Unsere Arbeitskreise

Arbeitskreis Gießen

Das Wechselspiel zwischen Pflanzen und ihren Bestäubern findet nur mehr auf sehr begrenzten Flächen statt. Und wir wissen nicht, ob dies für das weitere Überleben vieler Pflanzen und Tierarten ausreicht.

Exkursionstermine 2016

 

                    Weitere Führungen in Planung!

22.05.2016  Nordhessen zu Gast bei der HGON
17.04.2016  In der Horloffaue ist immer was los!
13.03.2016  Letzte Wintergäste - Erste Durchzügler
21.02.2016  "Vorfrühling - Buntes Treiben im Wasser"
24.01.2016  "Winterliche Vogelbeobachtung in der Horloffaue"

 

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 

 


 

 

 


Sommerstimmung zum Entspannen: Schöne Ferien!

Vögel pflegen, aber nicht verhätscheln

Turmfalken

Hungen, 09.07.2016 (hw) // Frau Sheppart aus Hungen-Nonnenroth kümmert sich seit über 40 Jahren freiwillig um verwaiste und verletzte Vögel.
Wer sich am lautesten bemerkbar macht, kommt zuerst an die Reihe. Das scheinen die rund drei Wochen alten Turmfalken bereits verinnerlicht zu haben. Sie reißen ihren Schnabel auf und schreien so laut es geht, um vor ihren Geschwistern ans Futter zu kommen. Mit den Küken gefüttert werden sie aber nicht von ihrer Mutter, sondern von Helga Sheppard. Sie engagiert sich ehrenamtlich in ihrer selbst aufgebauten Vogelpflegestation und sorgt dafür, dass elternlose oder verletzte Vögel wieder in die Luft kommen. Ersatzmutter zu sein ist zeitaufwendig, sehr sogar. "Es soll Vögel geben, die täglich bis zun 900 Mal zum Nest fliegen, um ihre Jungen zu füttern", sagt Heinz Weiss, Arbeitskreisleiter der HGON und Vorsitzender der NABU Nonnenroth e. V. Ganz so oft werden die elternlosen Jungvögel , die unter ihrem Nest auf einem Bauernhof gefunden wurden, in der Pflegestation nicht gefüttert. Dennoch ist die Pflegemutter von morgens bis abends im Einsatz, um die hungrigen Falken und Schleiereulen zu versorgen. Doch bald schon dürften die Vögel groß genug sein, um selbstständig Futter zu suchen. Bevor sie jedoch in die große Außenvoliere dürfen, geht es für sie in eine kleinere Voliere zum Flugtraining. "Sie müssen zuerst Muskeln aufbauen , um überhaupt fliegen zu können", erklärt Sheppard. So schnell wie möglich sollen die Vögel selbstständig in der Natur überleben können. Einige der vorbeigebrachten Tiere überleben nicht. "Oftmals reicht bereits ein Katzenbiss, und ein Vogel stirbt an einer Infektion", sagt Frau Figoy. Wer verletzte oder verwaiste Vögel findet, sollte diese möglichst rasch und am besten in einer Kartonschachtel mit Luftlöchern in eine Vogelstation bringen. Manchmal würden die Helfer aber auch zu früh eingreifen, sagt Frau Sheppard. Deshalb rät sie:"Jungvögel, die auf den Boden gefallen sind, sollen auf einen Ast gesetzt werden und erst dann in die Staion gebracht werden, wenn die Elternvögel diese innerhalb einer Stunde nicht holen." In der Natur ist die Überlebenschance trotz allem am größten.

Kunterbunte Magerrasenwelt

Seltener Gast im Naturschutzgebiet

Notlandung

Hungen, 12.06.2016 (hw) // Die Besucher der "Mittleren Horloffaue", nahe Hungen-Utphe, staunten nicht schlecht. Ein ganz seltener "Vogel", ein Kleinflugzeug, stand nur wenige Meter vom Viehtriebweg im Naturschutzgebiet. Das Flugzeug musste wegen eines technischen Defektes notlanden, dabei wurde niemand verletzt. Aus einem Tank trat Treibstoff aus und versickerte im Boden. Die zuständigen Behörden wurden eingeschaltet.

 

 

 

Tod durch Stromschlag / Foto: R. Holler

Stromtod eines Storches

Hungen, 09.06.2016 (hw) //Unzureichende Sicherungsmaßnahmen führten zum Tod eines Storches. Herr Reiner Holler hat bereits mit der OVAG Kontakt aufgenommen und es wird eine Umrüstung nach dem Stand der Technik erfolgen.

 

 

 

 

Tod eines jungen Wanderfalken

 

Hungen, 06.06.2016 (hw) // Bei einem tragischen Unfall kam ein junger Wanderfalke zu Tode. Der Jungfalke versuchte, auf einem Winkelprofil eines Stahlgittermastens zu landen. Dabei rutschte er mit einem Zeh seines Fanges in einen engen Spalt zweier Profile, aus dem er sich nicht selbst befreien konnte. Für den Falken ein langer, unglaublich qualvoller Todeskampf. (Foto: R. Holler)

 

Die Turteltaube weltweit gefährdet!

Turteltaube / Foto: R. Holler

Hungen, 04.06.2016 (hw) // Die Turteltauben werden immer seltener und haben weltweit 30 Prozent ihres Bestandes verloren. Daher gilt die Art nun als weltweit gefährdet, wie die neueste globale Rote Liste der Vögel 2015 zeigt. Reiner Holler aus Pohlheim konnte diese kleine, gurrende Taube praktisch vor seiner Haustüre fotografieren. Auch im Kreis Gießen ist sie nur noch selten zu sehen. 

Mäusebussarde im Klimawandel

Junge Mäusebussarde / Foto: R. Holler

Hungen, 03.06.2016 (hw) // Durch den Klimawandel werden zukünftig mehr Niederschläge im Sommer prognostiziert, was sich negativ auf die Entwicklung der Nestlinge auswirken dürfte.

