Unsere Arbeitskreise

Arbeitskreis Gießen

Das Wechselspiel zwischen Pflanzen und ihren Bestäubern findet nur mehr auf sehr begrenzten Flächen statt. Und wir wissen nicht, ob dies für das weitere Überleben vieler Pflanzen und Tierarten ausreicht.

Exkursionen und Veranstaltungrn 2017

Exkursionen 2017

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder,

auch im neuen Jahr bietet die HGON wieder einige Mitmach-Aktionen an.
Auch Ihre Freunde und Verwandten sind zu unseren Treffen herzlich willkommen!

E-Mail-Adressen

Wir möchten Sie auch kurzfristig über unsere Aktionen und aktuelle Themen informieren können. Bitte schicken Sie uns eine kurze Mal, wenn wir Sie in unseren Verteiler aufnehmen dürfen. Wenden Sie sich bitte an Heinz Weiss unter www.weiss.heinz(at)web.de

Ihr
HGON Team

 

Funkkolleg 2017/2018: Biologie & Ethik
Sendestart 28. Oktober 2017 in hr - iNFO
funkkolleg-biologie.de

 

28.10.2017, 10:00 - 16:00 Uhr, Seminar "Biberbetreuung in Hessen", Steinwg 7
in 36119 Neuhof

 

Biotoppflegetermine - Oktober/November 2017

Samstag, 04. November 2017 um 08:30 Uhr, TP: Licher Straße 13 in Hungen-Nonnenroth.

Samstag, 21. Oktober 2017 um 8:30 Uhr, TP: zw. Lich & Niederbessingen, direkt an der Wirtswiese (asphaltierter Fahrweg)

Samstag, 14. Oktober 2017 um 8:30 Uhr,  Hungen-Utphe, Weedstraße, TP: Parkplatz an der Beobachtungshütte am Knappensee.

Dauer: Solange Sie Lust und Zeit haben. Bitte festes Schuhwerk und Arbeitshandschuhe mitbringen.

Ein Teil der nötigen Arbeitsgeräte stellen, wie immer , wir. (Natürlich können Sie auch ihr eigenes Werkzeug (Astschere, Gabel, Spaten usw. ) mitbringen. Für Brotzeit und Getränke ist gesorgt. Wenn Sie uns tatkräftig unterstützen möchten, dann melden Sie sich bitte bei mir (Heinz Weiss) an, damit meine Kollegen planen können. Information und Anmeldung: Tel. 0 64 02-24 08, per Mail: weiss.heinz(at)web.de oder Tel. 01 51-22 86 07 85

 

Nicht vergessen! Herbsttagung am 07. und 08. Oktober 2017 im Umweltbildungszentrum "Schatzinsel Kühkopf", Hofgut Guntershausen, Außerhalb 27, 64589 Stockstadt am Rhein

 

Sonntag, 18.06.2017, 10:00 bis 12:00 Uhr, "Schmetterlings-Exkursion" mit Ernst Brockmann, Lich-Langsdorf, Treffpunkt: Wir treffen uns am Waldanfang, der direkt rechte Hand an der Landstraße von Langsdorf nach Niederbessingen/Nonnenroth liegt. Hier biegen wir rechts ab auf den befestigten Waldweg um zu parken.

 

Sonntag, 18.06.2017, 18:00-20:00 Uhr, "Abendliche Vogelexkursion in der Mittleren Horloffaue",
Hungen-Utphe, Weedstraße,TP: Parkplatz an der Beobachtungshütte am Knappensee,
H. Scherer

Sonntag, 30.04.2017, 09:00 - 12:00 Uhr, Biodiversität erlebbar machen - "Die Vogelwelt der Wetteraue".

Lich, TP: direkt an der Kreisstraße gelegener Parkplatz zwischen
Lich und Niederbessingen, H. Scherer

 

Gründonnerstag, 13. April, 20:00 - 22:00 Uhr, "Zu den Käuzchen in Langsdorf"
Lich-Langsdorf, Ortsausgang Nonnenröther Weg, in Langsdorf von der Ortsmitte (ehemals Dorflinde) der Straße Richtung Niederbessingen folgen, ab Bahnübergang dann jedoch gerade aus.
Bei dieser Abendwanderung wollen wir den Balzrufen des Steinkauzes lauschen. Reiner Holler, Eulenexperte, wird uns im Streuobstgürtel von Lich-Langsdorf durch das Revier dieser kleinen Eule führen.
Bei windigem und regnerischem Wetter findet die Exkursion nicht statt.
Eine Gemeinschaftsveranstaltung von HGON, AK GI und den Naturschutzgruppen Langsdorf, Birklar und Pohlheim Süd.

Sonntag, 12.03.2017, 10:00 - 12:00 Uhr, " Letzte Wintergäste - Erste Durchzügler",
Hungen-Utphe, Weedstraße TP: Kläranlage, H. Scherer

 HGON Frühjahrstagung  am 4. und 5. März 2017 in Herborn

 

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 

 

 

Fahrt zur HGON Herbsttagung

Hier steht man bereits im Alten Flussbett des Rheines. Bis zur Begradigung des Rheines (1828/29) hatte der damalige Stockstadt/Erfelder Rhein eine Breite von 200 bis 400 Meter.

Stockstadt/Rhein, 07./08.10.2017 (hw) // Mitglieder des Arbeitskreises Gießen folgten der Einladung des Landesverbandes zur Tagung nach Stockstadt. Hier traf man sich im Umweltbildungszentrum "Schatzinsel Kühkopf" im Hofgut Gundershausen, das in Hessens größtem Naturschutzgebiet, Kühkopf-Knoblochsaue", auf der Rheininsel liegt. Zwei Exkursionen führten am Samstag durch die urwüchsige Flusslandschaft. Das Naturschutzgebiet ist Bestandteil des "EU-Schutzgebietsnetzes Natura 2000". Es bildet den größten zusammenhängenden naturnahen Auenkomplex am gesamten Oberrhein. Heute sind nur noch ein Prozent der ehemaligen Auen am Oberrhein als naturnah eingestuft. Auf 64 km Wanderwegen kann das Naturschutzgebiet erwandert oder mit dem Fahrrad "erfahren" werden.
Im Umweltbildungszentrum Schatzinsel Kühkopf sind verschiedene Dauerausstellungen untergebracht, die man sich unbedingt anschauen sollte.
Im Focus des Vortragsprogrammes standen die Insekten, die derzeit einen rasanten Rückgang erleben.

 

 

Das Tagpfauenauge ein Hingucker

Tagpfauenauge auf einer Gruppe von Herbstastern

Hungen, 23.09.2017 (hw) // Das Tagpfauenauge ist einer der häufigsten und prachtvollsten heimischen Schmetterlinge. Oft findet er seinen Weg  in unsere Gärten. 
Hier ist er ein gern gesehener Gast, ist er doch wegen seiner auffälligen "Augen" ein Hingucker  für Kinder und Erwachsene. Gartenbesitzer können viel tun, um die Zahl der Arten und Individuen, die regelmäßig den Garten besuchen, rasch und auf einfache Weise zu erhöhen. Gartencenter haben ein großes Angebot an Pflanzen für die adulten Schmetterlinge im Frühjahr und im Herbst. Schmetterlinge mögen es, wenn ihre Lieblingspflanzen in großen Gruppen kultiviert werden.

 

Impressionen von der Abendexkursion am Knappensee

Tagfalter brauchen strukturreiche Lebensräume

Lich, 18.06.2017 (hw) // Die HGON, Arbeitskreis Gießen, gab mit ihrer Schmetterlings-Exkursion in Lich-Langsdorf den Naturinteressierten einen Einblick in die faszinierende Welt der Schmetterlinge. Der Biologe, Ernst Brockmann, führte die Gruppe und nutzte die Exkursion um auf die Gefährdung seltener Lebensräume und Arten hinzuweisen. Für eine artenreiche Tagfaltergemeinschaft sei es von Vorteil, auf ein Mosaik an Lebensraumausprägungen (Wiesentypen, Schnittzeitpunkte), Sukzessionsstadien und Strukturen hinzuarbeiten. Saumgesellschaften und Krautsäume, so der Biologe, sind für viele Tagfalterarten wichtige Lebensraumelemente, in denen sie sich entwickeln und überwintern können. Hier finden die Falter auch nach dem Mähen der Wiesen noch Blüten. Krautsäume sollten je nach Vegetationstyp und Zielarten alle zwei bis drei Jahre gemäht werden. Wichtig sei es,, so Brockmann, dass jedes Jahr nur ein Teil des Saumes (1/2) gemäht wird, während der andere Teil über den Winter stehen bleibt. Saumpflanzenarten blühen meist spät im Jahr, daher ist der generelle Schnittzeitpunkt im Herbst anzusetzen, z. B. ab September. Von den Exkursionsteilnehmern wurde das frühe Mulchen (März) heftig kritisiert, das sich nachteilig auf die Vegetationsvielfalt auwirkt. Vor allem lichtbedürftige Kräuter gehen unter dem Schnittgut ein, vor allem niederwüchsige Arten wie der Hufeisenklee. Am Ende der Exkursion diskutierten die Schmetterlingsfreunde noch lange über die unterschiedlichen Ansprüch der Falter.

 

 

Klatschmohn - Blume des Jahres 2017

Klatschmohn

Hungen, 16.06.2017 (hw) // Der Klatschmohn ist Schirmart für unbekanntere, stärker bedrohte Ackerwildpflanzen.Doch diese hübschen Blumen auf unseren Äckern werden immer seltener. Die Locki-Schmidt Stiftung ernannte den Klatschmohn darum stellvertretend für alle 350 Pflanzenarten, die auf bewirtschafteten Äcker wachsen, zur Pflanze des Jahres. Wenn der rote Mohn im Getreidefeld wächst, sieht die Landschaft wunderschön aus. Der Mohn blüht von Mai bis Juli und weist auf den Blüten ultraviolette Zeichnungen auf, die wir nicht sehen können - die Bienen aber schon. Im innern der Blühte findet man genau 164 schwarze Staubblätter. Diese produzieren etwa 2,5 Millionen kleine gelbe Pollenkörner! Nur die Pfingstrose hat mehr.
Bitte nicht pflücken - in der Vase macht Mohn sehr schnell schlapp.

