AG Eulen

Zwergohreule

Zwergohreule, Foto: T. Sacher
Zwergohreule, Foto: T. Sacher

Bereits 2006 wurde in Kelkheim eine rufende Zwergohreule entdeckt, jedoch konnte hier noch kein Brutnachweis erbracht werden.

Am 25. Juli 2007 wurde unter einer Platane in der Ortsdurchfahrt einer Gemeinde in der zentralen Wetterau eine junge Eule gefunden und in der Wildtierpflegestation des Tierheims Wetterau abgegeben. Von einem Mitarbeiter der Staatlichen Vogelschutzwarte wurde sie eindeutig als Zwergohreule determiniert. Dies war der erste Brutnachweis der Zwergohreule für Hessen.

Auch im Jahr 2008 war wieder eine Zwergohreule anwesend. Rufbaum war eine Weide in der Aue unterhalb des vermutlichen Brutbaums des Jahres 2007 in 720 m Luftlinie. Rufbeginn war Anfang Mai stets um 21.40 Uhr und setzte bei einer Helligkeit unterhalb 0,8 Lux ein.

Von verschiedenen Personen aus den Reihen von HGON, NABU und Vogelschutzwarte wurde die Zwergohreule noch über mehrere Wochen verhört, nicht nur aus der Platane, sondern von verschiedenen Bäumen der Umgebung bis zu einer Entfernung von 100 m. Danach wurde der Radius immer größer, die Zwergohreule wurde kurz noch in der Aue registriert, bis sich die Spur nach 5 bis 6 Wochen verliert. Das gesamte Verhalten lässt darauf schließen, dass die Zwergohreule 2008 nicht verpaart war.

Die Erfahrungen der Jahre 2007 und 2008 zeigen, dass es sich lohnt, in den warmen Niederungsgebieten Hessens und deren Randlagen auf die Zwergohreule zu achten. MEBS & SCHERZlNGER (2000) geben als Lebensraum an: "Die Zwergohreule lebt in warmen und trockenen, ziemlich offenen Landschaften mit alten Bäumen, z. B. Obstgärten, Parkanlagen, Alleen, Feldgehölzen und Randzonen lichter Laubwälder, in denen es ein reiches Nahrungsangebot in Form von Heuschrecken, Käfern und anderen Großinsekten gibt.
Wegen der besseren Erreichbarkeit der Beutetiere ist niedrige Bodenvegetation, z. B. infolge von Beweidung durch Vieh, eine sehr wichtige Voraussetzung, genauso wie beim Steinkauz. Außerdem müssen geeignete Höhlungen in Bäumen oder Mauern, andernfalls auch Kunsthöhlen, d. h. Nistkästen mit entsprechend großer Einflugöffnung (8 cm Durchmesser) vorhanden sein, um Bruten zu ermöglichen.
In den Schwerpunktvorkommen der Mittelmeerländer brüten die Zwergohreulen nicht nur im extensiv bewirtschafteten Kulturland, sondern auch in Dörfern und Städten, also in unmittelbarer Nachbarschaft von Menschen."

Durch ihren auffälligen Gesang, der nach Messungen aus 2008 bis zu 800 m weit zu hören ist, dürfte die Zwergohreule in der ersten Maihälfte ab Sonnenaufgang gut zu erfassen sein.

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Ruf der Zwergohreule

 

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