Naturfreunde Korbach besuchen die Horloffaue

Die Gäste aus Nordhessen

Hungen, 22.05.2016 (vs) // Am Sonntag konnte Frau Dipl. Biologin Vera Scherfer von der HGON, Arbeitskreis Gießen, zwanzig Naturfreunde aus Korbach in Hungen begrüßen.
Auf ihrem Programm stand ganz oben eine Führung in das weit über die Grenzen von Hessen bekannte Naturschutzgebiet, "Mittlere Horloffaue". Fast atemberaubend war das Tempo, mit dem die Landschaft in den letzten 40 Jahren umgestaltet wurde, so die Exkursionsleiterin. Sie ist heute Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Die Besucher konnten zahlreiche Graugänse, zum Teil mit Jungen,Rostgänse und eine Streifengans als seltenen Gast beobachten. Die jungen Weißstörche in ihren Horsten sind schon über eine Woche alt. Immer wieder eindrucksvoll waren die Balzflüge der Kiebitze, sowie der Gesang von Nachtigall und Kuckuck. Zu sehen waren auch Watvögel, wie der Grünschenkel. Seitens der Amphibien-Fauna zeigten sich einige Teichfrösche, die öfter von sich hören ließen. Interessiert verfolgten die Besucherinnen und Besucher die Ausführungen von Frau Scherfer zur Geschichte des Gebietes. Es wurde auf die Dynamik einer solchen Renaturierung mit den früheren und neuesten Veränderungen durch Mensch und Tier in der Aue eingegangen, wie dem Entenfang, dem Ausbau des Süd- und Ostufers des "Unteren Knappensees" und der Anlage von Flachwasserbereichen nördlich des Viehtriebweges.
Die nordhessischen Besucher waren neigierig, bei dieser Gelegenheit den als "Motor der Aue" geschilderten Biber näher kennenzulernen, zumal in Nordhessen unser größtes Nagetier bisher nur am Diemelsee vorkommt. Die Teilnehmer konnten direkt unter der Horloffbrücke Biber-Trittsiegel, sowie einige Fraßspuren erkennen. Auf dem sogenannten Utpher Kirchpfad, westlich der Horloff, ging es nach Norden in Richtung Trais-Horloff, wo Frau Scherfer auf weitere Spuren, wie Biber-Rutschen, Reste von Erdröhren sowie kleine Biberdämme hinwies. Nach zwei Stunden Abwechslung ging es für die Gruppe weiter zum Mittagessen in die Schäferstadt.

 

Horloffaue und Unterer Knappensee

Hungen, 17.04.2016 (ej) // Gleich mehrere Führungen fanden am Sonntagmorgen vom Treffpunkt Kläranlage in Hungen-Utphe aus statt, so dass sich etliche Vogelbeobachter rund um das Naturschutzgebiet Mittlere Horloffaue tummelten. Schnell wurde abgesprochen, wer sich in welche Richtung in Bewegung setzt, damit es nicht zu voll wird. Colin und ich nahmen an der HGON-Führung teil. Wir liefen zunächst zur Beobachtungshütte am Ufer des Unteren Knappensees. Da die Sonne sich noch nicht hervorgetraut hatte, konnten wir ohne Gegenlicht zahlreiche Schwalbenarten (Mehl-, Rauch- und Uferschwalben), die dicht über dem Wasser jagten, beobachten. Im Baum machte sich ein Mäusebussardpaar an die Familiengründung. Und auf einem der Schwimmflöße konnte Colin durch das Spektiv eine ruhende Flussseeschwalbe entdecken, von denen nach Aussage des Experten nur ca. 10 Exemplare im Jahr gesichtet werden! Außerdem sahen wir Lachmöwen, Hauben- und Schwarzhalstaucher sowie Stiglitze, Vogel des Jahres 2016. In den angrenzenden Hecken sangen dazu wünderschön die Nachtigallen. Nach einer Stunde liefen wir auf dem Viehtriebweg in die Horloffaue, wo wir neben zahlreichen Höckerschwänen u. a. Rot- und Schwarzmilan, Weißstörchen, Silberreiher, Kraniche, Graureiher, Kiebitze, Grau- und Nilgänse sowie Kampfläufer, Löffel- und Schnatterenten und Blaukehlchen sahen. Doch nicht nur für die Vögel ist hier ein wichtiger Lebensraum entstanden, auch seltene Amphibien wie die Wechselkröte oder der Laubfrosch sind hier zu finden.

Biber der Baumeister

Hungen, 17.04.2016 (hw) // Europaweit im 19. Jahrhundert vom Aussterben bedroht, ist der Biber wieder auf dem Vormarsch. Heute ist der streng geschützte Pflanzenfresser wieder eine vertraute Erscheinung in unserer Heimat, z. B. an Horloff und Wetter. Oft erkennen wir seine Anwesenheit aber nur an gefällten Bäumen, was man sich derzeit ganz gut an der Wetter anschauen kann.
Gerhard Schäfer (Fotograf und aktiver Naturschützer) konnte nach vielen Wochen drei Biber fotgrafieren. Wie er seinen lebensraum verändern kann zeigen einige Bilder.
Die HGON bedankt sich herzlich für die unentgeltlich zur Verfügung gestellten Fotos.
Weitere Informationen zum Biber finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf der HGON Haupt-Hompage  unter Artenschutz (Projekte und Beispiele).

 

