Unsere Arbeitskreise

Arbeitskreis Limburg-Weilburg


Villmarer Nachrichten vom: 21.07.2016

HGON und BI Wind-Wahn üben Fachaufsichtsbeschwerde
Kritik am „Fledermauserlass“ des hessischen Umweltministeriums

Per Erlass reduzierte das hessische Umweltministerium im Juni den bisher geltenden Schutzradius für geschützte Fledermausarten von 1.000 bis 5000 Meter de facto generell auf 1.000 Meter.

Aufgrund dieses Erlasses könnten somit im Rahmen der Regionalplanung Vorrangflächen für Windkraftanlagen an Orten ausgewiesen werden, an diesen dies vorher nicht möglich gewesen wäre.

Dieser Erlass kollidiert mit den einschlägigen Vorschriften und Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes, welches ein Tötungs- und Störungsverbot besonders streng geschützter Tierarten sowie ein Beschädigungs- und Zerstörungsverbot ihrer Fortpflanzungs- und Ruhestätten vorgibt.
Insofern dürfte dieser Erlass mit den vorgegebenen Vorgehensweisen einer gerichtlichen Klärung nicht standhalten und wird in der Folge auch die Gültigkeit einer Regionalplanung in Frage stellen.

Gegen diesen Erlass hat die HGON Limburg/Weilburg zusammen mit der Bürgerinitiative Wind-Wahn Villmar/Runkel Fachaussichtsbeschwerde beim Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft u. Verbraucherschutz eingereicht.
 
HESSISCHE GESELLSCHAFT FÜR
ORNITHOLOGIE UND NATURSCHUTZ e.V.
 
Dieter Stahl    Bürgerinitative Wind-Wahn Villmar/Runkel

Wolfgang Nawroth


Der Kampf der HGON gegen Windräder

Limburg-Weilburg. 

Mit scharfer Kritik hat der Arbeitskreis Limburg-Weilburg der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) auf einen Erlass der hessischen Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) reagiert, „den Abstand von Windkraftanlagen zu Wochenstuben zweier stark bedrohter und somit strengenstens geschützter Fledermausarten von 5000 Meter auf jetzt lächerliche 1000 Meter zu reduzieren“; Wochenstuben heißen die Quartiere, in dem sich die trächtigen Weibchen der Fledermäuse zusammenfinden, um dort ihre Jungtiere zur Welt zu bringen.

Der HGON-Arbeitskreis empfindet diesen Erlass als „völlig überflüssig“, denn er bedeute eine „enorm erhöhte Gefährdung dieser Fledermausarten“. Sachliche Gründe können die Natürschützer nicht erkennen; es sei denn, der Grünen-Politikerin sei es darum gegangen, einen für Betreiber von Windkraftanlagen „verhassten Hinderungsgrund“ zu beseitigen. Der HGON-Arbeitskreis kündigt an, der hessischen Umweltministerin zu schreiben und auch das Gespräch mit dem Regierungspartner CDU zu suchen.

Wenig glücklich reagiert der HGON-Arbeitskreis auch auf den Umgang mit dem Thema Biodiversität – dem Schutz der biologischen Vielfalt. Das sei leider nicht mehr als ein „Deckmäntelchen“, „mehr Schein als Sein“. Dass der Erste Kreisbegordnete Helmut Jung (SPD) sich für Biodiversität einsetze, sei erstaunlich, weil sich Jung auch für den Bau von Windkraftanlagen ausspreche und „da finden die erforderlichen Belange des Naturschutzes kaum Beachtung“. Überhaupt müsse festgestellt werden, dass sowohl Grünen-Politiker als auch Hessen Forst sich nicht davor scheuten, „große Waldflächen für Windkraft baumlos zu machen, wohingegen sie doch oftmals öffentlichkeitswirksam gegen das Fällen auch nur eines Baumes protestieren“. Stattdessen werde immer wieder versucht, „die Windenergie als Allheilmittel schmackhaft zu machen“, zuletzt durch das Papier „Windenergie Hessen“. Der HGON-Arbeitskreis behauptet hingegen, dass dabei „nicht immer mit der Wahrheit und den Fakten sorgsam umgegangen wird“. Vielmehr gehe es darum, „Misstände und Bedrohungen möglichst für Natur und Landschaft kleinzureden oder gar zu rechtfertigen“.

Artikel vom 13.07.2016, 03:00 Uhr (letzte Änderung 16.07.2016, 03:36 Uhr)

Artikel: http://www.fnp.de/lokales/limburg_und_umgebung/Der-Kampf-der-HGON-gegen-Windraeder;art680,2109453

© 2016 Frankfurter Neue Presse


HGON LM/WEL ruft zur Unterstützung gegen Bienenkiller

Villmarer Nachrichten: Letztes Jahr noch hat Agrarminister Schmidt die Pestizide  verboten, weil Neonikotinoide für Bienen tödlich sind. Jetzt besteht die Gefahr, dass unter dem Druck von Bayer, BASF und Co. die Bienenkiller schon in den nächsten Tagen wieder erlaubt werden. Die HGON  LM/WEL ruft zur Unterzeichung des Apells: "Sehr geehrter Herr Minister Schmidt,  die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind eindeutig: Neonikotinoide sind mitverantwortlich für das Bienensterben. Sie selbst haben im letzten Jahr vor "millionenfachem Bienentod" durch die Pestizide gewarnt.
Daher fordere ich Sie auf: Handel und Aussaat von Saatgut, das mit Neonikotinoiden behandelt wurde, müssen vollständig verboten bleiben! Machen Sie keine Ausnahmen für Bienenkiller. Insektizide aus der Gruppe der Neonikotinaide wirken sich besonders verheerend auf Bienen und Hummeln aus, für die Bestäuber rund 7000 mal giftiger als das Supergift DDT.  Ein endgültiges Verbot der Neonicotinoide ist also zwingend.
Die Bemühungen zur Biodiversität werden ad absurdum geführt, so der Arbeitskreisleiter Dieter Stahl vom HGON Arbeitskreis Limburg-Weilburg.


Unterzeichnen Sie jetzt den Appell gegen die Bienenkiller, hier!


Windkraft: HGON sieht Konflikt

WEILBURG Im Wald nördlich des Weilburger Kreuzes ist ein weiterer Brut- und Nisthorst gefunden worden. Das haben Naturschützer dem Regierungspräsidium (RP) Gießen mitgeteilt. Ob dieser Fund auf den geplanten Windpark Oberlahn Auswirkungen hat, wird nun geprüft. Weiterlesen..

http://www.mittelhessen.de/lokales/region-limburg-weilburg_artikel,-Windkraft-HGON-sieht-Konflikt-_arid,648517.html

 


Studie belegt: Rotmilan durch Windräder gefährdet

HGON LM/WEL und BI Wind-Wahn intervenieren erneut

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HGON: Windräder im Runkeler Wald durch die Hintertür?

Runkel.

Der HGON-Arbeitskreis Limburg-Weilburg befürchtet, dass Windräder im Runkeler Wald durch die Hintertür doch noch realisiert werden könnten. Während eines Gesprächs über einen Pachtvertrag habe einer der Geschäftsführer der Naturwerke Erneuerbare Energien Recklinghausen erklärt, dass ... hier geht's zum Artikel


Windräder im Runkeler Walddurch die Hintertür?