 

 

 

Erhard Thörner feiert 80. Geburtstag

Erhard Thörner mit Ehefrau

Lich, 12.05.2017 (hw) // Erhard Thörner ist ein großer Vogelkundler und ein erfolgreicher Naturschützer. Am 12. Mai wurde er 80 Jahre alt. Wer Erhard Thörner kennt und erlebt, mag nicht glauben, dass dieser vitale, immer freundliche Mann tatsächlich schon so viele Lenze zählen kann. Er steht auch heute noch mitten in seinen Arbeiten, die sich u. a. mit Stellungnahmen, Pflegeplänen in den FFH- und Vogelschutzgebieten und der Ausweisung von Naturschutzgebieten beschäftigen.
In Lich-Langsdorf geboren, Gymnasiallehrer a. D., Studium der Zoologie, Botanik, Geographie und Chemie an der Uni Gießen; beruflich tätig am Gymnasium Alsfeld und an der Gesamtschule Hungen mit gymnasialer Oberstufe.
Vögel haben den jungen Schüler schon immer fasziniert, und ein ornithologisch versierter Biologielehrer hat Erhard Thörners vogelkundliche Interessen während seiner Gymnasialzeit gefördert.
Dieses Hinführen in die Welt der Gefiederten durch erfahrene Vogelkundler, wie
Dr. Ludwig Gebhardt, Nestor der hessischen Ornithologie, hat ihn später immer wieder motiviert, anderen die Faszination der Natur zu vermitteln.

Was zeichnet diesen liebenswerten, kenntnisreichen Mann aus?
Mit dem Engagement von Erhard Thörner konnten eine Vielzahl von wichtigen Lebensräumen im Gießener Land und im nördlichen Wetteraukreis in den letzten 50 Jahren erhalten oder neu geschaffen werden. Sie sind ein unbestechliches Zeugnis der Arbeit von Erhard Thörner, dessen unerbittliche Hartnäckigkeit so manchen Verbands- und Behördenvertreter oder Politiker überzeugt hat. Kein Wunder, dass Erhard Thörner in der Verbandsarbeit auch heute noch eine sehr wichtige Rolle spielt.

  • Faunistische Feldarbeit seit 40 Jahren, besonders auf dem Gebiet der Avi- und Amphibienfauna, immer begleitet von Arbeiten zum Biotopschutz.
  • Mitglied in der "Avifaunistischen Arbeitsgemeinschaft Hessen" und späteren HGON seit Mitte der 60. Jahre
  • Gründung der Natur- und Vogelschutzgruppe Langsdorf e. V. im Jahr 1972, Leitung dieser Gruppe 40 Jahre lang bis 2012.
  • Mitbegründung des Kreisverbandes Gieeßen des Deutschen Bundes für Vogelschutz /DBV), heute NABU, im Jahr 1973; über anderthalb Jahrzehnte dessen Vorstandsmitglied.
  • Gründung des HGON-Arbeitskreises GHießen, dessen Leitung 35 Jahre lang bis Ende 2009; gleichzeitig sechs Jahre lang Leitung des HGON-Arbeitskreises "Wetterau" bis Ende 1980.
  • Im Vorstand der HGON seit 1978, in deren geschäftsführenden Vorstand seit 1982; Vorsitzender des Naturschutzbeirates bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Gießen von 1981 bis 2012.
  • Beauftragter der Saatlichen Vogelschutzwarte Hessen usw. für den Raum Lich und für das EU-Vogelschutzgebiet "Wetterau", Nordteil.
  • Besondere Schwerpunkte seiner Arbeit.
    Initiative zur Ausweisung von 28 Naturschutzgebieten, Arbeiten zu deren Planung und Gestaltung; ehrenamtliche Betreuung eines Teils dieser Gebiete für die Regierungspräsidien Gießen und Darmstadt.
  • Durchführung von Großprojekten mit Pioniercharakter bei der Sicherung und Schaffung von Lebensräumen, vor allem bei der Rekultivierung von Braunkohlen-Abbauflächen sowie beim Auen- und Wiesenschutz in der Wetterau.
  • Vertretung der HGON als Träger öffentlicher Belange bei Eingriffen in Natur und Landschaft im Raum Lich-Hungen und Umgebung sowie in der Wetter- und Horloffniederung.

Veröffentlichungen

  • Lingemann, H.& E. Thörner (1982): Braunkohlebergbau und Naturschutz in der Wetterau (Hessen), Vogel und Umwelt.
  • Thörner (1991): Auenverbund Wetterau - Ein Naturschutzprojekt von europäischer Bedeutung. Naturkunde und Naturschutz in Meittelhessen.
  • Thörner (1998): Die Bedeutung der Restlochseen des Braunkohlebergbaus für den Vogelschutz. In Pflug, W. (Hrsg): Braunkohletagebau und Rekultivierung. Landschaftsökologie - Folgenutzung - Naturschutz. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, NewYork.

Auszeichnungen

  • 1987 Ehrenbrief des Landkreises Gießen
  • 1988 Bundesverdienstkreuz, überreicht von Volker Bouffier
  • 1988 Europäischer Umweltpreis (Ford European Conservation Avard) als Vertreter der Bundes Republik Deutschland, womit der Preis zum ersten Mal nach Deutschland ging.
  • 1989 Ehrenplakette in Silber des Hess. Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten.
  • 2009 Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, überreicht von Bundespräsident Horst Köhler auf "Schloss Bellevue".

Es gibt noch viel zu erzählen von diesem erfolgreichen Vogelkundler und Naturschützer, den bei Exkursionen im Gelände zu begleiten, immer wieder ein besonderes Erlebnis ist.
Ich wünsche uns, dass dieser hervorragende Ornithologe und Naturschützer mit seinem kritischen und wissenschaftlichen Ansatz und seiner Bereitschaft, seine Erkenntnisse in praktische Naturschutzmaßnahmen umzumünzen, der Natur, der Vogelwelt und natürlich auch uns noch lange erhalten bleibt.

Herzlichen Glückwunsch und alles Gute!                                             Heinz Weiss
                                                                                                                (HGON - AK-Leiter)

 

 

 

 

Tolle Bobachtungen

Pohlheim, 05.05.2017 (hw) // Reiner Holler hat die Mittelmeermöwen am 27.04.2017 bei der Plünderung eines Graugansgeleges im NSG Steinkaute Holzheim fotografiert. Lt. Holler kamen sie in großer Höhe von Süden angeflogen (Frankfurt?) und landeten gezielt auf dem Gelege.Sie nahmen mit dem Schnabel das Ei auf, flogen ca. 10 Meter hoch und ließen das Ei fallen. Im Sturzflug folgten sie dem Ei. Auf dem Boden zerschellt wurde der inhalt des Eies verzehrt. Danach starteten sie wieder in großer Höhe und ab ging es nach Süden. Das alles spielte sich innerhalb von fünfzehn Minuten ab. In der Steinkaute gibt es 17 Brutversuche der Graugänse.

Weitere Beobachtungen waren ein Spornpieper und ein Regenbrachvogel.

Showdown der Greife

Lich, 30.04.2017 (hw) // Die HGON, Arbeitskreis Gießen hat im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe "Schatzkammer Biodiversität" zu einer kostenlosen vogelkundlichen Wanderung in das Naturschutzgebiet (NSG) "Wirtswiese" bei Lich eingeladen, Der Exkursionsleiter, Horst Scherer, führte die Teilnehmer, die sich mit Fernglas und Spektiv auf die Suche nach bedrohten Vogelarten und der Vielfalt der gefiederten Freunde am Himmel machten. 52 Vogelarten konnten beobachtet werden. Das NSG ist eine wichtige Zwischenstation für viele Zugvögel aus fernen Ländern und ein bedeutender Brut- und Lebensraum für zahlreiche heimische Vogelarten. Dazu gehören Kiebitze und Grünschenkel, Grau- und Silberreiher aber auch verschiedene Wildgänse, wie die Graugans. Spektakulär der "Showdown" der Greifvögel die alle gleichzeitig über den Köpfen der Naturfreunde kreisten. Zwei Rotmilane, ein Schwarzmilan, der sich mit einem Wanderfalken zankte, ein Baum- und Turmfalke, sowie ein Sperber präsendierten sich in bestem Licht, Mäuse- und Wespenbussard zeigten ihre Unterschiede. Ein plötzlich auftauchender Schwarzstorch verblüffte die Beobachter und dann noch vier Weißstörche. Da kam Jubel bei den Ornithologen auf. Eindrücke, die man nicht so schnell vergessen wird so Horst Scherer. Begeistert von den Eindrücken erzählte spontan Ehrenvorsitzender Erhard Thörner der Gruppe, dass die HGON seit über 40 Jahren ununterbrochen die Wetterniederung aus naturschutzfachlicher Sicht betreut. Dies erfolgte stets in Abstimmung mit der Stadt, den zuständigen Behörden und Landwirten. Viele Maßnahmen wurden in diesem Zeitraum durchgeführt, z. B. Anlage von Flachwasserbereichen und spezielle Lebnsräume für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Unter ihnen befinden sich auch für das Gebiet neue Arten, wie Krick- und Knäckente, Schwarz- und Blaukehlchen und Arten, die sich nach jahrelanger Abewesenheit erneut angesiedelt haben, wie z. B. der Weißstorch. Das Gebiet hat unter der naturschutzfachlichen Betreuung  durch die HGON einen solch beachtlichen Aufschwung genommen, dass es schon in der Frühphase der Ausweisung der EU-Schutzgebiete sowohl als Vogelschutzgebiet, als auch als FFH-Gebiet ausgewiesen wurde. Außerdem erfolgte die Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet ("Auenverbund Wetterau") und der zentrale Teil als Naturschutzgebiet "Wirtswiese bei Lich".

