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Arbeitskreis Gießen

Frühlingsspektakel in der Aue!

Jedes Jahr legen Zugvögel tausende von Kilometer zurück, um von ihrem Überwinterungsgebiet in die europäischen Brutgebiete zu gelangen. Dabei kommt auch ein Teil in das europäische Schutzgebiet der Horloffniederung.
Unter dem Motto „letzte Wintergäste, erste Durchzügler“ veranstaltete am Wochenende der Arbeitskreis Gießen der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e. V. (HGON) eine Exkursion in die Horloffaue bei Hungen-Utphe. An der Veranstaltung nahmen zahlreiche Besucher aus nah und fern teil. Eingeladen hatte der Arbeitskreisleiter, Heinz Weiss. Die fachliche Führung lag in den bewährten Händen des HGON Experten und langjährigen Kenners der Region, Horst Scherer.
In den flach überstauten Wiesen fanden große Scharen von Wasser- und Watvögeln Nahrungs- und Ruheplätze. Gut zu beobachten waren Löffel-, Spieß-, Knäk- Krick- und Pfeifente.
Mit großer Begeisterung verfolgte man die Landung von großen Trupps von Kiebitzen (2000).
Dazwischen ungewöhnlich viele Goldregenpfeiffer.  Mit Spannung verfolgte man die Horstkämpfe von 5 Störchen. In den Feuchtwiesen konnten Saat- und Blässgänse bestimmt werden. Hier fressen sie sich ihren Fettvorrat für den baldigen Heimflug in das Brutgebiet nach Sibirien an. Trupps von Kleinvogelarten wie Zilpzalp, Hausrotschwänze, Bachstelzen, Rohrammern und Wiesenpiepern landeten zwischen Graugänsen. Weitere Raritäten des Tages waren der Große Brachvogel, Bekassine, Brandgans, Kranich, Kornweihe, Große Rohrdommel, Lachmöwen, Eisvogel, Kampfläufer, Blaukehlchen und Wanderfalke. Und endlich die erste Rauchschwalbe am Himmel. Schwalben sind beliebt und gelten vielerorts als Glücksbringer.
Die Horloffaue ist heute ein Hotspot der Artenvielfalt.
Mit ihren Veranstaltungen will die HGON der Bevölkerung das Beobachten in der Natur näher bringen und einen Beitrag zum besseren Verständnis des Vogelzuges leisten. Mehr als 40 Prozent der Vogelarten, die zwischen Europa und Afrika ziehen, sind in den letzten Jahrzehnten in ihren Beständen zurückgegangen. Hauptursache des Rückgangs ist die Zerstörung ihres Lebensraumes im Brutgebiet, wie im Überwinterungsgebiet. Neben dem Gewinn an Daten zum Vogelzug spielt auch die Sensibilisierung für die Probleme der Vögel eine wichtige Rolle.



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