Während eines Pachtvertrag-Anbahnungsgesprächs äußerte sich einer der Geschäftsführer der Naturwerke Erneuerbare Energien, dass sie die zunächst gestrichene VRG 1116 (Runkeler Wald) noch nicht aufgegeben hätten. Liegt in dieser Aussage vielleicht die Antwort... hier geht's zum Artikel


Weilburger Tageblatt

Bedenken gegen Windkraft

Dabei geht es um "viele der aufgeführten" Vorranggebiete für Windenergie. Viele Darstellungen, Einschätzungen und Empfehlungen des Regierungspräsidiums sind nach Ansicht der HGON "fehlerhaft, oftmals widersprüchlich und verharmlosend". Dazu würden zum Beispiel die Aussagen über die Einflüsse auf Tiere, wie Fledermäuse, Rotmilan und Schwarzstorch, und auf den Menschen gehören.

Beispielsweise werde vorgeschlagen, "mögliche Konflikte mit Fledermäusen auf örtlicher Ebene zu lösen". Die Naturschützer fragen sich, wie das geschehen soll und wundern sich darüber, dass gleichzeitig davon gesprochen wird, dass es nur "geringes und mittleres Konfliktpotenzial für Fledermäuse" gäbe. Dies sei ein Widerspruch zum Ratschlag.

Infraschall und zu geringer Abstand

Laut dem Arbeitskreis werden vor allem die gesundheitlichen Gefahren für die Bürger durch den Infraschall außer Acht gelassen. Die HGON glaubt, dass gesundheitliche Probleme auftreten, die sich erst nach Jahren bemerkbar machen werden. Die jetzt noch gültigen Abstände von Siedlungen zu einer Windkraftanlage von 1000 Metern seien viel zu gering. Heckholzhausen liege zum Beispiel in diesem geringen Abstand zu den geplanten Anlagen. (red)

 

http://www.mittelhessen.de/lokales/region-limburg-weilburg/kurzmeldungen-region-limburg-weilburg_artikel,-Bedenken-gegen-Windkraft-_arid,570852.html

 


27.09.2015 Windkraft – Wer spielt hier falsch? Täuscht Investor Landbesitzer bewusst?

Der HGON LM/WEL liegen Schreiben eines Investors an Grundbesitzer der Gemarkungen Falkenbach, Seelbach und Arfurt vor, in denen ausgeführt wird, man gehe davon aus, dass die in dem angefügten Lageplan zum geplanten Vorhaben skizzierten Flächen vom RP Gießen als Windvorrangflächen ausgewiesen werden. Dieser Lageplan zeigt weiterhin die Windvorrangflächen im Bereich Villmar/Runkel, wie sie im Entwurf zum Teilregionalplan 2012 dargestellt wurden. Im Rahmen der jetzt aktuellen zweiten Offenlage wurde die Fläche aber größtenteils als avifaunistischer Schwerpunktraum deklariert und von ehemals rund 450 ha auf 152 ha reduziert, so die HGON. Ist dies dem Investor tatsächlich nicht bekannt und hat er deshalb auch den Windmessmast an einer Stelle errichtet, die überhaupt nicht mehr als Windvorrangfläche ausgewiesen werden soll oder plant man vielleicht im Zusammenspiel mit den Genehmigungsbehörden etwas ganz anderes? Diese Frage stehe im Raum.
Erstaunt zeigt sich die HGON auch über die Aussage im Schreiben des Investors, 80 Prozent aller betroffenen Landeigentümer hätten bereits entsprechende Nutzungsverträge zur Pacht ihrer landwirtschaftlichen Flächen abgeschlossen. Die Anzahl der Grundbesitzer, welche mit diesem “Musterbrief” angeschrieben wurden, lässt doch Zweifel daran aufkommen, ob diese Aussage tatsächlich der Realität entspricht oder ob hier nicht einfach ein gewisser psychologischer Druck aufgebaut werden soll.
© – Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e. V. (HGON) Arbeitskreis Limburg-Weilburg


Windmessmast kontra Schwarzstorch

Villmar-Seelbach. Trotz des massiven Protestes der Bürgerinititiative Wind-Wahn Villmar/Runkel hat die Firma „Naturwerk – erneuerbare Energien GmbH“ wie geplant einen Windmessmast „Auf der Nauscheid“ in einem Abstand von rund 700 Metern zu dem der Unteren Naturschutzbehörde bekannten Horst eines Schwarzstorches errichtet. 

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HGON: Abschuss des Rudel Damwildes bei Villmar wäre unverhältnismäßig

Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. (HGON) setzt sich seit über 40 Jahren für den Naturschutz in Hessen ein. Es sei völlig unverständlich, weshalb eine Art praktisch durch eine Behörde angeordnet, ausgelöscht werden solle. Damwild als neue Art zwischen Runkel und Villmar sei eine Bereicherung, keine Plage, so die HGON. "Als ganz sicher unverhältnismäßig" wertet der Leiter des HGON Arbeitskreises LM/WEL, Dieter Stahl, die nun bekannt gewordenen Planungen der Hessen-Forst Landesbetriebsleitung, die ein seit kurzem bei Villmar/Seelbach heimisch gewordenes Rudel Damwild kein Bleiberecht zubillige, was letzten Endes den angeordneten Abschuss bedeute.
HessenForst könne nur auf ihren eigenen Flächen jagen. Außerhalb dieser Flächen könne dies nur der Jagdpächter. Dieser wiederum könne nur nach Anordnung der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Limburg-Weilburg das Damwild bejagen. Dass ein Rudel Damwild wegen seines "Einflusses auf die Vegetation bzw. den Wald" einfach liquidiert werden solle, zeige in grausamer Art wie in zunehmenden Maße Profitinteressen der Vorzug vor der Natur gegeben werde. Selbst die Jägerschaft sei gegen diese Ausrottungs-Überlegungen. Wenn seitens von Hessen-Forst mit einer angeblich größeren Gefahr für den Straßenverkehr argumentiert werde, erscheine dies ganz klar vorgeschoben. Mit diesem Argument könne man auch das Rehwild in der Region verbieten. Es gehe hier um die Ausmerzung einer Art, von der wir froh sein sollten, dass diese nun hier heimisch werden wolle. Die HGON habe deshalb die Landesbetriebsleitung von Hessen-Forst gebeten, die rechtlichen Grundlagen für eine Ausmerzung der Art in dieser Gegend zu benennen. Im Übrigen, so die HGON, würden durch Forstarbeiten bestimmt mehr Schädigungen entstehen als Verbiss-Schäden durch Damwild. Außerdem stelle Hessen-Forst beträchtliche Waldflächen für die Windkraft zur Verfügung und schädige nachhaltig Schwarzstorch, Rotmilan u.a. Vogelarten sowie Fledermäuse; was also solle dieses Regularium.


„Wind-Wahn“ protestiert bei der Staatskanzlei

Villmar.

Die Bürgerinitiative „Wind-Wahn“ Villmar/Runkel und der HGON-Arbeitskreis Limburg-Weilburg haben sich beim Chef der Hessischen Staatskanzlei, Axel Wintermeyer, über eine Entscheidung des Hessischen Umweltministeriums beschwert. Die Wiesbadener Behörde hatte es mit Schreiben vom 8. und 15. Juni abgelehnt, die von der Kreisverwaltung erteilte Genehmigung für einen Windmessmast bei Seelbach zu überprüfen und womöglich zu widerrufen. Darauf hatte die BI „Wind-Wahn“ gedrungen und dazu ein Gutachten des Marburger Ornithologen Prof. Kraft vorgelegt.

Kraft war zu dem Schluss gekommen, dass der von einem Recklinghäuser Projektierer geplante Windmessmast unzählige heimische Brutvögel, darunter der geschützte Schwarzstorch, wegen eines hohen Vertreibungsrisikos gefährdet. Die vorgesehenen Abspannseile des Mastes sind nach Einschätzung des Marburger Gutachters für die Vögel problematisch. Kritisch sieht Kraft auch die vorgelegte artenschutzrechtliche Prüfung durch ein Fachbüro, die nach seiner Einschätzung Lücken und Fehlinterpretationen aufweise.

