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Ornithologie
Gesicherte Erkenntnisse sind die Grundlage für erfolgreichen Naturschutz. Die HGON führt alljährlich eine „Volkszählung“ unter den hessischen Vögeln durch. Die Ergebnisse werden in Büchern wie der "Avifauna von Hessen" und im "Ornithologischen Jahresbericht" veröffentlicht. Sie sind Ausgangspunkt für Schutzkonzepte und die „Rote Liste“ der gefährdeten
Vogelarten. Bestimmte Artengruppen, insbesondere Eulen und Schwimmvögel, werden von Arbeitsgruppen innerhalb der HGON bearbeitet. In speziellen Forschungsprojekten ergründen wir die Rückgangsursachen von Tierarten und unterstützen Wissenschaftler bei entsprechenden Vorhaben.

Meist sehr selten: Auftreten von Raufußbussard und
Berghänfling im küstenfernen Binnenland und ihre Bestimmung
Ab Spätherbst, spätestens mit Einsetzen des Winters, verlassen uns nicht nur die
letzten Zugvögel. Gleichzeitig treffen auch nordische Wintergäste ein, die die
kalte Jahreszeit in unseren Räumen verbringen. Dazu zählen neben vielen
Wasservögeln wie Saat- und Bläßgans, Singschwan, Pfeif-, Reiher- oder
Tafelente z. B. auch Kornweihe, Bergfink, Erlenzeisig oder Gimpel.
Zwei Arten werden jedoch oftmals fälschlich als "klassische" Wintervögel genannt:
Raufußbussard und Berghänfling. Beide sind zwar in Norddeutschland
während der Wintermonate häufige Gäste, im tieferen Binnenland treten sie
jedoch nur sehr selten und ausnahmsweise auf. So wurden im Durchschnitt der acht Jahre
seit 1999 in Hessen jährlich nur vier Raufußbussarde festgestellt, der
Berghänfling in jedem der Jahre sogar nur einmal, und aus 2005 liegen überhaupt
keine Beobachtungen vor!
Aber keine Regel ohne Ausnahme: Sobald in schneereichen Kältewintern Norddeutschland
im Weiß versinkt, weichen auch die Raufußbussarde weiter nach Süden aus.
Im kalten Winter 2002/03 wurden daher insgesamt 43 Raufußbussarde in Hessen
dokumentiert - ziemlich exakt elfmal mehr als in normalen Jahren. Beim Berghänfling
ließ sich eine ganz außergewöhnliche Bestandsentwicklung im Binnenland
feststellen: Bis 1850 war er auch in den küstenfernen Räumen offenbar
regelmäßig vertreten, wurde bis etwa 1900 seltener, um dann bis 1950
vollständig auszubleiben. In den 1960ern und 1970ern trat er jedoch plötzlich
wieder sprunghaft in größeren Zahlen auf. So wurden in Nordhessen in den 1970er
Jahren mehr als 1.000 Individuen erfasst! Allerdings fehlte die Art auch zu dieser Zeit in
den südlichen Teilen Hessens weitgehen d. Inzwischen sind Beobachtungen in ganz Hessen
wieder große Ausnahmen. Die Gründe für diese Entwicklung sind unbekannt.
Angesichts der Seltenheit im Binnenland stellt sich die Frage, wie sich Raufuß- von
Mäusebussarden und Berg- von Bluthänflingen sowie dem ebenfalls nicht
unähnlichen Birkenzeisig unterscheiden lassen?
Hinweis zum Bestimmen von Raufußbussard und Berghänfling (pdf) 

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