Artenliste (Horst Scherer)

Höckerschwan, Nilgans (Baumbrut), Krickente, Graureiher, Schwarz- und Weißstorch, Rot- und Schwarzmilan, Wespenbussar (durchziehend), Mäusebussard, Sperber, Baumfalke, Turm- und Wanderfalke, Kiebitz, Bruchwasserläufer, Ringeltaube, Kuckuck, Rauchschwalbe, Grün- und Mittelspecht, Feldlerche, Bach-, Gebirgs- und Schafstelze, Wasseramsel, Heckenbraunelle, Rot- und Schwarzkehlchen, Sing- und Wacholderdrossel, Star, Mönchs-, Dorn- und Klappergrasmücke, Feldschwirl, Zilpzalp, Sommer- und Wintergoldhähnchen, Zaunkönig, Kohl- und Blaumeise, Elster, Eichelhäher, Dohle, Kolkrabe, Buch- und Distelfink, Gold- und Rohrammer.

 

 

 

Der Stieglitz, Vogel des Jahres 2016

Vom Balkon meiner Reha Klinik konnte ich das Brutgeschehen zwei Wochen lang beobachten.

Durbach, 12.04.2017 (hw) // Der Stieglitz ist ein bunter Kletterkünstler, der im Volksmund auch unter dem Namen "Distelfink" bekannt ist. Er ernährt sich vornehmlich von Samen verschiedener Distelarten. Aber auch an anderen Blühpflanzen an Wegrändern und Säumen pickt er geschickt seine Nahrung aus den Fruchtständen. Wer aufmerksam durch unsere Landschaft wandert, wird beobachtet haben, dass sein typischer Lebensraum an Weg-, Wiesen-, Acker- und Waldrändern schwindet. Kein Wunder also, dass der Bestand seit Jahren stark abnimmt.
Das Distelfink-Weibchen baut ein kunstvolles Nest in den äußersten Zweigen freistehender Bäume. Mitte April bis Mai legt es 4 - 6 Eier, die während knapp zwei Wochen bebrütet werden. 

 

 

Einblick in das Leben des Steinkauzes

Die kleinen Steinkäuze

Lich, 13.04.2017 (et) // Der "Vogel der Weisheit" stand im Focus der Steinkauz-Exkursion, zu der in einer gemeinsamen Aktion die HGON und die Naturschutzgruppen aus Langsdorf, Birklar und Pohlheim Süd nach Langsdorf eingeladen hatten. Das Interesse war sehr groß, 50 Personen allen Alters konnte Erhard Thörner vom Vorstand der HGON begrüßen. Mit dem Rückgang von Hochstamm-Streuobstwiesen begann ab der Fünfzigerjahre auch der Steinkauz zu verschwinden. Heute gibt es im Gießener Land, dank der örtlichen Vogelschützer, wieder eine stabile Population. Der nachtaktive kleine Kauz ist ein Höhlenbrüter, aber kein Waldvogel wie viele andere Eulen. Er liebt offene Landschaften, auch in der Nähe von Siedlungsgebieten. Seine Nahrung bilden vor allem Mäuse, Kleinvögel, Insekten und Regenwürmer. Die jeweiligen Vorsitzenden der Ortsgruppen gaben einen Situationsbericht über die zur Zeit vorhandenen Steinkauzbestände, für Langsdorf Erwin Roth, für Birklar Thomas Heyer und für Pohlheim Süd Martin Becker. Hermann Herrman erklärte an einem Modell die Besonderheiten der speziell für den Steinkauz in den früheren 1970 Jahren von H. Schwarzenberg (Saarland) entwickelten Nisthilfen. Außerdem wurden auch verschiedeneTypen von Mardersicherungen vorgeführt. Einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung der Steinkauzpopulationen der gesamten Region in den letzten 50 Jahren gaben Erhard Thörner und Reiner Holler. Mit diesen Nisthilfen ist es gelungen, den in der Vergangenheit stark rückläufigen Bestand des Steinkauzes in Mittelhessen wieder zu stabilisieren, wie von Fachkundigen berichtet wurde. Reiner Holler, der auch autorisierter Beringer der Vogelwarte Helgoland ist, belegte die Ausführungen auch mit interessanten Wiederfunddaten beringter Steinkäuze. Anschließend ging es unter seiner Leitung auf unbefestigten Wegen durch den zentralen Bereich der ausgedehnten Streuobstbestände bei Langsdorf. Allein hier konnten 6 Revierpaare festgestellt und den Balz-und Revierrufen gelauscht werden. Der dortige Bestand zählt zu den besten im Kreis Gießen. Dies ist der über 40 jährigen Arbeit der örtlichen Vogel-und Naturschutzgruppen in Zusammenarbeit mit der HGON zu verdanken. Nach der Exkursion blieben noch viele Teilnehmer bei Getränken und Erfahrungsaustausch zusammen.

Tag des Ehrenamtes

Hungen, 05.12.2016 (hw) // Den Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember nahm die HGON,
AK Gießen, zum Anlass allen Ehrenamtlichen zu danken, die dem Verein im vergangenen Jahr 2016 in der Biotoppflege so großartig unterstützt haben. Ohne diese Hilfe, so AK Leiter Heinz Weiss, wäre die Pflege der Biotopflächen nicht möglich gewesen.

Als Dankeschön für das große Engegement organisierte der NABU Nonnenroth für das HGON Biotoppflegeteam Hungen/Lich eine Weihnachtsfeier in der Vogelschutzhütte.
In gemütlicher Runde und in vorweihnachtlicher Stimmung tauschte man so manche Erinnerungen, sowie aktuelle Vogelbeobachtungen aus.

Tagpfauenauge als Untermieter

Tagpfauenauge

Hungen, 19.11.2016 (hw) // Das Tagpfauenauge gehört zu unseren farbenprächtigsten Schmetterlingen. In Ruhestellung sind die Flügel zusammengeklappt und sie sind mit ihrer dunklen Unterseite hervorragend getarnt. Das Tagpfauenauge auf dem Foto überwintert seit zwei Monaten im Haus bei Familie U. Weiss in Nonnenroth. Nur 6 von 180 Tagfalterarten verfolgen diese Strategie. Während der Winterruhe ist der Stoffwechsel heruntergefahren. Wenn das Tagpfauenauge sein Winterversteck im Frühling verlässt, saugt es gerne an blühenden Weiden und Huflattich. Tagfalter brauchen Sonne und Wärme, denn sie können erst bei einer Körpertemperatur von mindestens 30 Grad fliegen. Appell an alle Hausbeitzer: bitte im Frühjahr des Öfteren die Fenster zeitweise öffnen, damit eventuell überwinternde Tiere, wie Schmetterlinge oder Florfliegen, ins freie fliegen können.


Herbstzeit ist Pilzzeit

Hungen, 25.10.2016 (hw) // Neben Steinpilzen , Eierschwämmen und Morcheln gibt es noch viel mehr zu entdecken im Reich der Pilze. In Deutschland gibt es rund 14.400 Pilzarten: kleine und große, lange und kurze, weisse, grüne und knallrote. Sie kommen in fast allen Lebensräumen vor und sind sehr wichtig im Kreislauf der Natur.

Ständerpilze haben auf der Unterseite ihres Hutes kleine Lamellen oder Röhren, in denen die Sporen sitzen. Mit diesem vermehrt sich der Pilz -ähnlich wie die Pflanzen mit ihren Samen.

Martin Luther in Lich


Hungen, 19.10.2016 (hw) // Der Lutherweg 1521 ist mit einem grünen "L" gekennzeichnet und führt in der Gemarkung Lich-Oberbessingen an der "Krummwiese" vorbei. Das Biotop wurde auf Initiative der HGON, Arbeitskreis Gießen, als Schutzgebiet ausgewiesen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.lutherweg.de

Liebe Biotoppflegehelfer


Hungen, 19.10.2016 (hw) // Kaum zu glauben, aber das Biotoppflegejahr neigt sich langsam aber sicher wieder seinem Ende zu. Für die Arbeiten in Oktober und November können wir viele helfende Hände gebrauchen.
Wenn Ihr Lust und Zeit habt mitzumachen, meldet Euch bitte vorher bei mir unter Tel. 06402 / 2408

oder 0151 / 22860785 an bzw. weiss.heinz(at)web.de

Eure Anmeldung ist wichtig, damit wir bei Terminverschiebungen rechtzeitig informieren können. An den Samstagterminen kümmern wir uns auch um die Brotzeit. (Mitbringen müsst Ihr bitte festes Schuhwerk, Arbeitskleidung Handschuhe, evtl. Astschere, Gabel)