Ein Sonntag in der Horloffaue -Zwergsäger, Lappentaucher und 1000 Kiebitze

Hungen, 13.03.2016, (et) // Zu einer vogelkundlichen Exkursion unter dem Thema "Letzte Wintergäste, erste Durchzügler und Rückkehrer", hatte die HGON am Sonntag in die Horloffaue bei Hungen-Utphe eingeladen. Über 30 Teilnehmer konnte Erhard Thörner vom geschäftsführenden Vorstand der HGON begrüßen. Unter der schakundigen Führung des bekannten Feldornithologen Horst Scherer (HGON) besuchten die Teilnehmer die Horloffaue zwischen Utphe und Unter-Widdersheim und den "Oberen Knappensee". Hier konnten vier der insgesamt fünf in Europa vorkommenden Lappentaucherarten beobachtet werden, nämlich Hauben-, Zwerg-, Schwarzhals- und Ohrentaucher. Letzter ist ein nicht alltäglicher Wintergast aus Skandinavien, der gleich auch noch mit sieben Exemplaren vertreten war. Die 18 Zwergsägeer, die an anderer Stelle gesichtet wurden, kamen sogar aus der Taiga Nordeurasiens. Die zahlreichen Kraniche, die bis vor kurzem im Gebiet verweilten, hatten ihr Rastgebiet allerdings schon wieder in nordöstlicher Richtung verlassen. Auch die nordischen gänsearten, Bless- und Satgans, waren wieder in ihre nordischen Brutgebiete aufgebrochen und die hier heimischen Graugänse hatten sich auf diversen Brutgewässer in der Umgebung verteilt. Rund 1000 Kiebitze und zahlreiche Goldregenpfeifer hatten sich zur Zwischenrast im weitläufigen Auenbereich niedergelassen. Sie boten den Exkursionsteilnehmern einen Anblick, der angesichts der stark rückläufigen Bestandszahlen bereits Seltenheitswert besitzt. An ersten Rückkehrern konnten unter anderem Blaukehlchen, Großer Brachvogel und Rohrweihe festgestellt werden.Zum Abschlussgab es viel Lob und Anerkennung für die HGON, die dieses Naturkleinod über einen langen Zeitraum miterschaffen hat und es seit Jahrzehneten betreut.


Vogelfreunde unterwegs

Exkursionsteilnehmer bei der Teepause

Hungen, 21.02.2016 (vs) // Zu einer ornithologischen Exkursion unter Leitung der Dipl. Biologin Vera Scherfer hatte die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), Arbeitskreis Gießen, in die Horloffaue eingeladen. Trotz anhaltenden Nieselregens konnten die Teilnehmer über 40 Vogelarten beobachten. Unter ihnen waren auch Wintergäste aus Nordrußland und Sibirien, wie Bläss- und Tundrasaatgänse und ein Singschwan,ebenso Gäste aus Nord- und Osteuropa wie die Pfeif-, Löffel-, Spieß-, Schnatter- und Tafelenten. Aber auch erste Rückkehrer aus südlichen Gefilden wie ein Rotmilan waren zu sehen. Vom nahenden Frühling kündeten Storchenbrutpaare, die auf verschiedenen Storchennestern bereits zaghaft klapperten.
Frau Scherfer berichtete unter anderem, dass dieses naturschutzfachlich hochwertige Auengebiet keine naturgegebene Selbstverständlichkeit ist. Es stellt das Ergebnis einer jahrzehntelangen, bis auf den heutigen Tag währenden kontinuierlich geleisteten Naturschutzarbeit der HGON. Dies gelte auch für die Restlochseen des ehemaligen Braunkohletagebaus, soweit sie Naturschutzzwecken dienen. Dieses Schutzgebiet, so Scherfer, weise vielfach Pioniercharakter auf Landes- und Bundesebene auf. Es sei zentraler Bestandteil des Naturschutzgroßprojektes gewesen, mit dem die HGON-Vorstandsmitglied Erhard Thörner erstmals in der BRD den Europäischen Umweltpreis gewann.
In vier Wochen wird Horst Scherer von der HGON an gleicher Stelle eine Exkursion zu den Frühlingsgästen in der Aue und den Knappensee führen.


Ohrentaucher, Schellenten und Zwergsäger

 
Hungen, 24.01.2016 (vs) // Wenn man gewettet hätte, wären gute Gewinne zu erwarten gewesen. Trotz sehr widriger Wetterbedingungen trafen sich für eine ornithologische Exkursion des HGON- Arbeitskreises Gießen unter Leitung von Vera Scherfer zwölf bestens motivierte Unentwegte aller Altersklassen, um sich bei Nebel und wenigen Grad über Null die aktuelle Vogelwelt der Horloffaue und auf den Knappenseen genauer anzuschauen. Da zeigt sich wieder der alte Spruch: es gibt kein schelchtes Wetter, nur passende Kleidung.

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Der Wind frischte auf, so dass der Nebel sich lichtete und man viele Gänse beobachten konnte, die in Scharen auf den Feldern zum Fressen waren. Es fanden sich hauptsächlich Graugänse, aber auch Tundrasaatgänse und Blässgänse als Wintergäste aus ihren nordöstlichen Brutgebieten. Als Besonderheit konnten die Teilnehmer zwei Kanadagans-Hybriden in der weit entfernt sitzenden Gänseschar ausmachen. Das war insbesondere für einige noch etwas ungeübte Beobachter erstaunlich, wie sehr doch ein Spektiv bei der Ausübung eines solchen Hobbies hilfreich ist und um wie viel besser man trotz des diesigen Wetters noch gut beobachten konnte. Mehrfach flogen Kraniche im Gebiet, die schon seit einigen Wochen in der Gegend gesehen wurden und für die der Weg in ihre sonst üblichen Winterquartiere in der spanischen Extramadura oder in Portugal vielleicht nicht nötig wird, weil der bisher zu warme Winter auch für die Vogelwelt ungewöhnliche  Bedingungen bereit hält.

Weiter ging es über die Horloffbrücke, wo die frischen Spuren von Biberfraß direkt unterhalb der Brücke auf Winteraktivitäten im Eiswasser schließen ließ. Kein Wunder, wie Frau Scherfer ausführte, waren die Biber früher doch besonders wegen ihres dichten Winterpelzes begehrt. Diese Großnager haben sich auch in der Horöoffaue angesiedelt und die Teilnehmer wurden auf kleine Biberdämme und eine große Biberburg am unteren Knappensee hingewiesen. Immer wieder flog ein Eisvogel hin und her, der sonst auch im ein Jahr alten Flachwasserbiotop neben dem Vietriebweg beobachtet werden kann.
Schließlich ging es zum Oberen Knappensee, wo einige Highlights auf die Beobachter gleich unterhalb der Aussischtsplattform warteten. Mittlerweile war die Sicht viel besser, so dass sich die schon seit Wochen im Gebiet beobachteten Ohrentaucher ebenso wie Zwergsäger, Schwarzhalstaucher und Schellenten zeigten. Am Unteren Knappensee freuten sich die Teilnehmer über einen Habicht, Zwergsäger und viele Enten sowie Haubentaucher.