Dieser Auffassung folgte das Hessische Umweltministerium nicht. In getrennten Schreiben an „Wind-Wahn“ und die HGON wies die zuständige Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser auf die unterschiedlichen Maßstäbe hin, die für die Genehmigung von Windkraftanlagen und Windmessmasten gelten; auch besitze die Naturschutzbehörde einen Beurteilungsspielraum. Zu offenkundigen Fehleinschätzungen sei es nach ihrem Dafürhalten nicht gekommen, so Tappeser. Auch habe das Gutachten von Prof. Kraft keinen direkten Bezug zur örtlichen Situation in Seelbach und sei daher nicht verwertbar. Die Staatssekretärin verweist zudem darauf, dass die Abspannseile so markiert werden müssen, dass Vögel durch sie nicht vergrämt werden.

Dagegen halten Wind-Wahn-Vorsitzender Wolfgang Nawroth und HGON-Chef Dieter Stahl an ihrer Einschätzung fest, dass die Errichtung des Windmessmastes gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstößt. Die Begründungen des Umweltministeriums seien „fadenscheinig“. Falsch sei auch die Behauptung, dass Gutachter Kraft nicht auf die örtliche Situation eingegangen sei. Im Gegenteil: Der Steimelskopf als geplanter Standort des Windmessmastes sei ausdrücklich erwähnt. Ganz in der Nähe befinde sich der Horst eines Schwarzstorches. Dies verhindere, dass dort eine ursprünglich geplante Windvorrangfläche ausgewiesen werde. „Obwohl dies dem Projektierer bekannt ist, hält dieser an diesem Standort für seinen Windmessmast fest und plant auf den angrenzenden Flächen zwischen Falkenbach und Arfurt einen Industriepark mit zehn Riesenwindrädern.“

Die untere und die obere Naturschutzbehörde, aber auch das Hessische Umweltministerium hätten die naturschutzrechtlichen Bestimmungen „grob missachtet“. In ihrer Beschwerde an Staatskanzlei-Chef Wintermeyer schreiben Nawroth und Stahl, dass die Vergrämung des besonders geschützten Schwarzstorches offenbar billigend in Kauf genommen werde. Zumal die an den Abspannseilen des Mastes vorgesehenen Markierungen das Vergrämungsrisiko laut dem Gutachten von Prof. Kraft sogar noch erhöhten.


Verschwundene Feldwege: ZDF meidet heißes Eisen / stattdessen leichte Unterhaltung/

Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Limburg-Weilburg, Armin Müller rausgeschnitten
Bilder: Herbert Stahl

Der Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes und Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Limburg-Weilburg, Armin Müller, kam erst gar nicht vor im Dreh des ZDF am 31.05.2015 um 18.30 Uhr in der Sendung „TerraX“. „Kaum zu glauben, aber es kommt vor, dass Landwirte ihre Anbaufläche vergrößern, indem sie einfach ein Stück vom angrenzenden Feldweg oder Nachbargrundstück mit umpflügen. Manchmal verschwinden sogar ganze Bachläufe. "Terra Xpress" zeigt, was dahintersteckt“. Ein Anspruch, dem leider auch nicht ansatzweise entsprochen wurde.  
Dabei war Armin Müller ausgiebig vor Ort zusammen mit Fritz Kohl von der HGON zu umgepflügten Feldwegen,  interviewt worden. Einfach raus gelassen wurde der Teil. Offensichtlich zu heiß für das ZDF, das von der HGON LM/WEL belastbare Unterlagen hatte, die zeigten, dass das Problem hessen- ja deutschlandweit besteht. Dabei war auch amtliches Kartenmaterial aus einer andern Kreisgemeinde mit 14 Kilometer verschwundenen Feldwege.
Keine Thema für das ZDF. Enttäuschen für die HGON-Mitglieder Dieter Stahl, Fritz Kohl, Herbert Stahl  und Karl Aumüller, die für die Aufnahmen gut einen halben Tag opferten. Was blieb, waren unterhaltsam zusammengestellte Einsprengsel in die ZDF-Sendung von Unterhaltungswert, mehr nicht.
Von einem verschwunden Vorfluter in Frickhofen und der Feldwegeproblematik blieb nur, dass die Naturschützer mit 130 m Wiederherstellung anstatt des alten Zustandes , nämlich 400m, „leben müssen“ und die Feststellung aus dem Off, dass 20 Kilometer Feldweg in Dornburg verschwunden seien, natürlich unkommentiert. „Laut Naturschutzverein sollen über die Jahre über 20 Kilometer Feldwege allein in dieser Region verschwunden sein.“ Wörtlich, die HGON wird nicht genannt.
Schon fast zynisch, vor der Problematik der Zerstörung von Biotop- Vernetzung der Kommentar des ZDF aus dem Off: „Aber vielleicht ist der Weg ja des Ziel“ mit dem Zusammenschnitt von der Wandergruppe mit dem Kommtentar einer Wanderin „Da laufen wir ja einen Umweg!“ und aus dem OFF, immerhin: „Die Naturschützer sind sauer. Wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere wurde dem Erboden gleichgemacht. Sie fordern, dass der alte Weg wieder neu angelegt wird.“ Das war es dann. Kein Wort mehr über die faktische Landnahme aus Gewinnsucht zu Lasten der Natur.   Schnitt. Anderer Drehort, anderes Thema


Wer frisst Feldwege?

HGON, Arbeitskreis Limburg-Weilburg, Fritz Kohl, Hahlbergstraße 29, 65614 Beselich