Die Nidda darf sich wieder schlängeln

Herbsttagung der HGON


Hungen, 25.09.2016, (hw) // Der Einladung des HGON Landesverbandes zur Herbsttagung in Bad Vilbel folgten etliche Mitglieder aus dem Arbeitskreis Gießen. An zwei Tagen präsentierte das Organisationsteam ein spannendes Programm mit vielen Informationen. Am ersten Tag führte eine Bus-Exkursion an die Nidda, wo seit 1989 zahlreiche Renaturierungsmaßnahmen vorgenommen wurden. Der Gewässerökologe, Gottfried Lehr, einer der Initiatoren  der Nidda-Renaturierung, führte die Gruppe von Karben bis Bad Vilbel-Gronau. Auf der acht Kilometer langen Strecke wurden unzählige Maßnahmen umgesetzt. Seither sucht sich die Nidda ihren eigenen Weg und diese Dynamik ist auch erwünscht, so Lehr. Der einst ökologisch verödete Kanal ist buchstäblich zu neuem Leben erwacht. Heute leben statt ehemals drei, wieder 30 Fischarten in der Nidda. Die umfangreichen Revitalisierungen des Auengebietes wurden von vielen Vogelarten schnell angenommen.
Neben Mitteln des Landes Hessen wurden weit über 50% der Maßnahmen über private Initiativen finanziert. Die ortsansässige Hassia Mineralquellen engagierten sich ebenso wie die Gerty Strohm Stiftung. Außerdem gab es Projekte des Angelvereins Bad Vilbel und Sponsoren-Pools. Ohne dieses "Öko-Sponsoring" wäre die Renaturierung, laut Lehr, unmöglich gewesen. Anschließend ging es mit dem Bus zum MainÄppelHaus auf dem Frankfurter Lohrberg, dem Hausberg der Metropole. Von hier aus hatte man einen wunderschönen Blick auf die Skyline von Frankfurt. Das MainÄppelHaus ist die Informations- und Begegnungsstätte rund um das Thema Streuobst und Gartenbau. Eine kurzweilige Führung durch das Gebiet mit dem Vorsitzenden, Herrn Gerhard Weinrich, ließen den Nachmittag gemütlich ausklingen.
Am zweiten Tag stand im Kultur- und Sportforum in Dortelweol der europäische Naturschutz im Mittelpunkt der Tagung. Experten referierten zu Inhalten, wie dem Waldzertifikat FSC, einem zweiten europäischen Brutvogelatlas und EU-subventionierten Naturschutzmaßnahmen in Hessen. Fantastische Natur-Aufnahmen aus verschiedensten Regionen Europas führten dem Publikum noch einmal deutlich vor Augen, wie wertvoll und erhaltenswert unsere Natur ist.

 

 

Sommerstimmung zum Entspannen: Schöne Ferien!

Vögel pflegen, aber nicht verhätscheln

Turmfalken

Hungen, 09.07.2016 (hw) // Frau Sheppart aus Hungen-Nonnenroth kümmert sich seit über 40 Jahren freiwillig um verwaiste und verletzte Vögel.
Wer sich am lautesten bemerkbar macht, kommt zuerst an die Reihe. Das scheinen die rund drei Wochen alten Turmfalken bereits verinnerlicht zu haben. Sie reißen ihren Schnabel auf und schreien so laut es geht, um vor ihren Geschwistern ans Futter zu kommen. Mit den Küken gefüttert werden sie aber nicht von ihrer Mutter, sondern von Helga Sheppard. Sie engagiert sich ehrenamtlich in ihrer selbst aufgebauten Vogelpflegestation und sorgt dafür, dass elternlose oder verletzte Vögel wieder in die Luft kommen. Ersatzmutter zu sein ist zeitaufwendig, sehr sogar. "Es soll Vögel geben, die täglich bis zun 900 Mal zum Nest fliegen, um ihre Jungen zu füttern", sagt Heinz Weiss, Arbeitskreisleiter der HGON und Vorsitzender der NABU Nonnenroth e. V. Ganz so oft werden die elternlosen Jungvögel , die unter ihrem Nest auf einem Bauernhof gefunden wurden, in der Pflegestation nicht gefüttert. Dennoch ist die Pflegemutter von morgens bis abends im Einsatz, um die hungrigen Falken und Schleiereulen zu versorgen. Doch bald schon dürften die Vögel groß genug sein, um selbstständig Futter zu suchen. Bevor sie jedoch in die große Außenvoliere dürfen, geht es für sie in eine kleinere Voliere zum Flugtraining. "Sie müssen zuerst Muskeln aufbauen , um überhaupt fliegen zu können", erklärt Sheppard. So schnell wie möglich sollen die Vögel selbstständig in der Natur überleben können. Einige der vorbeigebrachten Tiere überleben nicht. "Oftmals reicht bereits ein Katzenbiss, und ein Vogel stirbt an einer Infektion", sagt Frau Figoy. Wer verletzte oder verwaiste Vögel findet, sollte diese möglichst rasch und am besten in einer Kartonschachtel mit Luftlöchern in eine Vogelstation bringen. Manchmal würden die Helfer aber auch zu früh eingreifen, sagt Frau Sheppard. Deshalb rät sie:"Jungvögel, die auf den Boden gefallen sind, sollen auf einen Ast gesetzt werden und erst dann in die Staion gebracht werden, wenn die Elternvögel diese innerhalb einer Stunde nicht holen." In der Natur ist die Überlebenschance trotz allem am größten.

Kunterbunte Magerrasenwelt

Seltener Gast im Naturschutzgebiet

Notlandung

Hungen, 12.06.2016 (hw) // Die Besucher der "Mittleren Horloffaue", nahe Hungen-Utphe, staunten nicht schlecht. Ein ganz seltener "Vogel", ein Kleinflugzeug, stand nur wenige Meter vom Viehtriebweg im Naturschutzgebiet. Das Flugzeug musste wegen eines technischen Defektes notlanden, dabei wurde niemand verletzt. Aus einem Tank trat Treibstoff aus und versickerte im Boden. Die zuständigen Behörden wurden eingeschaltet.

 

 

 

Tod durch Stromschlag / Foto: R. Holler

Stromtod eines Storches

Hungen, 09.06.2016 (hw) //Unzureichende Sicherungsmaßnahmen führten zum Tod eines Storches. Herr Reiner Holler hat bereits mit der OVAG Kontakt aufgenommen und es wird eine Umrüstung nach dem Stand der Technik erfolgen.

 

 

 

 

Tod eines jungen Wanderfalken

 

Hungen, 06.06.2016 (hw) // Bei einem tragischen Unfall kam ein junger Wanderfalke zu Tode. Der Jungfalke versuchte, auf einem Winkelprofil eines Stahlgittermastens zu landen. Dabei rutschte er mit einem Zeh seines Fanges in einen engen Spalt zweier Profile, aus dem er sich nicht selbst befreien konnte. Für den Falken ein langer, unglaublich qualvoller Todeskampf. (Foto: R. Holler)

 

Die Turteltaube weltweit gefährdet!

Turteltaube / Foto: R. Holler

Hungen, 04.06.2016 (hw) // Die Turteltauben werden immer seltener und haben weltweit 30 Prozent ihres Bestandes verloren. Daher gilt die Art nun als weltweit gefährdet, wie die neueste globale Rote Liste der Vögel 2015 zeigt. Reiner Holler aus Pohlheim konnte diese kleine, gurrende Taube praktisch vor seiner Haustüre fotografieren. Auch im Kreis Gießen ist sie nur noch selten zu sehen. 

Mäusebussarde im Klimawandel

Junge Mäusebussarde / Foto: R. Holler

Hungen, 03.06.2016 (hw) // Durch den Klimawandel werden zukünftig mehr Niederschläge im Sommer prognostiziert, was sich negativ auf die Entwicklung der Nestlinge auswirken dürfte.

Naturfreunde Korbach besuchen die Horloffaue

Die Gäste aus Nordhessen

Hungen, 22.05.2016 (vs) // Am Sonntag konnte Frau Dipl. Biologin Vera Scherfer von der HGON, Arbeitskreis Gießen, zwanzig Naturfreunde aus Korbach in Hungen begrüßen.
Auf ihrem Programm stand ganz oben eine Führung in das weit über die Grenzen von Hessen bekannte Naturschutzgebiet, "Mittlere Horloffaue". Fast atemberaubend war das Tempo, mit dem die Landschaft in den letzten 40 Jahren umgestaltet wurde, so die Exkursionsleiterin. Sie ist heute Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Die Besucher konnten zahlreiche Graugänse, zum Teil mit Jungen,Rostgänse und eine Streifengans als seltenen Gast beobachten. Die jungen Weißstörche in ihren Horsten sind schon über eine Woche alt. Immer wieder eindrucksvoll waren die Balzflüge der Kiebitze, sowie der Gesang von Nachtigall und Kuckuck. Zu sehen waren auch Watvögel, wie der Grünschenkel. Seitens der Amphibien-Fauna zeigten sich einige Teichfrösche, die öfter von sich hören ließen. Interessiert verfolgten die Besucherinnen und Besucher die Ausführungen von Frau Scherfer zur Geschichte des Gebietes. Es wurde auf die Dynamik einer solchen Renaturierung mit den früheren und neuesten Veränderungen durch Mensch und Tier in der Aue eingegangen, wie dem Entenfang, dem Ausbau des Süd- und Ostufers des "Unteren Knappensees" und der Anlage von Flachwasserbereichen nördlich des Viehtriebweges.
Die nordhessischen Besucher waren neigierig, bei dieser Gelegenheit den als "Motor der Aue" geschilderten Biber näher kennenzulernen, zumal in Nordhessen unser größtes Nagetier bisher nur am Diemelsee vorkommt. Die Teilnehmer konnten direkt unter der Horloffbrücke Biber-Trittsiegel, sowie einige Fraßspuren erkennen. Auf dem sogenannten Utpher Kirchpfad, westlich der Horloff, ging es nach Norden in Richtung Trais-Horloff, wo Frau Scherfer auf weitere Spuren, wie Biber-Rutschen, Reste von Erdröhren sowie kleine Biberdämme hinwies. Nach zwei Stunden Abwechslung ging es für die Gruppe weiter zum Mittagessen in die Schäferstadt.