Einige Teilnehmer tauschten gleich Emailadressen aus, um weitere HGON-Exkursionen und Besonderheiten im Gebiet nicht zu verpassen. Frau Scherfer wird im Sommer eine Exkursion für Familien mit Kindern anbieten, wo es extra um die Biber und deren Spuren im Bereich der Horloffaue gehen soll. Die aktuellen Termine für weitere HGON-Führungeim Bereich der Horloffaue finden Sie, liebe Naturinteressierte, auf dieser Seite.

 

 


Faszination Vogelschwarm

Hungen, 14.11.2015 (hw) // In Auen ist immer was los! Als vielfältige Mittelwelt zwischen einem Fluss und seinem Umland ist die Aue ein artenreicher Raum voll landschaftlicher Schönheit und damit Bühne für spannende Landschaftserlebnisse. Ganz nah konnten in den Abendstunden in der Horloffaue der Ornithologe , Erhard Thörner und HGON Arbeitskreisleiter Heinz Weiss, ein Balett von Starenschwärmen am Himmel beobachten. Für sie ist es immer wieder eine Freude, welche Faszination von den Vogelschwärmen ausgeht: wie sie über den Himmel eilen, sich zusammenziehen, dunkler werden zu einer beinahe schwarzen Wolke verschmelzen, sich dann wieder weiten, in unerwartete Richtungen bewegen, nach oben schießen und sich später zum Schlaf im Schilf niederlassen, nicht ohne nochmals einen Tanz vollführt zu haben. Gebannt starten die Vopgelbeobachter auf Tausende von Tieren in der Dämmerung. Ganz nach dem Vorbild der Schwarmvögel koordinieren auch die HGON Mitglieder ihre Arbeit. Früher ließen sich Schwärme ob der schieren Menge an Tieren nur schwer erforschen. Inzwischen können Vogelforscher mit jeder Menge Rechnerleistung selbst Schwärme mit mehreren tausenden Tieren genauer untersuchen. Sie verstehen nun besser, wie Schwärme funktionieren. Ihre Ergebnisse verraten nicht nur viel über Tiere, sondern auch über das Verhalten von Menschen in Gruppen und sogar Körperzellen.

 

Erfolgreicher Pflegeeinsatz

Hungen, 07.11.2015 (hw) // In den letzten 40 jahren ist es dem Arbeitskreis Gießen gelungen, ein Netz von wertvollen Naturschutzgebieten zu schaffen. Aufgrund der unterschiedlichen standörtlichen Verhältnisse und der Strukturviekfalt ist hier eine große Vielfalt an Tieren und Pflanzen anzutreffen. Durch gezielte Pflegemaßnahmen streben wir den Erhalt der biologischen Vielfalt unserer Gebiete an.

Hier leisten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer einen unschätzbaren Beitrag!

Vielleicht animieren Euch die Bilder unseres Einsatzes in der Wirtswiese, Knappensee und Luchsee, auch einmal bei einem solchen Pflegetag mitzuhelfen. Der gemühtliche Abschluss findet, wie immer, mit einem kleinen Imbiss statt. Dabei wird viel gelacht und getratscht und wir freuen uns immer wieder auf das nächste Jahr. Bist Du das nächste Mal auch dabei?


Schmetterlingsfalter im Focus

Dipl. Biologe Ernst Brockmann leitete die Exkursion

Hungen, 09.08.2015 (hw) Mehr als die Hälfte der heimischen Tagschmetterlinge sind vom Aussterben bedroht. Ein langer, heißer Sommer wie dieser bietet den "fliegenden Edelsteinen" die Chance, eine zusätzliche Generation zu entwickeln. Doch das ist nur ein Tropfen auf den sprichwörtlich heißen Stein. Denn die wahre Gefährdung liegt in der Zerstörung ihrer Lebensräume und dem Klimawandel, so Heinz Weiss, Arbeitskreisleiter der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Eine hochinteressierte Gruppe von 30 Naturfreunden folgte der Einladung. Mit dem Schmetterlingsexperten, Dipl. Biologe Ernst Brockmann, ging es zu einer zweistündigen Führung über einen reich strukturierten Magerrasen "Auf dem Leibesberg" im Süden von Nonnenroth. Der gaukelnde Flug von Tagfaltern lässt häufig keine genaue Bestimmung zu. Deshalb verteilte der Biologe Fangnetze, erklärte deren Handhabung und wie die zerbrechlichen Tiere nach dem Fang in Beobachtungsgläser zu überführen seien. Erst einmal erklärte der Exkursionsleiter die verschiedenen Tagfalterfamilien. Arten wie Ritter-, Edel- und Dickkopffalter sowie Weißling und Bläulinge galt es zu merken. Die Ausbeute der "Schmetterlingsjagd" zeigte den rückläufigen Trend der Faltervorkommen und löste unter den Schmetterlingsfreunden Betroffenheit aus. Auffällig war das Fehlen vieler ganz gewöhnlicher Arten, die durch die Trockenheit und Hitze sehr leiden. Gerade unserer häufigsten Tagfalterarten Kleiner Fuchs,Tagpfauenauge, Heckenweißling, Schachbrettfalter, Schornsteinfeger und die Dickkopffalter-Arten fehlten völlig. Außer der Zerstörung der natürlichen Lebensräume, so Ernst Brockmann, drohen den Schmetterlingen auch Probleme durch den Klimawandel. Unter der Hitze leiden vor allem die Arten, die auf blumenreiche Wiesen angewiesen sind. So haben sich die Teilnehmer über ein einzelnes Individium der Goldenen Acht gefreut, die vor ein paar Jahrzehnten noch zu hunderten auf den Wiesen zu sehen waren. Umgekehrt waren Kurzschwänziger Bläuling und Kleiner Permutterfalter noch vor zwanzig Jahren hessenweit ausgestorben und der Mauerfuchs kaum zu finden. Heute sind die Arten wieder vermehrt zu finden. So war an diesem Vormittag in Nonnenroth deutlich spürbar, dass unser Klima sich verändert und die Natur die Konsequenzen bereits zu spüren bekommt. Viele gerade der Arten, deren Anwesenheit für uns selbstverständlich ist, sin stark rückläufig und werden vielleicht bald nur noch in den Höhenlagen von Vogelsberg und Rhön zu finden sein. Andere Arten breiten sich aus oder kommen aus dem Mittelmeer-Raum zu uns. Die Welt ist im Wandel, aich in Nonnenroth.

