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Arbeitskreis Werra-Meißner


Jahresbericht 2019

40 Jahre lückenlose Wanderfalken-Berichterstattung in Nordhessen!

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Raum und Platz für die Werra

Schaffung von Retensionseräumen nennen es die Wasserwirtschaftler, Gewässerdynamik die Ökologen; doch verfolgen beide das gleiche Ziel, die Rückhaltung der Wassermassen bei Überflutungen. Während an der Fulda dafür schon gelungene und wirksame Maßnahmen umgesetzt wurden, gerade auch um die früher oft betroffenen Stadt Rotenburg  vor Hochwasser zu schützen, gingen die Behörden an der Werra mit entsprechenden Genehmigungen eher zögerlich um, obwohl es sich um die gleiche Zuständigkeit einer Wasserbehörde (Regierungspräsidium Kassel) handelt.
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Habitatoptimierungen für die felsbrütenden Wanderfalken


Der Wanderfalkenbestand in Hessen beträgt nach Abschluss der Brutsaison 2006 ungefähr 65 bis 70 Brutpaare. Ein stolzes Ergebnis, gerade wenn man bedenkt, dass der Greifvogel durch den Pestizideinsatz in der Mitte des vorigen Jahrhunderts fast ausgestorben war. Dabei ist der Wanderfalke seinerzeit - also vor der DDT-Katastrophe in Deutschland, abgesehen von den nord - und nordostdeutschen Bundes­ländern, wo der Greif auf Bäumen nistete - fast ausschließlich Felsbrüter gewesen. Ein Zahlenvergleich: In den Jahren um 1950 gab es in Deutschland 12 Paare die an Bauwerken brüteten, davon zwei in Hessen, die jeweils an Burgen (Schartenburg und Weidelsburg) in der Nähe von Kassel horsteten. Ab Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts setzte eine drastische Wende ein. Die neu entstandenen und immer noch entstehenden Bauwerke, wie Atomkraftwerke, Bank- und Messehochhäuser, Müllverbrennungsanlagen, Heizkraftwerke, Fernsehtürme, Autobahn- und Eisenbahnbrücken etc., die insgesamt vom Wanderfalken als Felsersatz angesehen wurden, gewannen an Attraktivität für diesen Vogel. Neuerdings werden von diesem Vogel auch Traversen von Hochspannungsleitungen zur Brut angenommen, wo als Nistunterlage verlassene Rabenkrähennester genutzt werden. So sind heute mehr als die Hälfte aller Wanderfalkenvorkommen an Bauwerken zu beobachten. Dies ist für ein Mittelgebirgsland, wie also für Hessen, schon etwas Besonderes, wenn auch, wie beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, bereits über 90% der Wanderfalkenbruten an Bauwerken stattfinden.

Schaffung einer Brutmöglichkeit für Wanderfalken
Schaffung einer Brutmöglichkeit für Wanderfalken
Fertig gestellte Brutnische
Fertig gestellte Brutnische

Deshalb sind Anstrengungen notwendig, Felsen und Steinbrüche verstärkt für den Wanderfalken bruttauglich zu gestalten, d. h. Habitatoptimierungen durchzuführen. So haben sich die zusammenarbeitenden Verbände "Aktion Wanderfalken- und Uhuschutz" (AWU) sowie die "Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz" (HGON) entschlossen, nach einem jeweils für die einzelnen Bereiche durchzuführenden Genehmigungsverfahren, die vom Wanderfalken noch nicht besetzten Habitate (Felsen und Steinbrüche) besiedelbar herzurichten. Dabei erstrecken sich diese Maßnahmen sowohl über Felsformationen im Staats- und Großprivatwald als auch über stillgelegte Steinbrüche.
Während die Freistellung der zugewachsenen Felswände in der Regel von den Forst Verwaltungen, teils auch von den Städten und Gemeinden über Mittel der Ausgleichsabgabe, vorgenommen wird, ist natürlich für das Meißeln wettergeschützter und prädatorensicherer Wanderfalken-Nisthöhlen, ein besonders spezialisiertes und für solche Arbeiten ausgerüstetes Team notwendig. Dieses haben wir gefunden im "Förderverein Höhensicherung Werra-Meißner e.V.", die sich, nach Jahren der erfolgreichen Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Natur- und Artenschutzes mit den verschiedensten Organisationen, nun auch solchen exponierten Arbeiten angenommen haben. Mit allen dafür nötigem Gerät und Material ausgerüstet, meißelt und schlägt die "Höhensicherung" in die Steilwände der Felsen bruttaugliche Nistmöglichkeiten für Wanderfalken. Im harten Gestein sind das oftmals aufwendige und langwierige Arbeiten; dazu kommen in jeder Hinsicht umfangreiche Sicherungsmaßnahmen. Nicht immer reicht da ein Tageseinsatz in der Stärke einer aus fünf bis sieben Mann starken Arbeitstruppe. Logistische Unterstützung muss dazu von Spezialisten des Wanderfalkenschutzes geleistet werden.
Nach Fertigstellung der Wanderfalken-Bruthöhlen haben diese in der steilen Felswand folgende ungefähre Maße:
Breite: ca. 60 cm / Tiefe: ca. 55 cm / Höhe: ca. 40 cm.
Als Grundlage wird Nistmarerial eingestreut, dass sich aus erbsengroßen Kies und feinen Holzmulm zusammensetzt.
Die Finanzierung (Aufwandsentschädigung) erfolgt - je nach Zuständigkeit - über die Obere bzw. Untere Naturschutzbehörde.
Die Organisationen bedanken sich bei den zuständigen Stellen für die in jeder Hinsicht entgegenkommende Hilfe und Unterstützung.

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Kontakt

Wolfram Brauneis
Freiherr-vom-Stein-Str. 17
37269 Eschwege
Tel.: 05651 - 109 75
Email: wolfram.brauneis@hgon.de

 

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