 

Horloffaue und Unterer Knappensee

Hungen, 17.04.2016 (ej) // Gleich mehrere Führungen fanden am Sonntagmorgen vom Treffpunkt Kläranlage in Hungen-Utphe aus statt, so dass sich etliche Vogelbeobachter rund um das Naturschutzgebiet Mittlere Horloffaue tummelten. Schnell wurde abgesprochen, wer sich in welche Richtung in Bewegung setzt, damit es nicht zu voll wird. Colin und ich nahmen an der HGON-Führung teil. Wir liefen zunächst zur Beobachtungshütte am Ufer des Unteren Knappensees. Da die Sonne sich noch nicht hervorgetraut hatte, konnten wir ohne Gegenlicht zahlreiche Schwalbenarten (Mehl-, Rauch- und Uferschwalben), die dicht über dem Wasser jagten, beobachten. Im Baum machte sich ein Mäusebussardpaar an die Familiengründung. Und auf einem der Schwimmflöße konnte Colin durch das Spektiv eine ruhende Flussseeschwalbe entdecken, von denen nach Aussage des Experten nur ca. 10 Exemplare im Jahr gesichtet werden! Außerdem sahen wir Lachmöwen, Hauben- und Schwarzhalstaucher sowie Stiglitze, Vogel des Jahres 2016. In den angrenzenden Hecken sangen dazu wünderschön die Nachtigallen. Nach einer Stunde liefen wir auf dem Viehtriebweg in die Horloffaue, wo wir neben zahlreichen Höckerschwänen u. a. Rot- und Schwarzmilan, Weißstörchen, Silberreiher, Kraniche, Graureiher, Kiebitze, Grau- und Nilgänse sowie Kampfläufer, Löffel- und Schnatterenten und Blaukehlchen sahen. Doch nicht nur für die Vögel ist hier ein wichtiger Lebensraum entstanden, auch seltene Amphibien wie die Wechselkröte oder der Laubfrosch sind hier zu finden.

Biber der Baumeister

Hungen, 17.04.2016 (hw) // Europaweit im 19. Jahrhundert vom Aussterben bedroht, ist der Biber wieder auf dem Vormarsch. Heute ist der streng geschützte Pflanzenfresser wieder eine vertraute Erscheinung in unserer Heimat, z. B. an Horloff und Wetter. Oft erkennen wir seine Anwesenheit aber nur an gefällten Bäumen, was man sich derzeit ganz gut an der Wetter anschauen kann.
Gerhard Schäfer (Fotograf und aktiver Naturschützer) konnte nach vielen Wochen drei Biber fotgrafieren. Wie er seinen Lebensraum verändern kann zeigen einige Bilder.
Die HGON bedankt sich herzlich für die unentgeltlich zur Verfügung gestellten Fotos.
Weitere Informationen zum Biber finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf der HGON Haupt-Hompage  unter Artenschutz (Projekte und Beispiele).

 

Ein Sonntag in der Horloffaue -Zwergsäger, Lappentaucher und 1000 Kiebitze

Hungen, 13.03.2016, (et) // Zu einer vogelkundlichen Exkursion unter dem Thema "Letzte Wintergäste, erste Durchzügler und Rückkehrer", hatte die HGON am Sonntag in die Horloffaue bei Hungen-Utphe eingeladen. Über 30 Teilnehmer konnte Erhard Thörner vom geschäftsführenden Vorstand der HGON begrüßen. Unter der sachkundigen Führung des bekannten Feldornithologen Horst Scherer (HGON) besuchten die Teilnehmer die Horloffaue zwischen Utphe und Unter-Widdersheim und den "Oberen Knappensee". Hier konnten vier der insgesamt fünf in Europa vorkommenden Lappentaucherarten beobachtet werden, nämlich Hauben-, Zwerg-, Schwarzhals- und Ohrentaucher. Letzter ist ein nicht alltäglicher Wintergast aus Skandinavien, der gleich auch noch mit sieben Exemplaren vertreten war. Die 18 Zwergsägeer, die an anderer Stelle gesichtet wurden, kamen sogar aus der Taiga Nordeurasiens. Die zahlreichen Kraniche, die bis vor kurzem im Gebiet verweilten, hatten ihr Rastgebiet allerdings schon wieder in nordöstlicher Richtung verlassen. Auch die nordischen gänsearten, Bless- und Satgans, waren wieder in ihre nordischen Brutgebiete aufgebrochen und die hier heimischen Graugänse hatten sich auf diversen Brutgewässer in der Umgebung verteilt. Rund 1000 Kiebitze und zahlreiche Goldregenpfeifer hatten sich zur Zwischenrast im weitläufigen Auenbereich niedergelassen. Sie boten den Exkursionsteilnehmern einen Anblick, der angesichts der stark rückläufigen Bestandszahlen bereits Seltenheitswert besitzt. An ersten Rückkehrern konnten unter anderem Blaukehlchen, Großer Brachvogel und Rohrweihe festgestellt werden.Zum Abschlussgab es viel Lob und Anerkennung für die HGON, die dieses Naturkleinod über einen langen Zeitraum miterschaffen hat und es seit Jahrzehneten betreut.


Vogelfreunde unterwegs

Exkursionsteilnehmer bei der Teepause

Hungen, 21.02.2016 (vs) // Zu einer ornithologischen Exkursion unter Leitung der Dipl. Biologin Vera Scherfer hatte die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), Arbeitskreis Gießen, in die Horloffaue eingeladen. Trotz anhaltenden Nieselregens konnten die Teilnehmer über 40 Vogelarten beobachten. Unter ihnen waren auch Wintergäste aus Nordrußland und Sibirien, wie Bläss- und Tundrasaatgänse und ein Singschwan,ebenso Gäste aus Nord- und Osteuropa wie die Pfeif-, Löffel-, Spieß-, Schnatter- und Tafelenten. Aber auch erste Rückkehrer aus südlichen Gefilden wie ein Rotmilan waren zu sehen. Vom nahenden Frühling kündeten Storchenbrutpaare, die auf verschiedenen Storchennestern bereits zaghaft klapperten.
Frau Scherfer berichtete unter anderem, dass dieses naturschutzfachlich hochwertige Auengebiet keine naturgegebene Selbstverständlichkeit ist. Es stellt das Ergebnis einer jahrzehntelangen, bis auf den heutigen Tag währenden kontinuierlich geleisteten Naturschutzarbeit der HGON. Dies gelte auch für die Restlochseen des ehemaligen Braunkohletagebaus, soweit sie Naturschutzzwecken dienen. Dieses Schutzgebiet, so Scherfer, weise vielfach Pioniercharakter auf Landes- und Bundesebene auf. Es sei zentraler Bestandteil des Naturschutzgroßprojektes gewesen, mit dem die HGON-Vorstandsmitglied Erhard Thörner erstmals in der BRD den Europäischen Umweltpreis gewann.
In vier Wochen wird Horst Scherer von der HGON an gleicher Stelle eine Exkursion zu den Frühlingsgästen in der Aue und den Knappensee führen.


Ohrentaucher, Schellenten und Zwergsäger

 
Hungen, 24.01.2016 (vs) // Wenn man gewettet hätte, wären gute Gewinne zu erwarten gewesen. Trotz sehr widriger Wetterbedingungen trafen sich für eine ornithologische Exkursion des HGON- Arbeitskreises Gießen unter Leitung von Vera Scherfer zwölf bestens motivierte Unentwegte aller Altersklassen, um sich bei Nebel und wenigen Grad über Null die aktuelle Vogelwelt der Horloffaue und auf den Knappenseen genauer anzuschauen. Da zeigt sich wieder der alte Spruch: es gibt kein schelchtes Wetter, nur passende Kleidung.

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Der Wind frischte auf, so dass der Nebel sich lichtete und man viele Gänse beobachten konnte, die in Scharen auf den Feldern zum Fressen waren. Es fanden sich hauptsächlich Graugänse, aber auch Tundrasaatgänse und Blässgänse als Wintergäste aus ihren nordöstlichen Brutgebieten. Als Besonderheit konnten die Teilnehmer zwei Kanadagans-Hybriden in der weit entfernt sitzenden Gänseschar ausmachen. Das war insbesondere für einige noch etwas ungeübte Beobachter erstaunlich, wie sehr doch ein Spektiv bei der Ausübung eines solchen Hobbies hilfreich ist und um wie viel besser man trotz des diesigen Wetters noch gut beobachten konnte. Mehrfach flogen Kraniche im Gebiet, die schon seit einigen Wochen in der Gegend gesehen wurden und für die der Weg in ihre sonst üblichen Winterquartiere in der spanischen Extramadura oder in Portugal vielleicht nicht nötig wird, weil der bisher zu warme Winter auch für die Vogelwelt ungewöhnliche  Bedingungen bereit hält.

Weiter ging es über die Horloffbrücke, wo die frischen Spuren von Biberfraß direkt unterhalb der Brücke auf Winteraktivitäten im Eiswasser schließen ließ. Kein Wunder, wie Frau Scherfer ausführte, waren die Biber früher doch besonders wegen ihres dichten Winterpelzes begehrt. Diese Großnager haben sich auch in der Horöoffaue angesiedelt und die Teilnehmer wurden auf kleine Biberdämme und eine große Biberburg am unteren Knappensee hingewiesen. Immer wieder flog ein Eisvogel hin und her, der sonst auch im ein Jahr alten Flachwasserbiotop neben dem Vietriebweg beobachtet werden kann.
Schließlich ging es zum Oberen Knappensee, wo einige Highlights auf die Beobachter gleich unterhalb der Aussischtsplattform warteten. Mittlerweile war die Sicht viel besser, so dass sich die schon seit Wochen im Gebiet beobachteten Ohrentaucher ebenso wie Zwergsäger, Schwarzhalstaucher und Schellenten zeigten. Am Unteren Knappensee freuten sich die Teilnehmer über einen Habicht, Zwergsäger und viele Enten sowie Haubentaucher.

Einige Teilnehmer tauschten gleich Emailadressen aus, um weitere HGON-Exkursionen und Besonderheiten im Gebiet nicht zu verpassen. Frau Scherfer wird im Sommer eine Exkursion für Familien mit Kindern anbieten, wo es extra um die Biber und deren Spuren im Bereich der Horloffaue gehen soll. Die aktuellen Termine für weitere HGON-Führungeim Bereich der Horloffaue finden Sie, liebe Naturinteressierte, auf dieser Seite.