Neue Streuobstwiesen-Gruppe gegründet!

In Pohlheim (Landkreis Gießen) wird derzeit in Zusammenarbeit mit dem Umweltbeauftragten der Stadtverwaltung eine Streuobstwiesen-Jugendgruppe gegründet, um einen Teil der städtischen Streuobstwiesen zu erhalten, nachhaltig zu nutzen und besser kennen zu lernen. Die Streuobstwiesen enthalten eine Mischung aus alten und neu angepflanzten Obstbäumen, und bieten vielen Insekten und Vögeln Unterschlupf und Nahrung. Wenn Du in Pohlheim oder Umgebung wohnst, und gern bei uns mitmachen möchtest, dann melde Dich unter: Streuobstwiesen-Pohlheim@gmx.de


Schmetterlings-Exkursion am Sonntag, 9. August in Hungen-Nonnenroth

Eine“ schmetterlingskundliche“ Führung bietet die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), Arbeitskreis Gießen, am Sonntag, 9. August an.
Start ist um 10:00 Uhr, Licher Straße 13 (bei Heinz Weiss) in Hungen-Nonnenroth.

Der bekannte Schmetterlingsexperte, Ernst Brockmann, wird auf den Magerwiesen nicht nur die verschiedenen Falterarten bestimmen, sondern auch die Ansprüche der Insekten aufzeigen. „Vorkenntnisse sind für die Teilnahme an der Exkursion nicht notwendig“.

Von Klein bis Groß sind alle willkommen, die dem Schmetterlingszauber nicht widerstehen können. Die Führung dauert zwei Stunden. Bei Regen fällt die Veranstaltung aus. Informationen unter Tel. 06404-2408 oder www.hgon-giessen.de


Bergvogelexkursion in der Schweiz

Riederalp/Hungen, 24.06.2015 (hw) // Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) brachte einen Koffer voller toller Erinnerungen an die schönen Tage im Aletschgebiet mit nach Hause. Eingeladen hatten der Schweizer Vogelschutz und Birdlife Schweiz zur 75. Bergvogelexkursion auf der Riederalp.



Die 130 TeilnehmerInnen, die aus der gesamten Schweiz und aus dem Kreis Gießen angereist waren, wurden von einer fantastischen Naturlandschaft empfangen. Die Fahrt mit der Seilbahn dauerte zehn Minuten und brachte die Besucher von der Talstation Mörel-Filet auf die auf 1925 bis 2222 Meter liegende, autofreie Hochebene am Großen Aletschgletscher. Dort oben gab es eine atemberaubende Sicht auf die schönsten Viertausender der Schweiz.


Im Vordergrund das Pro Natura Zentrum in der Villa Cassel und im Hintergrund das Matterhorn.

Gegen Süden steht majestätisch das Matterhorn, eingebettet zwischen Weisshorn und der Mischabelgruppe, im Norden der einzigartige Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau. An den vier Exkursionstagen standen Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden auf dem Programm. Je nach Kenntnissen und Interessen galt die Aufmerksamkeit nicht nur den Vögeln, sondern auch den Pflanzen und anderen Artengruppen.


Blick auf den Aletschgletscher

Vor der beeindruckenden Kulisse des 23 Kilometer langen Aletschgletschers, er ist der längste Eisstrom der Alpen und Herz des UNESCO Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch, erkundete die Gruppe den urigen Aletschwald. Der gletschernahe Bereich wird von einer offenen, sich entwickelnden Pionier Vegetation eingenommen. Im oberen Bereich dominiert dagegen ein Altbestand aus Arven und Lärchen mit einem dichten Unterwuchs aus Wollgras, sowie Zwergsträuchern. 1933 wurde er unter absoluten Schutz gestellt. Seither besuchen jährlich bis zu 70 Tausend Personen das rund 410 Hektar große Naturreservat. Neben den verschieden Säugetieren wurden hier mehr als 60 Vogelarten nachgewiesen.


Birkhahn

Im Aletschgebiet trifft man das Birkhuhn heute noch recht häufig an und die Teilnehmer hatten großes Glück, sechs Hähne aus nächster Nähe und über Stunden beobachten zu können. Zu den Highlights zählten auch das Alpenschneehuhn, Steinadler und Gänsegeier. Vom Ausgangspunkt auf der Riederalp konnten die Naturfreunde quasi vor der Haustüre speziellere Arten, wie den Steinrötel, Zitronengirlitz und Zippammer beobachten.

Hier finden Sie einen Bericht dazu aus dem Gießener Anzeiger


Blaukehlchen und Co.

Exkursion: Mittlere Horloffaue  
Treffpunkt: Kläranlage Hungen-Utphe  
Sonntag: 12. April 2015 10:00 – 12:00 Uhr  
Exkursionsl.: Horst Scherer  
Teilnehmer: 27 Personen  
Artenliste: Horst Scherer  
   
   
   
Artenliste  
   
Amsel Krickente
Bachstelze Löffelente
Bergpieper Mäusebussard
Beutelmeise Mönchsgrasmücke
Blaukehlchen Nilgans
Blaumeise Rabenkrähe
Bluthänfling Regenbrachvogel
Buchfink Ringeltaube
Bundspecht Rohrammer
Dohle Rostgans
Eichelhäher Rotkehlchen
Eisvogel Rotmilan
Elster Schafstelze
Feldlerche Schnatterente
Feldsperling Schwarzkehlchen
Gartenbaumläufer Star
Gebirgsstelze Stieglitz
Girlitz Stockente
Goldammer Storch
Graugans Turmfalke
Graureiher Wacholderdrossel
Großer Brachvogel Waldwasserläufer
Grünling Weißstorch
Hausrotschwanz Wiesenpieper
Heckenbraunelle Wiesenschafstelze
Höckerschwan Zaunkönig
Hohltaube Zilpzalp
Kibietz  
Knäkente  
Kormoran  
   