Die Antwort ist leicht: So mancher Landwirt!
Diese Problematik hat ein Fernsehteam, das für die ZDF-Sendung Terra X Beiträge herstellt, aufgegriffen und beim HGON Arbeitskreis Limburg-Weilburg nachgefragt, ob man bei der Erstellung eines solchen Fernsehberichts mitmacht.
Auf den Arbeitskreis (AK) sei man gekommen, weil im Internet davon zu lesen ist, dass der AK und der Bürgermeister der Stadt Runkel, Kreis Limburg-Weilburg, in dieser Angelegenheit schon Gespräche mit Landwirten und dem Kreislandwirt führten.
Um dies gut und entsprechend zu veranschaulichen und darzustellen, haben wir die Gemarkung des Dornburger Ortsteils Frickhofen vorgeschlagen, weil dort besonders viele Feldwege umgeackert und somit verschwunden sind.
In Frickhofen ist es unseres Wissens überwiegend ein Landwirt, der so seine Ackerflächen ständig vergrößert. Auch habe dieser einen Vorfluter widerrechtlich zugefüllt  und umgeackert und somit seinem Acker hinzugefügt, ein besonders gravierender Verstoß.
Die darüber informierte Untere Wasserbehörde des Kreises hat bisher wenig Interesse und kaum Engagement gezeigt, dagegen vorzugehen. Auch die Gemeinde hat diesen Vorfall nicht mit dem nötigen Nachdruck angegangen.
Der bei dem Fernsehbericht ebenfalls anwesende Kreislandwirt, Herr Armin Müller, ist zwar nach eigenem Bekunden auch nicht damit einverstanden, wenn Landwirte widerrechtlich Wege umpflügen. Müller erwähnte, dass Bürgermeister Höfner ihm versichert habe, alle umgebrochenen Feldwege sind von der Gemeinde den betreffenden Landwirten entweder verpachtet oder verkauft worden.
Sollte die Gemeinde Feldwege verkauft haben, was unter bestimmten Umständen möglich ist, muss die Zustimmung der Naturschutzbehörde des Kreises vorliegen, wovon wir allerdings nicht überzeugt sind.
Eine diesbezügliche Nachfrage wird Aufklärung bringen. Auch dürfen verpachtete Wege, da sie nicht im Besitz der Landwirte sind, nicht umgepflügt werden (§ 23 Nr. 7 Bundes Fern Straßen Gesetz) , wie auch solche Wege, an denen es weitere Anlieger gibt. Solche Wege können auch nicht ohne Einverständnis aller Anlieger verkauft werden. Das sollten das Gemeindeparlament und der Bürgermeister eigentlich wissen.
Das Team vom ZDF hatte zwei Flurkarten zum Vergleich, auf denen die verschwundenen Feldwege eingezeichnet sind. Die eine Karte wurde dem Gemeindeparlament auf dessen Anfrage von der Verwaltung ausgehändigt, die andere wurde von einem Fachmann erarbeitet. Auf letzterer sind wesentlich mehr verschwundene Feldwege zu sehen, als auf der Karte der Gemeinde.
Den Teilnehmern und uns fiel unter anderem auf, dass ein unbefestigter naturbelassener Feldweg, vor dem man stand, auf der Gemeindekarte aus Ackerfläche farblich ausgewiesen ist. Ist sein Umackern im Rathaus schon abgesegnet, obwohl sogar ein anderer Landwirt Anlieger ist, frug man sich!?
Die HGON bedauert, dass der starke Rückgang von Ackerwildkräutern, von Insekten wie Schmetterlingen, Wildbienen, Laufkäfern und Heuschrecken und das auffällige Verschwinden vieler früher häufiger Vogelarten wie Wachteln, Rebhühner, ja sogar Feldlerchen oder der Goldammern bei den Aufnahmen nur am Rande erwähnt wurde. Gründe für deren Abnahmen finden sich zweifelsohne in der zunehmenden Monokultur auf immer größer werdenden Ackerflächen für Raps-, Mais- und Getreideanbau. Zusätzlich tut der mehrmalige Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat, das alle zweikeimblättrige, also Blüten-Pflanzen tötet oder der Einsatz von Neonicotinoiden, das Insekten tötet, das Ihrige dazu.
Dadurch werden Nahrungsgrundlagen wie Blüten und Insekten immer weniger und verschwinden stellenweise gänzlich.
Ähnlich nachteilig wirkt sich auf Flora und Fauna aus, dass immer mehr Wiesen zu „Grasäckern“ mutieren, es immer weniger „Blumenwiesen“ gibt. Lediglich der stickstoffliebende Löwenzahn breitet sich aus, bekannte und beliebte Wiesenblumen wie z.B. die Margerite gibt es kaum noch. Und jetzt verschwinden auch noch die mancherorts letzten Kleinbiotope und Verbindungsstrukturen zu möglicherweise vorhandenen Biotopen durch Umackern von unbefestigten Feld- und Wiesenwegen.
Zu sehen ist der Beitrag am 31.05.2015 um 18.30 Uhr im ZDF in der Sendung „TerraX“.


Ornithologische Stellungnahme zum geplanten Windmessmast in der Gemarkung Seelbach zur Grenze Runkel-Wirbelau (Landkreis Limburg-Weilburg)

Hier lesen..


Gutachten gegen Mast

Mit einem Gegengutachten macht der Arbeitskreis Limburg-Weilburg der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) Druck gegen die Genehmigung eines Windmessmastes in Seelbach.

Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), Arbeitskreis Limburg-Weilburg, hat der Hessischen Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) ein Fachgutachten des Vogelkundlers Prof. Martin Kraft von der Philipps-Universität Marburg zum geplanten Seelbacher Windmessmast überreicht. Darin, so der Arbeitskreisvorsitzende Dieter Stahl, werde der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Limburg-Weilburg eine fehlerhafte Genehmigung bescheinigt. Das vom Antragsteller vorgelegte avifaunistische Gutachten weise erhebliche Qualitätsmängel auf, berichtet Stahl. Die HGON und auch die Bürgerinitiative Wind-Wahn Villmar/Runkel sehen sich daher in ihrem Verdacht bestätigt, dass bei der Genehmigung des Mastes „sachfremde Erwägungen“ im Spiel waren.

Wie von dieser Zeitung berichtet, wurde der Windmessmast von der Kreisverwaltung genehmigt, obwohl sich der Messpunkt aller Voraussicht nach außerhalb der künftigen Windvorrangflächen des Teilregionalplans Energie Mittelhessen befindet. Auch hatte sich die Behörde über Bedenken des Kreisvogelschutzbeauftragten hinweggesetzt.

Wegen der Grundsätzlichkeit des Vorgangs, so Stahl, bittet die HGON die Ministerin, darauf hinzuwirken, „dass die nun offensichtlich fehlerhafte Genehmigung der UNB Limburg“ für den Windmast in Seelbach zurückgenommen wird. Gleichzeitig verwies der Arbeitskreis der HGON auch auf die noch anhängige Fachaufsichtsbeschwerde der Bürgerinitiative Wind-Wahn Villmar/Runkel in gleicher Angelegenheit.

Die Naturschützer sehen die öffentliche Glaubwürdigkeit der Limburger Naturschutzbehörde gefährdet. Denn die UNB hätte schon aufgrund der „Entstehungsgeschichte“ ihrer Genehmigung zwangsläufig zu dem Ergebnis kommen müssen, dass es sich bei dem vom Investor eingereichten Gutachten um kein fachlich vertrauenswürdiges Papier handele, so Stahl. Deshalb hätte es keinesfalls als Genehmigungsgrundlage für den Windmessmast dienen können. Stahl sieht deshalb den begründeten Anfangsverdacht von „sachfremden Erwägungen“ für gegeben.
„Passend gemacht“

Der Arbeitskreisvorsitzende begründete seinen Verdacht damit, dass der Gutachter drei Anläufe benötigt habe, um seine Einschätzung für die Genehmigung „passend“ zu machen. Das erste avifaunistische Gutachten habe überhaupt keinen Schwarzstorch beinhaltet, obwohl das Vorkommen dem Gutachter bekannt gewesen sein muss. Ein zweites Gutachten habe keine Flugbewegungen des Schwarzstorches berücksichtigt. Spätestens das hätte nach Auffassung der HGON die Untere Naturschutzbehörde an der Beurteilungsgrundlage des Gutachtens zweifeln lassen müssen.

Durch das nun von der HGON vorgelegte Gegengutachten sehen die Naturschützer fachliche Beweise dafür, dass die Entscheidung der UNB auf einer falschen Grundlage getroffen wurde. Dies betreffe aber nicht nur den Schwarzstorch, sondern eine große Zahl von entscheidungsrelevanten geschützten Arten. goe

http://www.fnp.de/lokales/limburg_und_umgebung/Gutachten-gegen-Mast;art680,1375619


Rotmilane brüten auch bei uns. Warum gilt das, was gerade in Marburg geklärt wurde, nicht auch für Villmar und Runkel?