 

 


Faszination Vogelschwarm

Hungen, 14.11.2015 (hw) // In Auen ist immer was los! Als vielfältige Mittelwelt zwischen einem Fluss und seinem Umland ist die Aue ein artenreicher Raum voll landschaftlicher Schönheit und damit Bühne für spannende Landschaftserlebnisse. Ganz nah konnten in den Abendstunden in der Horloffaue der Ornithologe , Erhard Thörner und HGON Arbeitskreisleiter Heinz Weiss, ein Balett von Starenschwärmen am Himmel beobachten. Für sie ist es immer wieder eine Freude, welche Faszination von den Vogelschwärmen ausgeht: wie sie über den Himmel eilen, sich zusammenziehen, dunkler werden zu einer beinahe schwarzen Wolke verschmelzen, sich dann wieder weiten, in unerwartete Richtungen bewegen, nach oben schießen und sich später zum Schlaf im Schilf niederlassen, nicht ohne nochmals einen Tanz vollführt zu haben. Gebannt starten die Vopgelbeobachter auf Tausende von Tieren in der Dämmerung. Ganz nach dem Vorbild der Schwarmvögel koordinieren auch die HGON Mitglieder ihre Arbeit. Früher ließen sich Schwärme ob der schieren Menge an Tieren nur schwer erforschen. Inzwischen können Vogelforscher mit jeder Menge Rechnerleistung selbst Schwärme mit mehreren tausenden Tieren genauer untersuchen. Sie verstehen nun besser, wie Schwärme funktionieren. Ihre Ergebnisse verraten nicht nur viel über Tiere, sondern auch über das Verhalten von Menschen in Gruppen und sogar Körperzellen.

 

Erfolgreicher Pflegeeinsatz

Hungen, 07.11.2015 (hw) // In den letzten 40 jahren ist es dem Arbeitskreis Gießen gelungen, ein Netz von wertvollen Naturschutzgebieten zu schaffen. Aufgrund der unterschiedlichen standörtlichen Verhältnisse und der Strukturviekfalt ist hier eine große Vielfalt an Tieren und Pflanzen anzutreffen. Durch gezielte Pflegemaßnahmen streben wir den Erhalt der biologischen Vielfalt unserer Gebiete an.

Hier leisten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer einen unschätzbaren Beitrag!

Vielleicht animieren Euch die Bilder unseres Einsatzes in der Wirtswiese, Knappensee und Luchsee, auch einmal bei einem solchen Pflegetag mitzuhelfen. Der gemühtliche Abschluss findet, wie immer, mit einem kleinen Imbiss statt. Dabei wird viel gelacht und getratscht und wir freuen uns immer wieder auf das nächste Jahr. Bist Du das nächste Mal auch dabei?


Schmetterlingsfalter im Focus

Dipl. Biologe Ernst Brockmann leitete die Exkursion

Hungen, 09.08.2015 (hw) Mehr als die Hälfte der heimischen Tagschmetterlinge sind vom Aussterben bedroht. Ein langer, heißer Sommer wie dieser bietet den "fliegenden Edelsteinen" die Chance, eine zusätzliche Generation zu entwickeln. Doch das ist nur ein Tropfen auf den sprichwörtlich heißen Stein. Denn die wahre Gefährdung liegt in der Zerstörung ihrer Lebensräume und dem Klimawandel, so Heinz Weiss, Arbeitskreisleiter der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Eine hochinteressierte Gruppe von 30 Naturfreunden folgte der Einladung. Mit dem Schmetterlingsexperten, Dipl. Biologe Ernst Brockmann, ging es zu einer zweistündigen Führung über einen reich strukturierten Magerrasen "Auf dem Leibesberg" im Süden von Nonnenroth. Der gaukelnde Flug von Tagfaltern lässt häufig keine genaue Bestimmung zu. Deshalb verteilte der Biologe Fangnetze, erklärte deren Handhabung und wie die zerbrechlichen Tiere nach dem Fang in Beobachtungsgläser zu überführen seien. Erst einmal erklärte der Exkursionsleiter die verschiedenen Tagfalterfamilien. Arten wie Ritter-, Edel- und Dickkopffalter sowie Weißling und Bläulinge galt es zu merken. Die Ausbeute der "Schmetterlingsjagd" zeigte den rückläufigen Trend der Faltervorkommen und löste unter den Schmetterlingsfreunden Betroffenheit aus. Auffällig war das Fehlen vieler ganz gewöhnlicher Arten, die durch die Trockenheit und Hitze sehr leiden. Gerade unserer häufigsten Tagfalterarten Kleiner Fuchs,Tagpfauenauge, Heckenweißling, Schachbrettfalter, Schornsteinfeger und die Dickkopffalter-Arten fehlten völlig. Außer der Zerstörung der natürlichen Lebensräume, so Ernst Brockmann, drohen den Schmetterlingen auch Probleme durch den Klimawandel. Unter der Hitze leiden vor allem die Arten, die auf blumenreiche Wiesen angewiesen sind. So haben sich die Teilnehmer über ein einzelnes Individium der Goldenen Acht gefreut, die vor ein paar Jahrzehnten noch zu hunderten auf den Wiesen zu sehen waren. Umgekehrt waren Kurzschwänziger Bläuling und Kleiner Permutterfalter noch vor zwanzig Jahren hessenweit ausgestorben und der Mauerfuchs kaum zu finden. Heute sind die Arten wieder vermehrt zu finden. So war an diesem Vormittag in Nonnenroth deutlich spürbar, dass unser Klima sich verändert und die Natur die Konsequenzen bereits zu spüren bekommt. Viele gerade der Arten, deren Anwesenheit für uns selbstverständlich ist, sin stark rückläufig und werden vielleicht bald nur noch in den Höhenlagen von Vogelsberg und Rhön zu finden sein. Andere Arten breiten sich aus oder kommen aus dem Mittelmeer-Raum zu uns. Die Welt ist im Wandel, aich in Nonnenroth.

Neue Streuobstwiesen-Gruppe gegründet!

In Pohlheim (Landkreis Gießen) wird derzeit in Zusammenarbeit mit dem Umweltbeauftragten der Stadtverwaltung eine Streuobstwiesen-Jugendgruppe gegründet, um einen Teil der städtischen Streuobstwiesen zu erhalten, nachhaltig zu nutzen und besser kennen zu lernen. Die Streuobstwiesen enthalten eine Mischung aus alten und neu angepflanzten Obstbäumen, und bieten vielen Insekten und Vögeln Unterschlupf und Nahrung. Wenn Du in Pohlheim oder Umgebung wohnst, und gern bei uns mitmachen möchtest, dann melde Dich unter: Streuobstwiesen-Pohlheim@gmx.de


Schmetterlings-Exkursion am Sonntag, 9. August in Hungen-Nonnenroth

Eine“ schmetterlingskundliche“ Führung bietet die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), Arbeitskreis Gießen, am Sonntag, 9. August an.
Start ist um 10:00 Uhr, Licher Straße 13 (bei Heinz Weiss) in Hungen-Nonnenroth.

Der bekannte Schmetterlingsexperte, Ernst Brockmann, wird auf den Magerwiesen nicht nur die verschiedenen Falterarten bestimmen, sondern auch die Ansprüche der Insekten aufzeigen. „Vorkenntnisse sind für die Teilnahme an der Exkursion nicht notwendig“.

Von Klein bis Groß sind alle willkommen, die dem Schmetterlingszauber nicht widerstehen können. Die Führung dauert zwei Stunden. Bei Regen fällt die Veranstaltung aus. Informationen unter Tel. 06404-2408 oder www.hgon-giessen.de


Bergvogelexkursion in der Schweiz

Riederalp/Hungen, 24.06.2015 (hw) // Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) brachte einen Koffer voller toller Erinnerungen an die schönen Tage im Aletschgebiet mit nach Hause. Eingeladen hatten der Schweizer Vogelschutz und Birdlife Schweiz zur 75. Bergvogelexkursion auf der Riederalp.



Die 130 TeilnehmerInnen, die aus der gesamten Schweiz und aus dem Kreis Gießen angereist waren, wurden von einer fantastischen Naturlandschaft empfangen. Die Fahrt mit der Seilbahn dauerte zehn Minuten und brachte die Besucher von der Talstation Mörel-Filet auf die auf 1925 bis 2222 Meter liegende, autofreie Hochebene am Großen Aletschgletscher. Dort oben gab es eine atemberaubende Sicht auf die schönsten Viertausender der Schweiz.


Im Vordergrund das Pro Natura Zentrum in der Villa Cassel und im Hintergrund das Matterhorn.

Gegen Süden steht majestätisch das Matterhorn, eingebettet zwischen Weisshorn und der Mischabelgruppe, im Norden der einzigartige Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau. An den vier Exkursionstagen standen Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden auf dem Programm. Je nach Kenntnissen und Interessen galt die Aufmerksamkeit nicht nur den Vögeln, sondern auch den Pflanzen und anderen Artengruppen.


Blick auf den Aletschgletscher

Vor der beeindruckenden Kulisse des 23 Kilometer langen Aletschgletschers, er ist der längste Eisstrom der Alpen und Herz des UNESCO Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch, erkundete die Gruppe den urigen Aletschwald. Der gletschernahe Bereich wird von einer offenen, sich entwickelnden Pionier Vegetation eingenommen. Im oberen Bereich dominiert dagegen ein Altbestand aus Arven und Lärchen mit einem dichten Unterwuchs aus Wollgras, sowie Zwergsträuchern. 1933 wurde er unter absoluten Schutz gestellt. Seither besuchen jährlich bis zu 70 Tausend Personen das rund 410 Hektar große Naturreservat. Neben den verschieden Säugetieren wurden hier mehr als 60 Vogelarten nachgewiesen.


Birkhahn

Im Aletschgebiet trifft man das Birkhuhn heute noch recht häufig an und die Teilnehmer hatten großes Glück, sechs Hähne aus nächster Nähe und über Stunden beobachten zu können. Zu den Highlights zählten auch das Alpenschneehuhn, Steinadler und Gänsegeier. Vom Ausgangspunkt auf der Riederalp konnten die Naturfreunde quasi vor der Haustüre speziellere Arten, wie den Steinrötel, Zitronengirlitz und Zippammer beobachten.