Total 58

Die Vogelwelt der Auen bestaunt

Hungen, 29.03.2015 (hw) // Um die Vogelwelt der Auen zu erkunden, machten sich 38 Teilnehmer unter der Leitung von Horst Scherer auf den Weg in die Horloffaue. Eingeladen hatte die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) Arbeitskreis Gießen.
Treff- und Ausgangspunkt war die Kläranlage in Hungen-Utphe. Von hier aus war Meister Adebar nicht zu übersehen – der nicht weit entfernt seinen Horst besetzt hat.
Mit lautem Schnabelklappern begrüßte er seine Partnerin. Dieses Klappern ist weit herum zu hören und beeindruckte die Naturfreunde sehr. Der Exkursionsleiter wies darauf hin, dass auch andere Vögel mit ihrem Schnabel unterschiedlich laute Töne erzeugen können. Die kühlen Temperaturen hatten sich über die Auenlandschaft gelegt, dennoch gab es eine Vielzahl an Arten zu sehen. Vom asphaltierten „Viehtriebweg“ aus konnte man bequem und ohne zu stören in die Aue blicken. Wie es der Zufall wollte, konnte man sogar seltene Gäste, die Uferschnepfe, beobachten. Sie hatte in den letzten Jahren hier ihr Brutgebiet und gilt in Hessen als ausgestorben. 19 Kampfläufer suchten in dem kurzrasigen Feuchtgrünland nach Nahrung. Ein Schwarm von 220 Kiebitzen überflog die Aue. Direkt über den Köpfen der Gruppe kreiste der Rotmilan und wollte damit auf sich aufmerksam machen, dass er auch wieder aus dem Winterquartier zurück ist. Nur wenige Meter entfernt konnten die prächtig gefärbten Knäck-, Krick-, Spieß- und Schnatterenten bestaunt werden. Drei Bekassinen und einige Goldregenpfeifer waren auf den Schlammbänken zu finden.
Ein Trupp von 50 Kranichen zog nach Norden in ihr Brutgebiet. Sie machten in der Aue Zwischenstopp und wurden von Spaziergängern mit freilaufenden Hunden aufgescheucht. Eine beachtliche Anzahl von Wasservögeln erwarteten die Vogelfreunde am „Unteren Knappensee“.
Schnatterenten weit hinten auf dem See. Eine große Anzahl von Blesshühnern, ließ die dazwischen schwimmenden Spießenten bei oberflächlicher Betrachtung im Unauffälligen verschwinden. Herrlich bunte Krickenten im Prachtkleid schwammen an Rost- und Blässgans vorbei. Diese wiederum rasteten zusammen mit Graugänsen und Kormoranen auf aus dem Wasser ragenden Ästen. Weit draußen auf dem See waren Schellenten auf unermüdlichen Tauchgang. Sie unterscheidet sich in vielen Merkmalen von anderen Tauchenten. Etwa 60% des Tages verbringt sie unter Wasser – unermüdlich auf der Suche nach Nahrung. Mitte März sind die meisten Vögel bereits wieder auf dem Zug in ihre Brutgebiete in der Taiga. Für die Teilnehmer war es ein sehr lohnenswerter Vormittag.
 
 



Silberreiher ist zum Hingucker geworden

Unter dem Motto „Letzte Wintergäste, erste Durchzügler“ veranstaltete der Arbeitskreis Gießen der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) eine vogelkundliche Wanderung in die Wetteraue bei Lich.
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Rundschreiben des Arbeitskreises Januar 2015

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Seit einem halben Jahrhundert Volkszählung bei den Wasservögeln

v.l.n.r. : Horst Scherer, Dr. Hubertus Hipke, Erhard Thörner, Heinz Weiss, Jens Wörner, Reiner Holler, Adolf Maruschka

Hungen, 15.02.2015 (et) // Seit 50 Jahren werden in der nördlichen Wetterau und im südöstlichen Kreis Gießen vom Spätsommer bis Ende Frühjahr die durchziehenden, rastenden und überwinternden Gänse, Schwäne, Enten, Bleßrallen, Reiher, Kraniche, Hauben- u. Zwergtaucher usw. nach Alter und Geschlecht getrennt gezählt. Die Zählung ist Teil der ersten großflächigen Bestandserfassung dieser Vogelarten weltweit. Sie erfolgt nach gleichen, standardisierten Kriterien über 3 Kontinente, von Island im Norden bis Marokko im Süden und vom Atlantik im Westen bis nach Pakistan und Indien im Osten. Erfasst wird mit dieser Methode der gesamte Lebensraum der Vögel während eines Jahres. Es beginnt bereits in ihren oftmals in Nordeuropa und Sibirien liegenden Brutgebieten, so dann auf den Zugwegen, auf den mehr oder weniger lange aufgesuchten Zwischenrastplätzen und schließlich in den Überwinterungsgebieten.

Durchgeführt wird diese Bestandserfassung im heimischen Raum seit über 40 Jahren ehrenamtlich durch die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Initiator im heimischen Raum und langjähriger Koordinator war Erhard Thörner (Lich), der auch nach wie vor aktiv bei den Erfassungsarbeiten mitwirkt. Zur  Zeit führen sieben HGON-Mitglieder unter der Koordination von Horst Scherer das Erfassungsprogramm durch, wie der Sprecher des HGON-Arbeitskreises Gießen, Heinz Weiss (Hungen) mitteilt.

Die Zählergebnisse werden zunächst hessenweit von der HGON gesammelt und an die Bundeszentrale weitergeleitet. Schließlich werden die Daten aus  allen teilnehmenden Ländern in der internationalen Wasservogelzentrale in Slimbridge/England gesammelt und ausgewertet. Die Daten ermöglichen Aussagen über Bruterfolg, Verluste auf dem Hin- und Rückflug zu den Überwinterungsgebieten, während des Aufenthalts dort und auf den Zwischenrastplätzen. Sie ermöglichen auch eine gebietsweise Zuordnung. Die Daten geben auch Auskunft über Bestandsveränderungen wie Zu- und Abnahmen der verschiedenen Vogelarten und über die Auswirkungen von Veränderungen in den Lebensräumen durch menschliche Tätigkeiten oder etwa durch Klimaveränderungen. Die statistisch gesicherten Auswertungen finden auch Eingang bei politischen Entscheidungen wie etwa Schutz- und Förderprogrammen.


