18.12.:
Im Umfeld vieler Schlafplätze dominiert Ackerbau auf großer Fläche (s. Galeriebild 13). Heute wird Nicole Heinrichs zu uns stoßen und mit uns die restlich Zeit bis zu unserer Rückkehr verbringen. Ebenfalls wird uns David Gonzales Ortega noch einmal ein paar Tage begleiten.

19.12.:
Bei Pamplona treffen wir uns mit dem spanischen Rotmilanexperten Juan Dean, der uns hier die Schlafplätze zeigen kann. Wir hoffen, dass wir vielleicht Lea finden werden. Von ihr wissen wir ebenfalls nicht den aktuellen Aufenthaltsort, da das letzte Signal von Anfang Dezember stammt.

Der Schlafplatz, den uns Juan Dean zeigt, befindet sich, anders als wir es bisher beobachten konnten, in einem Eichenwald und ist somit schwer einzusehen und zu zählen. In der Nähe befindet sich ein kleiner, noch aktiver Müllplatz, der von Rotmilanen als Nahrungsquelle genutzt wird (s. Galeriebild 14). Wir vermuten, dass sich Lea hier nicht aufhält, da die Entfernung zur letzten Koordinate zu groß ist.

20.12.:
Den letzten Tag bei Pamplona haben wir weiterhin versucht Lea zu finden, während wir einige der sich hier aufhaltenden Rotmilane bei ihrem Tagesgeschäft beobachteten und Habitataufnahmen machten (s. Galeriebild 15).

21.12.:
Weiterreise in Richtung Süden nach Estella, um uns auch andere Gebiete anzuschauen, in denen Rotmilane überwintern. Dabei konnten wir einen Schlafplatz mit 456 Individuen ausfindig machen. Ein sehr beeindruckender Anblick! Allerdings gibt es auch schlechte Nachrichten: Ein Rotmilan, den B.-U. Meyburg und T. Pfeiffer mit einem GPS-Sender ausgestattet hatten, wurde tot auf einem Acker gefunden. Auch wenn die Todesursache nicht bekannt ist, deutet der Fundort auf einen unnatürlichen Tod hin. Wir haben den Sender übernommen und werden ihn man nach Deutschland mitnehmen und dort übergeben.

22./23.12.:
Beim Auszählen der Alterskleider an den verschiedenen Rotmilanschlafplätzen fällt auf, dass der Jungvogelanteil sehr niedrig bei 15,5 % liegt (Anteil von insgesamt 342 ausgezählten Individuen wobei der Anteil je Schlafplatz zwischen 9,0 und 25,0 % schwankt). Wenn die Jungvögel nicht in anderen Regionen überwintern, deutet das auf einen sehr geringen Bruterfolg hin. Zudem wieder einen Rotmilan tot gefunden – in einem Hinterhof, doch versicherten die Anwohner, dass der Vogel ein Verkehrsopfer sei (s. Galeriebild 16).

24.12.:
Eigentlich wollten wir uns zu Heilig Abend den größten bekannten Schlafplatz bei Huesca (Zaragossa) mit 700 Rotmilanen schenken, aufgrund von dichtem Nebel konnten wir die Tiere aber leider nur erahnen.

25./26.12.:
Weiter südlich haben wir uns weitere Gegenden angeschaut und Schlafplätze gesucht, um hier die Alterszusammensetzung festzustellen. Unter anderem waren wir dort, wo sich Frodo im letzten Winter aufgehalten hat. Die Landschaft in dieser Gegend um Valladolid ist sehr ausgeräumt mit nur wenigen Hecken und Baumgruppen (s. Galeriebild 8). Die Rotmilane sammeln sich zum übernachten in den Flussauen, wo wir einen Schlafplatz mit 184 Vögeln finden konnten.

27.12.:
Den vorletzten Tag in Spanien suchen wir bei Palencia noch einmal vergebens nach Leonardo. Allerdings gelingt uns hier ein weiteres Mal die Ablesung einer Flügelmarke eines vermutlich in Frankreich markierten Vogels und die Entdeckung eines weiteren Schlafplatzes mit 47 Rotmilanen.

28.12.:
Den letzten Tag in Spanien verabschieden wir uns von unserer Lea aus Gudensberg, da ihre Rückkehr ins Brutgebiet nach allem, was wir auf dieser Reise feststellen konnten, keinesfalls sicher ist. Ihr Winterrevier hat nach unseren Beobachtungen etwa eine Größe von 9 km². Die Zahlen der an „ihrem“ Schlafplatz rastenden Vögeln nicht weit von dem Luderplatz scheinen in Abhängigkeit von den Fütterungen zu schwanken. So konnte David am 23.11 hier nur noch 155 der ursprünglichen 224 Milane feststellen und wir heute nur noch 102.

29.12.:
Das letzte Ziel dieser Expedition ist der vermutliche Todesort von Frodo in diesem Frühjahr in Frankreich bei Levroux. Überall liegen hier einzelne Höfe in dem intensiv landwirtschaftlich genutzten Bereich verteilt. Zwei dieser Höfe im Umkreis der letzten Koordinaten untersuchen wir genauer und machen eine weitere traurige Feststellung. In einem Wäldchen an einen der Höfe fanden wir eine Krähenfalle mit einem toten Sperber und einem toten Mäusebussard darin (s. Galeriebild 18). Drumherum lag ein Heer von Vogelschädeln und anderen Knochen. Der Schluss liegt nahe, dass auch der kaum einjährige Frodo hier sein Ende fand. Ein trauriger Abschluss einer sehr interessanten und erfolgreichen Expedition auf den Spuren unserer hessischen Rotmilane, deren Ergebnisse sicher viel zum Schutz der Art beitragen werden.


 

Namen für die Rotmilane

Vielen Dank an die Leser der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen, aus deren zahlreichen Vorschlägen wir die Namen für die vier besenderten Rotmilane Lea, Luna, Lukas und Leonardo ausgesucht haben!

Die Sender sowie die Übertragungskosten sind für einen Verband wie die HGON nicht leicht zu schultern, so dass jede finanzielle Förderung herzlich willkommen ist.

Helfen Sie mit!
Die Erforschung der Rückgangsursachen des Rotmilans ist sehr zeitaufwendig und vor allem sehr teuer.
Wir benötigen daher dringend Ihre finanzielle Unterstützung...

Rotmilane 818 und 817
Rotmilan-Geschwister 818 und 817 bei der Markierung

Leonardo, ein Strassenopfer
Leonardo ist ein Straßenopfer geworden!

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Zum Zug der Rotmilane ...