Die Hessenschau hat gerade dokumentiert, wie Marburgs grüner Bürgermeister, der schon auf den Lahnbergen hat abholzen lassen, wegen brütenden Rotmilanen gestoppt wurde. Hier zu dem Video-Clip. Warum verhindert der Chef der unteren Naturschutzbehörde, der 1. Kreisbeigeordnete Herr Jung nicht die weitere Planung für die Windvorranggebiete bei uns im Kreis, wo er doch genau weiß, dass seit Jahren Bruthorste vorhanden und dokumentiert sind und ganz aktuell auch zur Zeit gebrütet wird?, so Dieter Stahl von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. (HGON)  LM/WEL. Man habe hier eine Population, die mit Marburg vergleichbar sei. "Und der RP weiß das", so Stahl. Der Skandal bestehe darin, dass die Naturschutzbehörden ganz offensichtlich einen politischen Maulkorb verpasst bekommen hätten. Man habe in dem Hessenschaubericht den klassischen Fall: "Nur weil Professor Kraft, Ornithologe von der Uni Marburg, interveniert hat, gab es einen Stopp" so Stahl; die Naturschutzbehörden seien offensichtlich angewiesen, blind Gefälligkeitsgutachten von Investoren zu glauben.
Und es sei geradezu widerlich, wie politische Vorgaben in Verbindung mit Subventionsjägerei, auch von grünen Mandatsträgern, den Naturschutz zur Farce machten."Wenn alles gut geht, so Stahl, bekommt Herr Jung (Bild rechts) von uns, von dem gleichen Marburger Professor ein Gutachten zum umstrittenen Villmarer Windmessmast vorgelegt, in dem die Genehmigung seiner Behörde als fachlich fehlerhaft entlarvt wird." Investoren und Betreiber sollten sich den Hessenschaubericht gut ansehen. Die HGON LM/WEL werde alles daran setzen, wenn hier gebaut werde, dass die HR in dieser Weiseauch über Runkel/Villmar berichten könne.




Offener Brief

Umgepflügte Feldwege:
Unrechtmäßige Landnahme wird durch EU-Subventionen belohnt,
Naturschutz bleibt auf der Strecke

Sehr geehrte Frau Ministerin Hinz,
sehr geehrter Herr Minister Al-Wazir,

Ein offenes Unrecht grassiert zur Zeit in Hessen: Vermutlich Hunderte von Kilometer Feldwege wurden in Hessen rechtswidrig unter den Pflug genommen. Ganz amtlich waren es z.B. in der Gemeinde Villmar in 2005 rund 14 Kilometer verschwundene Feldwege. Im Ortsteil Frickhofen, Gemeinde Dornburg, dürften es etwa an die 20 Kilometer sein. Dort hat aktuell das ZDF einen Film zu dieser Thematik gedreht, ausgelöst durch einen Pressebericht, bei dem die HGON den Missstand deutlich machte. Dies sind keine Einzelfälle,
ein Blick ins Internet genügt. Nun liegt ein starker Anfangsverdacht vor, dass Kommunen, auch durch rückwirkende Pachtverträge mit betroffenen Landwirten, deren rechtswidrige Umnutzung von Wiesen-Feldwegen goutieren. Und das zum Teil zu unglaublich niedrigen Konditionen; z.B. angeblich 546 Quadratmeter für 2,73 Euro Jahrespacht. Eine entsprechende Aufstellung wurde uns zugespielt.

Wenn Feldwege dieser Größenordnung einfach verschwinden oder mit Zustimmung der Kommunen faktisch um-gewidmet werden, ist nicht vorstellbar, dass dies mit Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörden passiert ist oder passiert. Nach § 14 Bundesnaturschutzgesetz stellt das rechtswidrige Umpflügen von Feldwegen ganz zweifellos einen Eingriff in die Natur und Landschaft durch die Veränderungen der Nutzung von Grundflächen dar. Inwieweit "rückwirkende Verpachtungen" mit dem Hessischen Wegerecht und dem Rechtscharakter der Feldwege überhaupt im Einklang stehen, vermag ich nicht zu beurteilen.

Die bestehende Praxis hat einen Umfang angenommen, der Handlungsbedarf auf Landesebene notwendig macht, da die bestehenden Regularien ganz offensichtlich nicht greifen.

Der Naturschutz, aber nicht nur der, bleibt auf der Strecke. Auch die große Mehrheit der rechtstreuen Landwirte hat das Nachsehen. Die herrschende Praxis animiert geradezu zum Rechtsbruch.

Mit freundlichen Grüße,
Dieter Stahl
Leiter des HGON-Arbeitskreises LM/WEL


Der Fledermausflüsterer

PORTRÄT Uwe Haun beschäftigt sich seit 30 Jahren mit den nachtaktiven Tieren

Villmar. Uwe Haun ist Naturschützer mit Leib und Seele. Besonders angetan haben es ihm die Fledermäuse, aber auch Kröten bringt er im Frühjahr bei ihrer Wanderung über die Straße.
In dem Stollen am Wiegehaus in ...

Schreien, Klopfen und Schnattern. Wenn Uwe Haun aus Villmar an seinem Laptop arbeitet, sind ungewöhnliche Laute zu hören. Der Fledermausbeauftragte des Limburg-Weilburger Arbeitskreises der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) wertet die Laute der heimischen Fledermausarten aus. Jede Tonspur, die Haun abspielt, klingt ein wenig anders. Mit einem Ortungsgerät hat er die Geräusche aufgenommen, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind.
Diese Mausohr-Fledermaus lebt ...

Seit 30 Jahren ist Haun Fledermausbeauftragter bei der HGON. Durch eine Zeitungsannonce ist er zu diesem Ehrenamt gekommen. Haun war zu dieser Zeit auf der Suche nach einem neuen Hobby, weil er aus gesundheitlichen Gründen das Bergsteigen und Fallschirmspringen aufgeben musste. "Ich wollte ein außergewöhnliches Hobby, und Fledermäuse faszinieren mich, weil sie nachts, ohne zu sehen, durch die Landschaften fliegen", sagt der 51-Jährige.
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Naturschützer mit Leib und ...

Die Natur und die Tiere hat er schon als Kind geliebt. Gerne tollte Haun auf dem Bauerhof der Großeltern in Bad Mergentheim herum. Im Alter von vier Jahren zog er mit seinen Eltern nach Villmar und erkundet seitdem die hiesige Natur.

In Deutschland gibt es 20 bis 25 Fledermausarten, rund zehn davon leben im Landkreis Limburg-Weilburg - unter anderem das Mausohr, der Abendsegler, die Bechtsteinfledermaus, die Franzenfledermaus und die Zwergfledermaus.

Sein Wissen über die Fledermäuse hat der gelernte Maler und Lackierer aus Lehrgängen an der Universität in Gießen. Fledermäuse seien nützlich, denn sie würden viele Insekten und Mücken fressen. "Durch die Fledermäuse muss man nicht so viele Pestizide auf die Felder sprühen", erklärt Haun.

Der Villmarer nimmt entkräftete Tiere mit und päppelt sie mit Mehlwürmern auf

Auch in seinem Wohnhaus in Villmar leben Fledermäuse. Die nachtaktiven Tiere halten sich in Giebeln und Fassaden auf, meist dort, wo der Putz abgebröckelt ist und kleine Hohlräume entstanden sind.

Oft bekommt Haun Anrufe von Hausbesitzern mit Fledermäusen - auch aus Bayern und Norddeutschland. "Ich gucke dann nach dem Rechten und berate die Leute", erzählt er. Der Villmarer nimmt auch entkräftete Tiere mit nach Hause und päppelt sie mit Mehlwürmern auf.

Im Winter besucht Haun die Fledermäuse in ihren Quartieren in Stollen und Höhlen. Von Langhecke über Aumenau bis nach Weilburg hat er Fledermausvorkommen gefunden. Im Greifensteiner Ortsteil Allendorf (Lahn-Dill-Kreis) gibt es ein Fledermaushaus, in dem die Tiere mit Infrarotkameras gefilmt und beobachtet werden. Die Daten werden von der HGON ausgewertet.

Das Image der Fledermäuse hat sich in den vergangenen Jahren verbessert, meint der Experte. Durch die Dracula-Filme der 60er Jahre hätten viele Leute Angst vor den Tieren gehabt. Heute herrsche mehr Aufklärung und auch mehr Wertschätzung für die Tiere, weiß Haun. Wer Fledermäuse in seinem Haus beherbergt, kann sich vom Naturschutzbund mit der Plakette "Fledermausfreundliches Haus" auszeichnen lassen - für Haun eine gute Sache.

