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  • 28. Okt. 2011 Mitglied im HGON Birdnet Club

    Alexander Theodor von Middendorff

    von Jörg Brauneis

    Die Meldung des Mellumrats e.V., dass Anfang Oktober auf der Nordseeinsel Mellum ein Middendorff-Laubsänger – als möglicher Erstnachweis für die Westpaläarktis – beobachtet worden sei, möchte ich zum Anlass nehmen, auch an dieser Stelle noch einmal auf das Werk dieses großen russischen Naturforschers Alexander Theodor von Middendorff hinzuweisen. Ein Forum haben wir ja leider nicht.
    Alexander Theodor von Middendorff (1815 – 1894) war promovierter Arzt und außerordentlicher Professor für Zoologie in Kiew, bevor er in den Jahren 1842 bis 1844 im Auftrag der Petersburger Akademie der Wissenschaften eine Forschungsreise nach Sibirien unternahm. Diese Reise führte ihn zunächst auf die Taimyrhalbinsel, dann an das ochotskische Meer und an den Amur. Middendorff hat die Ergebnisse seiner Forschungen in Sibirien in einem mehrbändigen Werk zusammengefasst: „Reise in den äußersten Norden und Osten Sibiriens während der Jahre 1844 und 1844.“ Auszüge aus diesem Werk sind 1953 bei VEB F.A. Brockhaus-Verlag, Leipzig, erschienen unter dem Titel: „Auf Schlitten, Boot und Rentierrücken.“ Middendorff zeigt sich darin nicht nur als ein exakter Naturbeobachter, sondern auch als ein Erzähler, der seine Leser zu fesseln vermag. Seine auch heute noch aktuell klingenden Auffassungen zum Umgang mit der Natur und den indigenen Völkern stehen oft in deutlichem Gegensatz zu der im Zarenreich üblichen Praxis. Dabei spart er mit Kritik an dieser Praxis nicht.
    Er beschreibt so bemerkenswerte Naturphänomene wie den Frühjahrszug der Alpenschneehühner am Fluss Chatanga (Taimyrhalbinsel), den er am 19. April 1843 beobachtete. Auffällig ist, das Potapov (1989) im 4. Band des Handbuchs der Vögel der Sowjetunion den nordwärts gerichteten Frühjahrszug der Alpenschneehühner schon für die Zeit zwischen dem 5. und 25. Februar, also mehr als zwei Monate früher, angibt („sobald sich die Sonne über dem Horizont zeigt“). Dies könnte ein Hinweis auf Klimaveränderungen sein.
    Die Taimyrhalbinsel ist heute Teil des Großen, arktischen Schutzgebiets (Bolschoi Arktitscheski Sapowednik), dem mit 41692 km² größten Schutzgebiet Russlands (beinahe zweimal so groß wie Hessen!).

    Der Name Alexander Theodor von Middendorffs hat sich auch in mehreren, deutschen Vogelnamen erhalten:
    - Middendorff-Laubsänger (Phylloscopus plumbeitarsus)
    - Middendorff-Saatgans (Anser fabalis middendorffii)
    - und der von ihm selbst beschriebene Middendorff-Schwirl (Locustella ochotensis).

    Dr. Jörg Brauneis

    Landkreis: [außerhalb Hessens]

    Vogelgebiet: 0

    Fotograf: wikipedia

    Alexander Theodor von Middendorff
  • 11. Okt. 2011 Mitglied im HGON Birdnet Club

    Middendorff - Laubsänger auf Mellum

    von Jörg Brauneis

    Der Mellumrat e.V. (www.mellumrat.de) teil mit, dass die Naturschutzwarte des Mellumrats auf der Nordseeinsel Mellum (östlich von Wangerooge) einen Middendorff – Laubsänger (Phylloscopus t. plumbeitarus, SWINHOE, 1861) beobachtet haben. Dies ist vorbehaltlich der Anerkennung durch den Deutschen Avifaunistischen Rat der erste Nachweis für Deutschland.
    Die Art ist in den Taigawäldern des östlichen Sibiriens bis an das Ochotskische Meer verbreitet.
    Benannt ist die Art nach dem aus dem Baltikum stammenden, russischen Zoologen Alexander Theodor von Middendorff (1815-1894). Middendorff hat seine Reisen in den fernen Osten des russischen Reiches in einem Buch „Auf Schlitten, Boot und Rentierrücken“ beschrieben, das zuletzt im VEB F.A. Brockhaus Verlag , Leipzig, in den fünfziger Jahren herausgegeben wurde, aber derzeit nur noch antiquarisch zu erhalten ist.
    Das Bild des Middendorff – Laubsängers stammt von Benjamin Gnep, Mellumrat.

    Dr. Jörg Brauneis

    Landkreis: [außerhalb Hessens]

    Vogelgebiet: 0

    Fotograf: Benjamin Gnep Mellumrat e.V.

    Middendorff - Laubsänger auf Mellum