Die Vogelwelt der Horloffaue

Eine vogelkundliche Führung mit Horst Scherer veranstaltet die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) am Sonntag, 15. März. Los geht es um 10 Uhr an der Kläranlage in Hungen-Utphe. Der Naturraum der Horloffaue ist ein prägendes Landschaftselement und hat sich gerade auch für die Vogelwelt zu einem interessanten Lebensraum entwickelt. Auf der Wanderung können Sie mit uns beobachten und Wissenswertes erfahren oder einfach nur über ihre Vielfalt staunen.


Bergvogel-Exkursion im schönen Simmental

Foto: SVS/Birdlife Schweiz
Rostblättrige Alpenrose Foto: hw
Lenk hat einer der schönsten Talabschlüsse im Berner Oberland. Foto: hw
10 Exkursionsleiter führten die Gruppen

Hungen/Lenk, 3.7.2014, (hw) // Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), Arbeitskreis Gießen, nahm an der 74. Bergvogelexkursion, 28.6. – 1.7.2014, teil. Ausrichter der Veranstaltung war der Schweizer Vogelschutz und BirdLife Schweiz. (SVS/BirdLife Schweiz) Ausgangspunkt für die Exkursionen war das Städtchen Lenk.

Hier trafen sich 130 Ornithologen und Naturinteressierte, davon 50 % Frauen, um die Berg- und Vogelwelt, die Moorlandschaften und die blumenreichen Alpweiden kennenzulernen. Die Bergvogelexkursionen bestanden aus je zwei Halb- und Ganztagesexkursionen. Es wurden verschiedene, leichte bis schwerere, Touren angeboten. So fanden alle eine passende Exkursion.

Die nächsten SVS-Bergvogelexkursionen finden vom 20. bis 23. Juni 2015 auf der Riederalp im Aletschgebiet statt.


Ohne Raupen keine Schmetterlinge

Lich, 22.06.2014, (hw) // Wer kennt nicht die Geschichte von der kleinen Raupe Nimmersatt?  Es ist eines der schönsten und besten Kinderbücher. Ein Kultklassiker, der seit zig Jahren weltweit viele Kinder und Erwachsene begeistert.  Sein Schöpfer, Eric Carle, wurde übrigens vor wenigen Tagen 85 Jahre alt. Der Autor beschreibt in seinem Buch die Entwicklung eines Schmetterlings, wie aus einer hässlichen Raupe ein wunderschöner Schmetterling werden kann. Dass sie sich vielerorts so rar gemacht haben, dürfen wir uns selbst zuschreiben, so der Schmetterlingsexperte, Ernst Brockmann. In den meisten Fällen haben wir Menschen ihren Lebensraum zerstört. Um Schmetterlinge besser schützen zu können, muss man Genaueres über sie wissen. Weil es dazu viele Menschen braucht, organisierte die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, (HGON), Arbeitskreis Gießen, eine Schmetterlings-Exkursion. Der Arbeitskreisleiter, Heinz Weiss, konnte 23 Naturinteressierte begrüßen. Wie schon bei früheren Exkursionen übernahm der Biologe Brockmann dankenswerterweise die Führung. Treffpunkt war die Wetteraue bei Lich-Niederbessingen. Ziel der Veranstaltung: Neuigkeiten und Wissenswertes zu den verschiedenen Schmetterlingsthemen und damit die Bevölkerung zu ermuntern, bei Schmetterlingszählaktionen zum Beispiel „Tagfalter-Monitoring Deutschland“, mitzumachen. Laut Brockmann, hat das  Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) die bundesweite Koordination übernommen. www.tagfalter-monitoring.de
Gerade die Falter eigenen sich besonders gut dafür, so der Biologe, da sie sehr attraktiv und leicht zu erfassen sind. Viele Arten stellen sehr spezifische Ansprüche an Lebensraum und Klima, die aber in vielen Fällen zu wenig erforscht sind. Tagfalter reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen ihrer Umwelt und spiegeln damit sehr gut den Zustand unserer Landschaft und Lebensräume wider. Nach einer Einführung über die richtige Fangtechnik durften die Teilnehmer mit dem Schmetterlingsnetz ihr Glück versuchen. Nach dem Bestimmen, z.B. Schachbrettfalter Schornsteinfeger, Ochsenauge u.v.a.,  wurden die Falter wieder frei gelassen. Die Teilnehmer zeigten sich begeistert und hoffen auf eine baldige Wiederholung dieser Exkursion.