Eine Gefahr für die Fledermäuse sind laut dem 51-Jährigen Windräder. Bedingt durch Verwirbelungen und den Druckabfall hinter den Rotorblättern platzen die Lungen und inneren Organe der Fledermäuse - es kommt zu einem sogenannten Barotrauma. "Die Fledermäuse fallen dann einfach vom Himmel und werden vom Fuchs und Marder gefressen", erläutert Haun. Auch am Villmarer Galgenberg, wo die Firma "UKA Umweltgerechte Kraftanlagen" aus Meißen Windräder plant, leben Fledermäuse. Die Gutachter würden davon ausgehen, dass die Anlagen den Fledermäusen nicht schaden. "Das sind gekaufte Biologen. Es ist eine Unverschämtheit zu sagen, dass die Windkräder den Fledermäusen nichts ausmachen", sagt Haun.

Neben der HGON ist er in der Naturschutzgruppe "Nature Fund" mit Sitz in Wiesbaden aktiv. Naturschutz ist ein aufwendiges Hobby, so dass er nur wenig Zeit für seine anderen Hobbys Kochen, Backen und die Burg Rheinstein hat.

Derzeit setzt sich Haun für die Kröten ein. An der Straße von Arfurt nach Runkel hat er Krötenzäune aufgestellt. Nachts sammelt er die Tiere ein und bringt sie auf die andere Straßenseite.


Villmarer Windmessmast erneut im Landtag!

Villmarer Nachrichten 02.03.2015
Villmarer Windmessmast erneut im Landtag!
HGON begrüßt berechtigte Fragen; ganzer Skandal allerdings nicht thematisiert

Die HGON LM/WEL begrüße außerordentlich, dass der Landtagsabgeordnete René Rock (FDP) in einer erneuten Kleinen Anfrage im Hessischen Landtag den Genehmigungsskandal der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises LM/WEL hinterfrage. Die UNB hatte eine Windmessanlage von 140 m Höhe in unmittelbarer Nähe eines Schwarzstorchhorstes außerhalb der von der Regionalversammlung vorgelegten Windvorrangflächen des Teilregionalplans Energie Mittelhessen genehmigt. Diese Genehmigung erfolgte, entgegen den sehr begründeten Bedenken des Vogelschutzbeauftragten des Kreises und der HGON.
Die Fragen von Herrn Rock, u.a. wie die Landesregierung die Rechtsauffassung der UNB bewerte, dass eine artenschutzrechtliche Prüfung für diesen Windmessmast nicht notwendig sei, die völlig im Gegensatz zur erst kürzlich von der Landesgierung zu diesem Fall vertretene Rechtsauffassung stehe und die Bewertung der möglichen Auswirkungen von Bauarbeiten zur Errichtung eines Windmessmastes in Nähe des Horstes, während der beginnenden Brutzeit, seien mehr als notwendig, weil hier der Naturschutz ganz offensichtlich mit Füßen getreten werde.
Das Gutachten, auf das sich die UNB stütze, so ist sich Dieter Stahl, Leiter des HGON- Arbeitskreises LM/WEL sicher, werde einer wissenschaftlichen Nachprüfung nicht standhalten. Die HGON sei bemüht, hierzu durch ein wissenschaftlich fundiertes Gutachten eines anerkannten Ornithologen den Beweis anzutreten. Zur Zeit liefen hierzu Verhandlung und man sei guten Mutes, so Stahl.

Ganzer Skandal allerdings nicht thematisiert

Bedauerlich sei aber, dass neben der naturschutzrechtlichen skandalösen Beurteilung des Sachverhaltes bei dem sich der Vogelschutzbeauftragte des Kreises, der Nabu und die HGON einig seien, die fragwürdige Kumpanei zwischen UNB und Gutachter nicht Gegenstand der Anfrage sei. Denn die UNB habe drei Anläufe vom gleichen Gutachter zugelassen, bis es „passend“ war: Das erste beinhaltete keinen Schwarzstorch, obwohl das Vorkommen bekannt war. Ein zweites Gutachten beinhaltete keine Flugbewegungen des Schwarzstorches und in einem dritten Gutachten des gleichen Gutachters sei als Lösung festgestellt worden, dass ein Schwarzstorch sinngemäß an den Leitungsseilen nicht verenden würde. "Sind wir schon soweit, dass Recht ist, was der Aufstellung von Windkraftanlagen nützt?", so Dieter Stahl.


Fragen zum Windmast

FNP 26.03.2015
Von Rolf Goeckel
Der von der Kreisverwaltung genehmigte Windmessmast bei Seelbach wird wohl noch ein parlamentarisches Nachspiel haben. Die FDP-Kreistagsfraktion hat zur nächsten Kreistagssitzung eine achtteilige Anfrage an den Kreisausschuss gestellt, in der sie umfassende Informationen einfordert.
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http://www.nnp.de/lokales/limburg_und_umgebung/Fragen-zum-Windmast;art680,1326764

 


PRESSEERKLÄRUNG 24.03.2015

HGON LM/WEL hat schwerwiegenden Verdacht:
Verhinderung des gesetzlichen Artenschutzes durch gemeinsame Sache zwischen staatlichen Stellen und Investoren und das praktisch erwiesen!
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Entsetzen über Mast

Die Kreisverwaltung hat gegen den Protest von Natur- und Vogelschützern die Aufstellung einer Windmessanlage bei Seelbach genehmigt.

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"Ein nicht mehr zu überbietender Zynismus der Unteren Naturschutzbehörde"

Behörde genehmigt: "Eine gesetzwidrige Vergrämungsmaßnahme" für den Schwarz-Storch
Skandal könnte Wellen im Hessischen Landtag schlagen.

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23.02.2015 HGON enttäuscht:

Naturschutzministerin Hinz verlässt sich auf Einsicht der Windkraft-Projektträger

Mit sehr großem Bedauern hat der Leiter des Arbeitskreises der HGON LM/WEL, Dieter Stahl (Bild), die Antwort von Umweltministerin Hinz zur Problematik von Gefälligkeitsgutachten Windkraft-Investoren zur Kenntnis nehmen müssen. Diese oft entscheidungsrelevanten Gutachten seien möglich, weil es bislang keine verbindlichen Standards für den Naturschutz im Einzelfall gebe, wie z.B. verbindliche Schutzradien für einen Schwarzstorchhorst, so Stahl. Weil das so sei, legten Gutachter diese ungeregelten Bereiche natürlich im Sinne ihrer Auftraggeber aus, so die Befürchtung. Die Behörden hätten weder Personal, noch Mittel diese Gutachten zu überprüfen. Und die Naturschutzverbände könnten dieses Defizit nur bedingt abfedern. Die HGON LM/WEL habe z.B. überhaupt keine Mittel, gutachterlich dagegen zuhalten.
"Machen wir uns nichts vor", so Stahl. Wenn die Ministerin der Auffassung ist: "Es wird deshalb letztlich auf die Überprüfung durch die zuständige Naturschutzbehörde ankommen" verkennt sie die Problematik, dass bei uns im Kreis der von der Regierung beauftragte offizielle Förderer der Windkraftpläne, der 1. Beigeordnete Jung, auch gleichzeitig Vorgesetzter der Unteren Naturschutzbehörde ist."

