Vogelbeobachtungsgebiete

Radenhäuser Lache


Lage:

MR, südwestlich Kirchhain am Fuß der Amöneburg


Schutzstatus:

EU-VSG, LSG


Lebensräume:

Flachwasserbiotop mit Inseln und Vorsprüngen am Rand des Ohmrückhaltebeckens. Bei niedrigen Wasserständen treten besonders im Spätsommer zahlreiche Schlickbänke hervor, die gerne von Limikolen genutzt werden. Das umgebende Grünland wird extensiv beweidet und geht im Osten in einen Pappelbestand über.

 

Größe:

> 60 ha (Wasserflächen 5-10 ha)


Entstehungsgeschichte:

Das Flachgewässer wurde 1990 als Kompensationsmaßnahme für den Bau der Ortsumgehung Kirchhain auf Initiative und Beratung der HGON durch das Straßenbauamt Marburg angelegt. Die Fläche befindet sich inzwischen im Besitz von HGON und NABU und konnte durch Kompensationsverpflichtungen der Stadt Kirchhain auf über 60 ha erweitert werden. Im Jahr 2004 wurde südlich der Lache eine weitere Wasserfläche in Form einer Grabentasche geschaffen.

 

Anfahrtsbeschreibung:

B62 bis Ausfahrt Kirchhain/Ost. Aus Marburg kommend im Kreisel nach rechts auf die L 3088 abbiegen, aus Stadtallendorf kommend im ersten Kreisel rechts, im zweiten Kreisel geradeaus halten. Der Zugang zur Radenhäuser Lache befindet sich nach etwa 500 m auf der rechten Seite gegenüber der Zufahrt zum Hofgut Radenhausen. Vom nächsten Bahnhof (Kirchhain Bz Kassel) sind es etwa 2,4 km (Radweg von Kirchhain bis zum „Amöneburger Kreisel")


Route:

siehe Beobachtungstipps.

 

Vögel:

  Brutvögel Rastvögel Wintergäste
1. Graugans (5-10) Knäkente Nilgans
2. Weißstorch (0-1) Baumfalke Krickente
3. Schwarzmilan (1) Kiebitz Pfeifente
4. Neuntöter (>5) Grünschenkel Silberreiher
5. Gelbspötter (1-2) Alpenstrandläufer Waldwasserläufer


Eine ausführliche Artenliste des Gebietes erhalten sie hier.


Besondere Arten:

Die Radenhäuser Lache zählt mit fast 200 nachgewiesenen Vogelarten (siehe Artenliste) zu den wichtigsten Trittsteinen für den Vogelzug im Kreis Marburg-Biedenkopf und ist ein bedeutender Rastplatz für Limikolen (bisher 30 Arten) und Gründelenten. Tagesmaxima waren 2.600 (in den letzten Jahren max. 600) Kiebitze, 32 Große Brachvögel, 76 Zwerg-, 15 Sichelstrandläufer, 65 Grau- und 11 Silberreiher. Als Gastvögel treten regelmäßig Rohrweihen, Wander- und Baumfalken auf. Seltene Durchzügler sind Schwarzstorch, Seidenreiher und Teichwasserläufer. Zu den Brutvögeln zählen Graugans, Blässhuhn, Neuntöter, Gelbspötter sowie neuerdings Weißstorch und Schwarzmilan. Als Seltenheiten wurden Kuhreiher, Stelzenläufer, Weißschwanzkiebitz, Odinshühnchen und Häherkuckuck nachgewiesen. Im Gebiet kommen 24 Libellenarten vor.


Beste Jahreszeit
:

Enten und Limikolen sind vor allem von Ende März bis Mitte Mai und Ende Juli bis Mitte Oktober anwesend. In diesen Zeiträumen können auch die meisten Brutvögel beobachtet werden. Ende August und Anfang September bestehen die besten Chancen auf Limikolen, Baumfalken und Schwarzstörche. Unter den Krickenten halten sich zu dieser Zeit häufig Knäkenten auf. Im Spätherbst übernachten selten Kraniche im Flachwasser und es können noch Pfeifenten, Silberreiher, Waldwasserläufer und Bekassinen beobachtet werden. Beim ersten Frost friert die Lache schnell zu und wird dann uninteressant.

 

Beste Tageszeit:

Morgens hat man die besten Lichtverhältnisse und den maximalen Vogelgesang im Pappelbestand. Nachmittags muss man auf dem Turm mit Gegenlicht und im Sommer hohen Temperaturen rechnen. Gegen Abend werden die Lichtverhältnisse wieder etwas besser. In der Dämmerung fallen häufig Gänse auf dem Gewässer zum Übernachten ein.

 

Beobachtungstipps:

Die wenigen Parkmöglichkeiten an der L 3088 sind sonntags morgens oft schnell besetzt. Durch ein Gatter mit Tor gelangt man auf den kurzen Fußweg zur Radenhäuser Lache. Im Pappelwald sollte man auf Spechte, Wacholderdrosseln und ab Mai auf Grauschnäpper und Gelbspötter achten. Nach ca. 100 m erreicht man den Beobachtungsturm, der einen hervorragenden Blick über das Gebiet ermöglicht. Von dort bitte nicht weiter gehen. Ein Spektiv ist empfehlenswert, aber nicht zwingend erforderlich. Direkt vor dem Turm können sehr gut Neuntöter und mit viel Glück Wendehälse beobachtet werden. Auf der gegenüberliegenden Seite der Lache befindet sich eine Brutplattform, auf der 2008 erstmals Weißstörche brüteten. In den Strommasten sollte man nach Wanderfalken Ausschau halten. In der Pappelreihe im Hintergrund der Grabentasche brütet der Schwarzmilan.


HGON-Betreuer:

Dominic und Robert Cimiotti

dominic.cimiotti@web.de, robertcimiotti(at)web.de

Tel. 06422-1201 (R. Cimiotti)

 

Beobachtungsdaten in diesem Gebiet sammelt:

Dominic und Robert Cimiotti, s.o.

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