Hier finden Sie einen Bericht dazu aus dem Gießener Anzeiger


Blaukehlchen und Co.

Exkursion: Mittlere Horloffaue  
Treffpunkt: Kläranlage Hungen-Utphe  
Sonntag: 12. April 2015 10:00 – 12:00 Uhr  
Exkursionsl.: Horst Scherer  
Teilnehmer: 27 Personen  
Artenliste: Horst Scherer  
   
   
   
Artenliste  
   
Amsel Krickente
Bachstelze Löffelente
Bergpieper Mäusebussard
Beutelmeise Mönchsgrasmücke
Blaukehlchen Nilgans
Blaumeise Rabenkrähe
Bluthänfling Regenbrachvogel
Buchfink Ringeltaube
Bundspecht Rohrammer
Dohle Rostgans
Eichelhäher Rotkehlchen
Eisvogel Rotmilan
Elster Schafstelze
Feldlerche Schnatterente
Feldsperling Schwarzkehlchen
Gartenbaumläufer Star
Gebirgsstelze Stieglitz
Girlitz Stockente
Goldammer Storch
Graugans Turmfalke
Graureiher Wacholderdrossel
Großer Brachvogel Waldwasserläufer
Grünling Weißstorch
Hausrotschwanz Wiesenpieper
Heckenbraunelle Wiesenschafstelze
Höckerschwan Zaunkönig
Hohltaube Zilpzalp
Kibietz  
Knäkente  
Kormoran  
   
Total 58

Die Vogelwelt der Auen bestaunt

Hungen, 29.03.2015 (hw) // Um die Vogelwelt der Auen zu erkunden, machten sich 38 Teilnehmer unter der Leitung von Horst Scherer auf den Weg in die Horloffaue. Eingeladen hatte die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) Arbeitskreis Gießen.
Treff- und Ausgangspunkt war die Kläranlage in Hungen-Utphe. Von hier aus war Meister Adebar nicht zu übersehen – der nicht weit entfernt seinen Horst besetzt hat.
Mit lautem Schnabelklappern begrüßte er seine Partnerin. Dieses Klappern ist weit herum zu hören und beeindruckte die Naturfreunde sehr. Der Exkursionsleiter wies darauf hin, dass auch andere Vögel mit ihrem Schnabel unterschiedlich laute Töne erzeugen können. Die kühlen Temperaturen hatten sich über die Auenlandschaft gelegt, dennoch gab es eine Vielzahl an Arten zu sehen. Vom asphaltierten „Viehtriebweg“ aus konnte man bequem und ohne zu stören in die Aue blicken. Wie es der Zufall wollte, konnte man sogar seltene Gäste, die Uferschnepfe, beobachten. Sie hatte in den letzten Jahren hier ihr Brutgebiet und gilt in Hessen als ausgestorben. 19 Kampfläufer suchten in dem kurzrasigen Feuchtgrünland nach Nahrung. Ein Schwarm von 220 Kiebitzen überflog die Aue. Direkt über den Köpfen der Gruppe kreiste der Rotmilan und wollte damit auf sich aufmerksam machen, dass er auch wieder aus dem Winterquartier zurück ist. Nur wenige Meter entfernt konnten die prächtig gefärbten Knäck-, Krick-, Spieß- und Schnatterenten bestaunt werden. Drei Bekassinen und einige Goldregenpfeifer waren auf den Schlammbänken zu finden.
Ein Trupp von 50 Kranichen zog nach Norden in ihr Brutgebiet. Sie machten in der Aue Zwischenstopp und wurden von Spaziergängern mit freilaufenden Hunden aufgescheucht. Eine beachtliche Anzahl von Wasservögeln erwarteten die Vogelfreunde am „Unteren Knappensee“.
Schnatterenten weit hinten auf dem See. Eine große Anzahl von Blesshühnern, ließ die dazwischen schwimmenden Spießenten bei oberflächlicher Betrachtung im Unauffälligen verschwinden. Herrlich bunte Krickenten im Prachtkleid schwammen an Rost- und Blässgans vorbei. Diese wiederum rasteten zusammen mit Graugänsen und Kormoranen auf aus dem Wasser ragenden Ästen. Weit draußen auf dem See waren Schellenten auf unermüdlichen Tauchgang. Sie unterscheidet sich in vielen Merkmalen von anderen Tauchenten. Etwa 60% des Tages verbringt sie unter Wasser – unermüdlich auf der Suche nach Nahrung. Mitte März sind die meisten Vögel bereits wieder auf dem Zug in ihre Brutgebiete in der Taiga. Für die Teilnehmer war es ein sehr lohnenswerter Vormittag.
 
 



Silberreiher ist zum Hingucker geworden

Unter dem Motto „Letzte Wintergäste, erste Durchzügler“ veranstaltete der Arbeitskreis Gießen der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) eine vogelkundliche Wanderung in die Wetteraue bei Lich.
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Rundschreiben des Arbeitskreises Januar 2015

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Seit einem halben Jahrhundert Volkszählung bei den Wasservögeln

v.l.n.r. : Horst Scherer, Dr. Hubertus Hipke, Erhard Thörner, Heinz Weiss, Jens Wörner, Reiner Holler, Adolf Maruschka

Hungen, 15.02.2015 (et) // Seit 50 Jahren werden in der nördlichen Wetterau und im südöstlichen Kreis Gießen vom Spätsommer bis Ende Frühjahr die durchziehenden, rastenden und überwinternden Gänse, Schwäne, Enten, Bleßrallen, Reiher, Kraniche, Hauben- u. Zwergtaucher usw. nach Alter und Geschlecht getrennt gezählt. Die Zählung ist Teil der ersten großflächigen Bestandserfassung dieser Vogelarten weltweit. Sie erfolgt nach gleichen, standardisierten Kriterien über 3 Kontinente, von Island im Norden bis Marokko im Süden und vom Atlantik im Westen bis nach Pakistan und Indien im Osten. Erfasst wird mit dieser Methode der gesamte Lebensraum der Vögel während eines Jahres. Es beginnt bereits in ihren oftmals in Nordeuropa und Sibirien liegenden Brutgebieten, so dann auf den Zugwegen, auf den mehr oder weniger lange aufgesuchten Zwischenrastplätzen und schließlich in den Überwinterungsgebieten.

Durchgeführt wird diese Bestandserfassung im heimischen Raum seit über 40 Jahren ehrenamtlich durch die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Initiator im heimischen Raum und langjähriger Koordinator war Erhard Thörner (Lich), der auch nach wie vor aktiv bei den Erfassungsarbeiten mitwirkt. Zur  Zeit führen sieben HGON-Mitglieder unter der Koordination von Horst Scherer das Erfassungsprogramm durch, wie der Sprecher des HGON-Arbeitskreises Gießen, Heinz Weiss (Hungen) mitteilt.

Die Zählergebnisse werden zunächst hessenweit von der HGON gesammelt und an die Bundeszentrale weitergeleitet. Schließlich werden die Daten aus  allen teilnehmenden Ländern in der internationalen Wasservogelzentrale in Slimbridge/England gesammelt und ausgewertet. Die Daten ermöglichen Aussagen über Bruterfolg, Verluste auf dem Hin- und Rückflug zu den Überwinterungsgebieten, während des Aufenthalts dort und auf den Zwischenrastplätzen. Sie ermöglichen auch eine gebietsweise Zuordnung. Die Daten geben auch Auskunft über Bestandsveränderungen wie Zu- und Abnahmen der verschiedenen Vogelarten und über die Auswirkungen von Veränderungen in den Lebensräumen durch menschliche Tätigkeiten oder etwa durch Klimaveränderungen. Die statistisch gesicherten Auswertungen finden auch Eingang bei politischen Entscheidungen wie etwa Schutz- und Förderprogrammen.


Die Vogelwelt der Horloffaue

Eine vogelkundliche Führung mit Horst Scherer veranstaltet die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) am Sonntag, 15. März. Los geht es um 10 Uhr an der Kläranlage in Hungen-Utphe. Der Naturraum der Horloffaue ist ein prägendes Landschaftselement und hat sich gerade auch für die Vogelwelt zu einem interessanten Lebensraum entwickelt. Auf der Wanderung können Sie mit uns beobachten und Wissenswertes erfahren oder einfach nur über ihre Vielfalt staunen.


Bergvogel-Exkursion im schönen Simmental

Foto: SVS/Birdlife Schweiz
Rostblättrige Alpenrose Foto: hw
Lenk hat einer der schönsten Talabschlüsse im Berner Oberland. Foto: hw
10 Exkursionsleiter führten die Gruppen

Hungen/Lenk, 3.7.2014, (hw) // Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), Arbeitskreis Gießen, nahm an der 74. Bergvogelexkursion, 28.6. – 1.7.2014, teil. Ausrichter der Veranstaltung war der Schweizer Vogelschutz und BirdLife Schweiz. (SVS/BirdLife Schweiz) Ausgangspunkt für die Exkursionen war das Städtchen Lenk.

Hier trafen sich 130 Ornithologen und Naturinteressierte, davon 50 % Frauen, um die Berg- und Vogelwelt, die Moorlandschaften und die blumenreichen Alpweiden kennenzulernen. Die Bergvogelexkursionen bestanden aus je zwei Halb- und Ganztagesexkursionen. Es wurden verschiedene, leichte bis schwerere, Touren angeboten. So fanden alle eine passende Exkursion.

Die nächsten SVS-Bergvogelexkursionen finden vom 20. bis 23. Juni 2015 auf der Riederalp im Aletschgebiet statt.