Immerhin sei seitens der Hessischen Regierung die Problematik der einseitigen Gutachten nicht in Abrede gestellt worden. Wenn aber verbindliche Standards lediglich unter Verweis auf einen Regierungs-Leitfaden abgelehnt und das Ganze mit der Einsichtsfähigkeit von Investoren begründet werde, überzeuge das nicht. Schon gar nicht mit der Begründung, angeblich sei den Projektträgern zwischenzeitlich "bewusst geworden", dass die "Bagatellisierung des Artenschutzes in ein Verfahren nach Umweltschadensrecht münden und die Rechtssicherheit der Planung in Frage stellen" könne. Die Wirklichkeit sehe anders aus: Hier bestehe sogar der Eindruck, dass inzwischen die höchstrichterliche Rechtsprechung kein Korrektiv mehr für mangelnden Naturschutz sei. Bezeichnend sei z.B. der VGH-Beschluss vom 29.1.2014 für einen Windpark in Bad Endbach, ganz im Sinne einer Politik, welche die hessischen bewaldeten Höhenzüge für die Windkraft zu Disposition gestellt habe. "Im Zweifelsfall wurde immer dem Investor geglaubt und sogar eidesstattliche Erklärungen zählen nichts mehr", so der Naturschützer.
villmarer-nachrichten.de/HGON%20entt%C3%A4uscht.htm


Erfolg für Vogelkundler und Naturschützer

Nassauische Presse vom 08.10.2014


Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Bahn in naturgeschützen Flächen während der Brutzeit von Vögeln nicht mehr Bäume roden darf. Denn das war in der Vergangenheit nicht so.
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Limburg-Weilburg.

Die großflächigen Rodungen der Bahn in den naturgeschützten Lahnhängen in der Brut- und Setz-Zeit hatten den Arbeitskreis Limburg-Weilburg der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) zu einem offenen Brief an die hessische Umweltministerin Priska Hinz veranlasst. Darin wurde die Forderung erhoben, die grüne Umweltministerin solle sich dafür einsetzen, dass die Schutzbestimmungen für die Brut- und Setz-Zeit künftig in Naturschutz- und FFH-Gebieten auch im Wald gelten. Dies sei bislang, entgegen landläufiger Ansicht, nicht so.

Nun hat das Umweltministerium nach Angaben der HGON reagiert. Berichte der nachgeordneten Naturschutzbehörden seien angefordert und ausgewertet worden. Das Regierungspräsidium in Gießen hatte darüber hinaus Kontakt mit dem Eisenbahnbundesamt aufgenommen: „Das Handeln der DB AG durch ihre zuständigen Stellen vor Ort war äußerst unglücklich und ging deutlich über das angekündigte Maß hinaus“, so die amtliche Wertung. Und weiter: „Um in künftigen Fällen ein rechtskonformes Handeln zu gewährleisten, werden im Bereich des Regierungspräsidiums Gießen in Kürze Gespräche mit der DB AG aufgenommen und eine angemessene Verfahrensweise für Vergleichsfälle vereinbart werden.“

Damit, so Dieter Stahl von der HGON Limburg-Weilburg, sei man zufrieden. „Durch das Aufdecken der mit dem Naturschutz unvereinbaren großflächigen Rodung der Bahn, die übrigens auch eine hessenweite Problematik beinhaltet, konnten wir erreichen, dass das Ministerium nun auch eine hessenweite Lösung erreichen will“, sagt Stahl. So sei ihm verbindlich mitgeteilt worden, das in der Angelegenheit die DB Netz AG eingeschaltet wurde, um eine grundsätzliche Vereinbarung, die eine landesweit einheitliche Verfahrensweise garantiert, anzustreben – ähnlich, wie sie in Bayern bereits getroffen worden sei.

www.nnp.de/lokales/limburg_und_umgebung/Erfolg-fuer-Vogelkundler-und-Naturschuetzer;art680,1068758


Der Herr der Fledermäuse

Fledermäuse faszinieren ihn wie kaum eine andere Tierart: Uwe Haun aus Villmar ist Fledermausbeauftragter der HGON und kümmert sich intensiv um diese bedrohte Tierart.
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Bestehende Horste opfern?

Diese Aussage ist von einem Bediensteten des Landes Hessen skandalös"
HGON kritisiert RP wegen Aussagen in Sachen Windkraft kontra Naturschutz auch im Zusammenhing mit Villmar /Runkel
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FNP vom 19.12.2014

Platz für Windkraft schrumpft

Die Obere Landesplanungsbehörde hat vorgeschlagen, die Windvorrangfläche bei Seelbach und Arfurt deutlich zu verkleinern.
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Schwarzstörche aus Villmar von Martina Schneider & Jörg Bernhar, Hochwald,
Foto von Volker Bayer, Laubustal

Villmarer Nachrichten vom 18.12.2014 17:30 Uhr

Windkraft-Monster
•    Runkel kann fast aufatmen, Seelbach und Falkenbach müssen noch die Luft anhalten
•    Galgenberg Villmar nach wie vor gefährdet, aber mit zu wenig Wind
•    Gebiet bei Weyer praktisch herausgenommen
•    Naturschützer Jung hat scheinbar Einsicht gezeigt
 
Es geschehen noch Zeichen und Wunder oder die Argumente der heimischen Windkraftgegner und der Naturschützer von der HGON haben offensichtlich überzeugt. Es ist heute leider nicht selbstverständlich, dass die "normative Kraft der Faktischen", wenn also glasklare naturschutzrechtliche Gründe vorliegen, Windmonster in Wäldern durch die Behörden erst überhaupt nicht zugelassen werden.
Der politische Druck aus Wiesbaden und die Geldgier einer entfesselten Subventionsjägerei und sogar einknickende Rechtsprechung sind der Grund. Das schien zunächst auch so bei uns.
 
Nun hat das Regierungspräsidium in seiner Vorlage an die Regionalversammlung Mittelhessen in seiner Windenergiekonzeption ein Beschlussvorschlag gemacht, indem für das Gebiet bei Runkel eine Ausweitung des Schutzbereiches für den Schwarzstorch gemacht wurde und das Vorragebiet 1116 entfällt. Die Änderung dürfte mit Sicherheit auch durch die Einsicht des 1. Kreis- Beigeordneten Jung und Vorsitzenden des Ausschusses der Windkraft-Planer in der Regionalversammlung begründet sein. Jung ist neben diesen Funktionen auch Chef der unteren Naturschutzbehörde des Kreises. Er stand in öffentlicher Kritik durch die HGON und die BI Windwahn Villmar Runkel (wir berichteten).
Jung hatte zunächst eine Pro-Windkraft-Position. Der HGON-Arbeitskreis LM/WEL sah die Äußerungen von Jung im WT vom 30.10.2014, weil kein Schwarzstorch gebrütet habe, könne auch keine Aussage über seinen Lebensraum und seine Flugbahnen dort getroffen werden und "Es kommt jetzt darauf an, ob das Regierungspräsidium den Mut hat, den Windpark zu genehmigen, ansonsten muss man die Brutperiode 2015 abwarten", als mit dem bestehenden Naturschutzrecht nicht vereinbar an.   
Es gehe nicht um einen fragwürdigen Mut des Regierungspräsidiums, sich über bestehendes Naturschutz-Recht hinwegzusetzen, denn auf nichts anderes liefe die Forderung Jungs hinaus, sondern Einhaltung bestehenden Rechts, so die HGON.

