Unsere Arbeitskreise

Arbeitskreis Fulda

Der Arbeitskreis Fulda/Rhön sieht seinen Schwerpunkt in der naturschutzfachlichen Entwicklung und Begleitung des Landkreises Fulda. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem hessischen Teil des im Wesentlichen durch die HGON ins Leben gerufenen Biosphärenreservates Rhön.

Im Detail bedeutet dies die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden sowie Akteuren vor Ort und natürlich das eigene Handanlegen bei vielfältigen Tätigkeiten.
Dabei formulieren wir eigene spezifische Forderungen, die es gilt im kontinuierlichen Austausch mit den entsprechenden Stellen umzusetzen.

 

AKTUELLES

 Milseburg ist seit 50 Jahren Naturschutzgebiet

 

Am 31.12.1968 wurde an der Milseburg ein rund 48 Hektar großes Naturschutzgebiet vom seinerzeit zuständigen Kasseler Regierungspräsidenten Schneider ausgewiesen. Die nationale Bedeutung der Milseburg als Kleinod und naturschutzfachliches Juwel wurde damit schon sehr früh im hessischen Naturschutz gewürdigt. Um dieser Bedeutung Rechnung zu tragen, wurde bereits in der Verordnung zum Naturschutzgebiet jede Veränderung der Bodengestalt untersagt. Das ist nun 50 Jahre her.
Auf diesen besonderen Geburtstag macht der Arbeitskreis Fulda/Rhön der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) aufmerksam.
Damit ist die Milseburg, die zur Gemeinde Hofbieber gehört und in der Gemarkung Danzwiesen liegt, eines der ältesten Naturschutzgebiete in der Rhön und im Landkreis Fulda.
Seither wurde die Milseburg zudem noch durch weitere behördliche Erklärungen geschützt, nämlich mehrfach – als größtes archäologisches Objekt Osthessens, als erd- und kulturgeschichtlich bedeutsames Geotop - die gesamte Gesteinsformation ist damit geschützt -, als Landschaftsschutzgebiet, als EU-Flora-Fauna-Habitatgebiet, als EU-Vogelschutzgebiet, als Kernzone des Biosphärenreservats Rhön und als Kernfläche.
Insbesondere das langjährige Mitglied der HGON, Dr. Franz Müller aus Hettenhausen, war über einen großen Zeitraum Schutzgebietsbeauftragter des RP Kassel für die Milseburg.

Die Entstehung der Milseburg beruht auf vulkanischen Aktivitäten in der Tertiärzeit. Als domartiger Phonolithkörper ist das Magma des Milseburgvulkans in den Gesteinsschichten der Trias (Buntsandstein und Muschelkalk) stecken geblieben. Die nachfolgende, mindestens 800 Meter umfassende Abtragung der überliegenden, weicheren Gesteinsschichten im Laufe vieler Millionen Jahre legte den harten Schlot als markante „Staukuppe“ frei.
Das Wort Phonolit stammt aus dem Griechischen und bedeutet zu Deutsch „Klingstein“ aufgrund seines hellen Klanges beim Anschlagen.
In keltischer Zeit war die Milseburg mit fast 50 ha die größte befestigte Siedlung der Rhön und galt als Zentrum von Handel und Handwerk, wie zahlreiche Fundstücke aus dieser Zeit beweisen. Durch die Auswertung moderner Lidar-Daten (Satellitenbilder mit Scans von der Oberfläche) und die archäologischen Erkundungsgrabungen des Kreisarchäologen Dr. Frank Verse in Zusammenarbeit mit dem archäologischen Seminar der Universität Marburg und dem archäologischen Arbeitskreis Fulda in den letzten vier Jahren brachten neue Erkenntnisse. Im Jahr 980 n. Chr. wird die Milseburg erstmals urkundlich erwähnt. Sie ist als Grenzort aufgeführt in der Beschreibung des Jagdbezirks „Bramforst“, den Kaiser Otto II. an den Fuldaer Abt Werinheri verlieh.
Der Sage nach verdankt der Berg seinen Namen dem Riesen Mils, der unter der Milseburg begraben sein soll.
Durch die Unwegsamkeit des Geländes an vielen Stellen blieben weite Bereich der Milseburg von menschlicher Nutzung weitgehend verschont. Vor allem aufgrund ihrer geologischen und klimatischen Gegebenheiten hat sich seit der Eiszeit eine typische, teilweise sehr seltene und einzigartige Pflanzenwelt an einigen Stellen bis heute erhalten.
Wie der Sprecher der HGON im Landkreis Fulda, Georg Klaus, berichtet, könnte die Milseburg nun in Bedrängnis geraten. Durch die seitens des Landkreises Fulda und der Gemeinde Hofbieber beabsichtigte Vollerschließung der Milseburghütte mittels einer technisch schwierigen und aufwändigen Bohrung durch den Berg bzw. das dort anstehende Phonolithgestein könnte die Perle der Rhön unwiederbringlich Schaden nehmen. All das sei für die Milseburg risikobehaftet und zudem völlig überflüssig, da für die Ver- und Entsorgung der Milseburghütte heute moderne dezentrale Techniken zur Verfügung stünden.
Der HGON-Arbeitskreis Fulda/Rhön nimmt daher den 50. Geburtstag hinsichtlich der Erklärung des Berges zum Naturschutzgebiet zum Anlass, auf die bestehende Gefährdung der Milseburg hinzuweisen.
Die HGON spricht sich dabei, wie viele andere auch, selbstverständlich für die Erneuerung der bestehenden Milseburghütte aus, die seit mehr als 130 Jahren ein beliebtes Ausflugsziel der Rhöner ist - allerdings ohne die beabsichtigte Vollerschließung für Frischwasser, Strom und Abwasser. Strom wurde bislang mittels Generator erzeugt. „Das könnte mit den heute vergleichsweise sparsamen technischen Möglichkeiten auch weiterhin so geschehen“, meint Klaus und verweist dabei auf Beispiele bei anderen Berghütten in Mittelgebirgen oder auch im Alpenraum. Zusätzlich könnten Photovoltaik und Solarkollektoren auf einer neu zu errichtenden Milseburghütte eine zentrale Rolle spielen.
„Damit kann die Milseburg mit all ihren Facetten sowie die urige und idyllische Hütte auch für nachfolgende Generationen erhalten werden“, so Klaus.

Aus diesem Grunde lädt die HGON alle Freunde der Milseburg und der Milseburghütte am Sonntag den 19. Mai 2019 von 13.30 bis 16.30 Uhr in die Milseburghütte bei Würstchen und Getränken zur Geburtstagsfeier des Naturschutzgebietes Milseburg ein. Immer zur vollen Stunde finden an diesem Nachmittag Kurzführungen durch die HGON, ausgehend von der Hütte, statt. (Stand 4.03.2019)

 

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Kontakt

Georg Klaus
Hofbieber-Traisbach
066657-914876
ge_klaus(at)yahoo.de

 

 

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