Ohne Raupen keine Schmetterlinge

Lich, 22.06.2014, (hw) // Wer kennt nicht die Geschichte von der kleinen Raupe Nimmersatt?  Es ist eines der schönsten und besten Kinderbücher. Ein Kultklassiker, der seit zig Jahren weltweit viele Kinder und Erwachsene begeistert.  Sein Schöpfer, Eric Carle, wurde übrigens vor wenigen Tagen 85 Jahre alt. Der Autor beschreibt in seinem Buch die Entwicklung eines Schmetterlings, wie aus einer hässlichen Raupe ein wunderschöner Schmetterling werden kann. Dass sie sich vielerorts so rar gemacht haben, dürfen wir uns selbst zuschreiben, so der Schmetterlingsexperte, Ernst Brockmann. In den meisten Fällen haben wir Menschen ihren Lebensraum zerstört. Um Schmetterlinge besser schützen zu können, muss man Genaueres über sie wissen. Weil es dazu viele Menschen braucht, organisierte die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, (HGON), Arbeitskreis Gießen, eine Schmetterlings-Exkursion. Der Arbeitskreisleiter, Heinz Weiss, konnte 23 Naturinteressierte begrüßen. Wie schon bei früheren Exkursionen übernahm der Biologe Brockmann dankenswerterweise die Führung. Treffpunkt war die Wetteraue bei Lich-Niederbessingen. Ziel der Veranstaltung: Neuigkeiten und Wissenswertes zu den verschiedenen Schmetterlingsthemen und damit die Bevölkerung zu ermuntern, bei Schmetterlingszählaktionen zum Beispiel „Tagfalter-Monitoring Deutschland“, mitzumachen. Laut Brockmann, hat das  Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) die bundesweite Koordination übernommen. www.tagfalter-monitoring.de
Gerade die Falter eigenen sich besonders gut dafür, so der Biologe, da sie sehr attraktiv und leicht zu erfassen sind. Viele Arten stellen sehr spezifische Ansprüche an Lebensraum und Klima, die aber in vielen Fällen zu wenig erforscht sind. Tagfalter reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen ihrer Umwelt und spiegeln damit sehr gut den Zustand unserer Landschaft und Lebensräume wider. Nach einer Einführung über die richtige Fangtechnik durften die Teilnehmer mit dem Schmetterlingsnetz ihr Glück versuchen. Nach dem Bestimmen, z.B. Schachbrettfalter Schornsteinfeger, Ochsenauge u.v.a.,  wurden die Falter wieder frei gelassen. Die Teilnehmer zeigten sich begeistert und hoffen auf eine baldige Wiederholung dieser Exkursion.

HGON, Heinz Weiss, Licher Straße 13, 35410 Hungen
Hungen, 26.06.2014


Auf Tuchfühlung mit Spinnen

Lich, 5. Mai 2013 // Die Spinnen-Expertin Sabine Pfaff: „Spinnen sind eine so vielseitige und spannende Tiergruppe.
Die australische Lasso-Spinne, zum Beispiel , wirft einen Spinnenfaden mit einem klebrigen Tropfen nach ihrer Beute, die einheimische Speispinne „speit“ ihre Spinnfäden über die Beute und die Kreuzspinnen bauen ein kunstvolles Radnetz zum Fliegenfang. Springspinnen erjagen dagegen ihre Beute als Leoparden der Spinnenwelt mit einem weiten Sprung aus dem Hinterhalt“.
Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) hatte kürzlich nach Lich-Bettenhausen zu einer Exkursion eingeladen. An diesem Vormittag drehte sich alles um Spinnen.
Weltweit gibt es, lt. Biologin Pfaff,  etwa 30.000 bekannte Spinnenarten, von denen ca. 800 Arten in Deutschland leben. Unsere „Achtbeiner“ sind oft prächtig gemustert oder faszinieren durch ihr Verhalten. Die Spinnentiere betreiben sogar Brutpflege, was sie zu den höher entwickelten Wirbellosen auszeichnet. Die verwendete Spinnenseide ist ein Wunderwerk der Natur, das der Mensch gerne nutzen würde. Wenn Spinnen, so die Biologin,  z. B. so groß wie Menschen wären, dann könnte der von ihnen produzierte Spinnenfaden einen Hubschrauber am Weiterflug hindern. Anfangs noch mit respektvollem  Abstand, arbeitete sich die Gruppe im Laufe der Exkursion zu regelrechten Spinnenexperten heran.
Auf der Bettenhausener Kuppe wurden Spinnen auf dem Boden, zwischen Kräutern, in bunten Wiesen und in Hecken gesucht, vorsichtig eingefangen, beobachtet und dann bestimmt. An diesem Morgen konnten 15 Arten, u. a. Spring-, Wolfs-, Kugel-, Krabben und Spaltenkreuzspinne notiert werden. Anschließend wurden sie natürlich wieder in die Freiheit entlassen.
Die Spinnenexpertin machte darauf aufmerksam, dass man sich nicht vor den bei uns im Haus lebenden Zitter- und Hausspinnen fürchten muss. Im Gegenteil, jede Spinne fängt im Laufe ihres kurzen Lebens bis zu 100 lästige Mücken und Fliegen und dient somit als Kammerjäger in unseren Wohnungen. Alte Spinnweben der Zitterspinnen kann man jedoch getrost entfernen, wenn sich keine lebenden Exemplare  mehr darin befinden. Während man sich bei uns vor Spinnen eher ekelt, sie sogar tötet und ihre Netze im Haus zerstört, gelten sie in anderen Ländern als heilig.
 Für den Naturhaushalt erfüllen die Spinnen als Insektenvertilger eine überaus wichtige öklogische Aufgabe. Die Spinnen selbst sind wieder Nahrung für Vögel, Blindschleichen, Kröten, Schlupfwespen, Eidechsen, Spitzmäuse. Sie stellen damit ein wichtiges Glied in der Nahrungskette dar. Leider sind derzeit schon über 20 % der heimischen Spinnen durch die Veränderung ihrer Lebensräume gefährdet. Darum appelliert die Biologin Pfaff an alle Mitbürger: Gestalten wir unsere Gärten und Grünanlagen möglichst naturnah. Kein Gift und Insektizide  verwenden.  Pflanzen wir heimische Kräuter und Wildsträucher, da sie einer Vielzahl von Lebewesen Unterschlupf und Nahrung geben.


Bekassine - Vogel des Jahres 2013

Hungen. Am Sonntagabend um 18 Uhr mit Horst Scherer Vögel zu beobachten, da sind Überraschungen garantiert. Eine hoch interessierte Gruppe von 32 Vogelfreunden folgte  der Einladung des Arbeitskreises Gießen der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON).
Treff- und Ausgangspunkt war die Kläranlage in Hungen-Utphe. Die Teilnehmer kamen  mit großen Erwartungen in die Horloffaue bei Utphe, denn alle wollten die seltene Bekassine, Vogel des Jahres 2013,  sehen. Gleich beim Start überraschte ein jagender Fischadler nicht weit entfernt  die Hobby-Ornithologen. „Da fliegt ein zweiter Fischadler!“, rief auf einmal Scherer und alle waren begeistert. Als ob er es gewusst hat, postierte er sich auf einem Baum und alle Spektive waren auf ihn gerichtet.  In den flach überstauten Wiesen stocherten Grün- und Rotschenkel, sowie Kampfläufer nach Nahrung. Die seltene Rostgans wollte auf sich aufmerksam machen und überflog im Tiefflug die Gruppe. Und immer wieder die Frage aus der Gruppe: wo sind die Bekassinen?
Der Exkursionsleiter dämpfte ein wenig die Stimmung, denn durch ihre heimliche Lebensweise und die gute Tarnung ihres Gefieders, ist die Bekassine (Gallinago gallinago) nur schwer zu entdecken. Allerdings heute, bei diesem herrlichen Frühlingswetter, so Scherer,  werden wir bestimmt die Männchen mit etwas Glück bei ihren beeindruckenden Balzflügen beobachten und sogar hören können.  Und endlich macht sie mit dem bekannten „Meckerflug“ auf sich aufmerksam. Das Männchen steigt im scharfen Zick-Zack-Flug in die Höhe. Dann kippt es jäh zur Seite ab und stürzt im etwa 50 Grad Winkel schräg nach unten. Die bei diesem Sturzflug abgespreizten äußersten Schwanzfedern geraten durch den Luftstrom in Schwingung, was das wummernde Geräusch verursacht. Dieses dumpfe Wummern, ähnlich dem entfernten Meckern einer Ziege, das durch die Dämmerung hallt, gehörte zu den eindrucksvollsten Erlebnissen des abendlichen Spazierganges. Doch während man unsere „Himmelsziege“ früher vielerorts meckern hören konnte, kommt man heute nur noch selten in den Genuss dieses Schauspiels. Grund ist der zunehmende Verlust ihres Lebensraumes und alljährlich werden in den Ländern der EU über 500.000 Bekassinen erlegt. Die Jagd auf eine so hoch bedrohte Art muss in gesamt Europa dringend ein Ende haben. Ohne den großen Einsatz von Naturschutzvisionären, wie Erhard Thörner, wäre die „Mittlere Horloffaue“ heute kein Hotspot der Artenvielfalt.
Deswegen setzt sich auch heute noch die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und Gebietskörperschaften, für einen wirksamen Schutz der Aue ein.


Bergvogelexkursion 2012 - HGON, AK Gießen mit dabei

Der HGON Arbeitskreis Gießen organisierte eine Reise zur 72. Bergvogelexkursion, vom 16. – 19. Juni 2012, nach Grindelwald.  Mit dabei waren einige Mitglieder der NABU Gruppen Dorf-Güll, Holzheim und Nonnenroth.
Ausrichter der Exkursion war der Schweizer Vogelschutz SVS und BirdLife Schweiz.
Für die Teilnehmer aus dem Kreis Gießen waren das vier tolle Tage.
Bilderbuchwetter, eine beeindruckende Landschaft, ornithologische wie botanische Highlights und nette Naturschutzkolleginnen und Kollegen.
Zu den Höhepunkten zählten ein z. B. Gänsegeier, jagende Steinadler, Schneesperling, Bergpieper und Zitronengirlitz.
Sehr schöne Aufnahmen von den Exkursionen finden Sie unter www.kommart.com

2013 sind wir wieder mit dabei!

AK Leiter Heinz Weiss



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