Runkel lehnt Windkraft im Wald klar ab

Hinzu kommt, dass allen voraus  Bürgermeister Friedhelm Bender von Runkel samt Stadtratsbeschluss gegen die Riesen-Windräder im Runkelner Wald sind.
Für Villmar bleibt noch ein Restgebiet bei Seelbach und der Galgenberg. Auch da erkennt das RP zwar Konfliktpotential mit dem Rotmilan, das aber angeblich nicht ausreiche, weil es kein Rotmilan-Schwerpunktraum sei. HGON und BI sehen das nicht nur anders, sondern haben auch fundierte Beweise.
Dieter Stahl, Leiter des HGON Arbeitskreises LM/WEL am 18.10.: "Ich bin fassungslos, mit welcher Ignoranz ganz offensichtlich die Regionalversammlung unsere Dokumentation über die naturschutzrechtliche Situation in den Windvorrangflächen behandelt. Wir haben uns das nicht aus den Fingern gesogen, sondern empirisch ermittelt."
Was aber völlig vom RP verschwiegen wird ist u.a. das Konfliktpotential mit gleich mehreren hochgeschützten Fledermausarten auf Villmars Hausberg. Wie auch immer dürfte sich dies aber als egal erweisen, weil die "Windhöfigkeit"  erwiesener Maßen nicht ausreicht. So wenig, dass sich die  Süwag in einem Schreiben an die Gemeinde Villmar klar von Planungen verabschiedet hat. Denn gemessene 5,8 m/sec. auf dem Galgenberg sind einfach zu wenig. Wenn Geldgier trotzdem zum Bau verführt, dürften, trotz Subventionen, Pleiten garantiert sein.

Gebiet bei Weyer entfällt, nur noch Rest bei Brechen

Naturschützer Volker Bayer aus Weyer, der sich persönlich im Anhörungsverfahren u. a. sehr fundiert zu den spezifischen Arten des Bereichs um Weyer geäußert hatte, sieht sich bestätigt: Das Vorranggebiet 1135 ist, bis auf einen kleinen Rest in Brechen, entfallen. Und Brechen lehne Windkraft ab, so Bayer gegenüber den VN heute. Die Vorlage vom RP sei für ihn ein schönes Weihnachtsgeschenk.
Noch ist nichts beschlossen, aber man darf davon ausgehen, dass die Regionalversammlung Mittelhessen zumindest keine Rückschritte gegenüber der Vorlage des RP machen wird.  
(k.p.a.)


Unsere Meldung an die Presse über die Themen der Arbeitskreissitzung vom 24.11.2014

Vieles läuft schief
Zwei Themen überwogen auf der letzten, gut besuchten Sitzung des HGON Arbeitskreises Limburg/Weilburg:
Windkraftanlagen auf sensiblen und teilweise sogar schutzwürdigen Flächen und die vielerorts praktizierte widerrechtliche Bewirtschaftung kommunaler Flächen wie Feldwege, Wegränder usw. durch einige Landwirte.
Auch in unserem Kreis werden durch Gefälligkeitsgutachten die Probleme für Natur, Landschaft und für den Bürger heruntergespielt und so oft ein falsches Bild der tatsächlichen Gegebenheiten übermittelt. Das Bemühen und die
Absicht, mit Hilfe der Windkraft zu Geld zu kommen, überwiegen und sind überall feststellbar, bei Hessen Forst, bei manchen Kommunen und vielen Grundstücksbesitzern.
Das ist zwar grundsätzlich nichts Verkehrtes, kann aber bei der Windkraft anstatt zu Gewinnen ganz schnell zu großen Verlusten führen, wie oft schon geschehen.
Die finanzielle Problematik ist es allerding nicht, was die HGON dermaßen beunruhigt, vielmehr die Gefährdung und Vernichtung von belebter Natur und Lebensqualität.
Die vielen Warnungen werden schlichtweg ignoriert wie z.B. vorweg vom Ersten Beigeordneten, Herrn Helmut Jung, im guten Einvernehmen mit Herrn Wittek, Regierungspräsident in Gießen.
Aus diesem Grund fordert die HGON in einem offenen Brief an Frau Ministerin Hinz klare und verbindliche Bewertungstandarts, die Gefälligkeitsgutachten verhindern, damit Windkraftanlagen nur im Einklang
mit dem geltenden Umweltrecht erstellt werden können. Ein weiteres Problem ist das widerrechtliche Bewirtschaften kommunaler Flächen durch einige Landwirte. Da werden Wegränder nicht eingehalten, ganze Feldwege verschwinden sogar, wie in den Gemarkungen von Runkel.
Diesen Umstand zu beseitigen, hat sich die Stadt für die nächsten Jahre ernsthaft vorgenommen. Dazu diente schon ein durchaus harmonisch verlaufendes Gespräch zwischen den runkler Ortslandwirten, der HGON und der Stadt, in Person des Bürgermeisters. Ein guter Anfang, der anderen Kommunen nur empfohlen werden kann; so der HGON Arbeitskreis.


Villmarer Nachrichten vom 27.11.2014:
27.11.2014  
Schluss mit Gefälligkeitsgutachten /
HGON fordert verbindliche Bewertungsstandards
"Wir brauchen klare und verbindliche Bewertungsstandards, die Gefälligkeitsgutachten verhindern damit, dass Windkraft-Planungen im Einklang mit geltendem Umweltrecht erfolgen," so Dieter Stahl (Bild), Chef der Kreis- Arbeitsgruppe der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. (HGON), in  einem Schreiben an die grüne  hessische Naturschutz-Ministerin Priska Hinz. Stahl fordert damit auch Waffengleichheit gegen die Windkraftlobby, die, im Gegensatz zu den Naturschützern, keine Problem hat, mit viel Geld Fachgutachten in Auftrag zu geben.
Nicht nur in Hessen sondern bundesweit besteht das Problem: Naturschützer können  noch so viele Beweise und Beobachtungen sammeln, was zählt sind Fachgutachten, die, wie die Lebenswirklichkeit zeigt, naturgemäß die Perspektive dessen im Fokus haben, der bezahlt. Dass heißt es wird bagatellisiert, umgedeutet oder schlicht verneint, weil man bei seinen Stichproben angeblich nichts sah. Und weil es auf der politischen Line liegt, glauben Behörden gerne, was ihnen zur Zeit die politischen Vorgaben erleichtert. Selbst der VGH scheint "Im Zweifel für die Windkraft" zu entscheiden, wie diese Kommentierung des  VGH-Beschluss vom 29.1.2014 zeigt.

Der NABU Schleswig-Holstein hatte deshalb unter "Gutachter bagatellisieren Konflikte mit dem Artenschutz" die gleiche Forderung jüngst in diesem Bundesland gestellt, die Stahl ausdrücklich in seinem Schreiben an Hinz teilt. Stahl: "Mindestens aber sollten sich Vorhabenträger wie anzuhörende Verbände bei Planungen gemeinsam auf unabhängige Gutachter einigen, um so zu objektiveren Ergebnissen zu kommen." Es sei ganz offensichtlich, dass keine Gleichheit der Beteiligten herrscht. Die Behörden selbst seien nicht in der Lage, die von Lobbyisten oder Investoren in Auftrag gegeben und bezahltenden Gutachten gemachten Angaben zu verifizieren. Stahl: "Der HGON LM/WEL hat überhaupt keine Mittel für die Bauftragung von Fachgutachten. Es wäre weltfremd anzunehmen, dass ohne Geld der Rechtsweg ein ausgleichendes Moment sein könnte. Schutzradien wie z.B. vom VGH in 2013 für den Rotmilan erkannt wurden, gelten leider nicht als verbindliche Bewertungsstandards." Es fehlte somit an klaren und verbindlichen Bewertungsmaßstäben. Dies bedeute, dass praktisch jeder Gutachter nach eigenem Gutdünken entscheide. Es wäre weltfremd anzunehmen, dass dieser nicht, orientiert an den Ziel-Erwartungen seiner Auftraggeber operiert, wo die Signifikanzschwelle für die Verwirklichung artenschutzrechtlicher Verbotstatbestände liege.

Natürlich wäre es schön, wenn der heimische NABU sich wie der NABU Schleswig-Holstein positionieren würde. Zeichen dafür gibt es aber nicht.



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