HGON, Heinz Weiss, Licher Straße 13, 35410 Hungen
Hungen, 26.06.2014


Auf Tuchfühlung mit Spinnen

Lich, 5. Mai 2013 // Die Spinnen-Expertin Sabine Pfaff: „Spinnen sind eine so vielseitige und spannende Tiergruppe.
Die australische Lasso-Spinne, zum Beispiel , wirft einen Spinnenfaden mit einem klebrigen Tropfen nach ihrer Beute, die einheimische Speispinne „speit“ ihre Spinnfäden über die Beute und die Kreuzspinnen bauen ein kunstvolles Radnetz zum Fliegenfang. Springspinnen erjagen dagegen ihre Beute als Leoparden der Spinnenwelt mit einem weiten Sprung aus dem Hinterhalt“.
Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) hatte kürzlich nach Lich-Bettenhausen zu einer Exkursion eingeladen. An diesem Vormittag drehte sich alles um Spinnen.
Weltweit gibt es, lt. Biologin Pfaff,  etwa 30.000 bekannte Spinnenarten, von denen ca. 800 Arten in Deutschland leben. Unsere „Achtbeiner“ sind oft prächtig gemustert oder faszinieren durch ihr Verhalten. Die Spinnentiere betreiben sogar Brutpflege, was sie zu den höher entwickelten Wirbellosen auszeichnet. Die verwendete Spinnenseide ist ein Wunderwerk der Natur, das der Mensch gerne nutzen würde. Wenn Spinnen, so die Biologin,  z. B. so groß wie Menschen wären, dann könnte der von ihnen produzierte Spinnenfaden einen Hubschrauber am Weiterflug hindern. Anfangs noch mit respektvollem  Abstand, arbeitete sich die Gruppe im Laufe der Exkursion zu regelrechten Spinnenexperten heran.
Auf der Bettenhausener Kuppe wurden Spinnen auf dem Boden, zwischen Kräutern, in bunten Wiesen und in Hecken gesucht, vorsichtig eingefangen, beobachtet und dann bestimmt. An diesem Morgen konnten 15 Arten, u. a. Spring-, Wolfs-, Kugel-, Krabben und Spaltenkreuzspinne notiert werden. Anschließend wurden sie natürlich wieder in die Freiheit entlassen.
Die Spinnenexpertin machte darauf aufmerksam, dass man sich nicht vor den bei uns im Haus lebenden Zitter- und Hausspinnen fürchten muss. Im Gegenteil, jede Spinne fängt im Laufe ihres kurzen Lebens bis zu 100 lästige Mücken und Fliegen und dient somit als Kammerjäger in unseren Wohnungen. Alte Spinnweben der Zitterspinnen kann man jedoch getrost entfernen, wenn sich keine lebenden Exemplare  mehr darin befinden. Während man sich bei uns vor Spinnen eher ekelt, sie sogar tötet und ihre Netze im Haus zerstört, gelten sie in anderen Ländern als heilig.
 Für den Naturhaushalt erfüllen die Spinnen als Insektenvertilger eine überaus wichtige öklogische Aufgabe. Die Spinnen selbst sind wieder Nahrung für Vögel, Blindschleichen, Kröten, Schlupfwespen, Eidechsen, Spitzmäuse. Sie stellen damit ein wichtiges Glied in der Nahrungskette dar. Leider sind derzeit schon über 20 % der heimischen Spinnen durch die Veränderung ihrer Lebensräume gefährdet. Darum appelliert die Biologin Pfaff an alle Mitbürger: Gestalten wir unsere Gärten und Grünanlagen möglichst naturnah. Kein Gift und Insektizide  verwenden.  Pflanzen wir heimische Kräuter und Wildsträucher, da sie einer Vielzahl von Lebewesen Unterschlupf und Nahrung geben.


Bekassine - Vogel des Jahres 2013

Hungen. Am Sonntagabend um 18 Uhr mit Horst Scherer Vögel zu beobachten, da sind Überraschungen garantiert. Eine hoch interessierte Gruppe von 32 Vogelfreunden folgte  der Einladung des Arbeitskreises Gießen der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON).
Treff- und Ausgangspunkt war die Kläranlage in Hungen-Utphe. Die Teilnehmer kamen  mit großen Erwartungen in die Horloffaue bei Utphe, denn alle wollten die seltene Bekassine, Vogel des Jahres 2013,  sehen. Gleich beim Start überraschte ein jagender Fischadler nicht weit entfernt  die Hobby-Ornithologen. „Da fliegt ein zweiter Fischadler!“, rief auf einmal Scherer und alle waren begeistert. Als ob er es gewusst hat, postierte er sich auf einem Baum und alle Spektive waren auf ihn gerichtet.  In den flach überstauten Wiesen stocherten Grün- und Rotschenkel, sowie Kampfläufer nach Nahrung. Die seltene Rostgans wollte auf sich aufmerksam machen und überflog im Tiefflug die Gruppe. Und immer wieder die Frage aus der Gruppe: wo sind die Bekassinen?
Der Exkursionsleiter dämpfte ein wenig die Stimmung, denn durch ihre heimliche Lebensweise und die gute Tarnung ihres Gefieders, ist die Bekassine (Gallinago gallinago) nur schwer zu entdecken. Allerdings heute, bei diesem herrlichen Frühlingswetter, so Scherer,  werden wir bestimmt die Männchen mit etwas Glück bei ihren beeindruckenden Balzflügen beobachten und sogar hören können.  Und endlich macht sie mit dem bekannten „Meckerflug“ auf sich aufmerksam. Das Männchen steigt im scharfen Zick-Zack-Flug in die Höhe. Dann kippt es jäh zur Seite ab und stürzt im etwa 50 Grad Winkel schräg nach unten. Die bei diesem Sturzflug abgespreizten äußersten Schwanzfedern geraten durch den Luftstrom in Schwingung, was das wummernde Geräusch verursacht. Dieses dumpfe Wummern, ähnlich dem entfernten Meckern einer Ziege, das durch die Dämmerung hallt, gehörte zu den eindrucksvollsten Erlebnissen des abendlichen Spazierganges. Doch während man unsere „Himmelsziege“ früher vielerorts meckern hören konnte, kommt man heute nur noch selten in den Genuss dieses Schauspiels. Grund ist der zunehmende Verlust ihres Lebensraumes und alljährlich werden in den Ländern der EU über 500.000 Bekassinen erlegt. Die Jagd auf eine so hoch bedrohte Art muss in gesamt Europa dringend ein Ende haben. Ohne den großen Einsatz von Naturschutzvisionären, wie Erhard Thörner, wäre die „Mittlere Horloffaue“ heute kein Hotspot der Artenvielfalt.
Deswegen setzt sich auch heute noch die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und Gebietskörperschaften, für einen wirksamen Schutz der Aue ein.


Bergvogelexkursion 2012 - HGON, AK Gießen mit dabei

Der HGON Arbeitskreis Gießen organisierte eine Reise zur 72. Bergvogelexkursion, vom 16. – 19. Juni 2012, nach Grindelwald.  Mit dabei waren einige Mitglieder der NABU Gruppen Dorf-Güll, Holzheim und Nonnenroth.
Ausrichter der Exkursion war der Schweizer Vogelschutz SVS und BirdLife Schweiz.
Für die Teilnehmer aus dem Kreis Gießen waren das vier tolle Tage.
Bilderbuchwetter, eine beeindruckende Landschaft, ornithologische wie botanische Highlights und nette Naturschutzkolleginnen und Kollegen.
Zu den Höhepunkten zählten ein z. B. Gänsegeier, jagende Steinadler, Schneesperling, Bergpieper und Zitronengirlitz.
Sehr schöne Aufnahmen von den Exkursionen finden Sie unter www.kommart.com

2013 sind wir wieder mit dabei!

AK Leiter Heinz Weiss



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