Unsere Arbeitskreise

Arbeitskreis Wetterau


Renaturierung von Fließgewässern und Auen in der Wetterau

Am Dienstag, 22. Juli 2014 um 19.30 Uhr veranstaltete der HGON-Arbeitskreis Wetterau einen Vortragsabend in der HGON Geschäftsstelle im Alten Rathaus Echzell in der Lindenstraße.
Ralf Eichelmann von der Unteren Naturschutzbehörde des Wetteraukreises hat die Renaturierungen an Fließgewässern in der Wetterau vorgestellt. Größere Renaturierungen von Fließgewässern in den letzten Jahren waren „Nidder Renaturierung Wasserstube Altenstadt“, „Horloff bei Bisses“, „Niederwiesen Ilbenstadt“, Gronauer Hof und Niddaknie Dortelweil.
Eichelmann ging in seinem Vortrag auch auf die Bedeutung der Auen ein. Die Auengebiete im Wetteraukreis haben einen besonderen Schutzstatus. Sie sind im Landschaftsschutzgebiet „Auenverbund Wetterau“ zusammengefasst. Zudem stehen weite Bereiche der Fließgewässer und ihrer Auen als Naturschutzgebiet unter gesetzlichem Schutz.
Alle wichtigen Feuchtgebiete im Wetteraukreis gehören wegen ihrer überregionalen Bedeutung zum europäischen Schutzgebietsnetz „Natura 2000“.
Bedeutende Feuchtwiesengebiete im Wetteraukreis sind die Naturschutzgebiete:
•    „Bingenheimer Ried“ (Horloff)
•    „Nachtweid von Dauernheim“ (Nidda)
•    „Am Mähried bei Staden“ (Nidda)
•    „Nidderauen von Stockheim“ (Nidder)
•    „Im Rußland und in der Kuhweide bei Lindheim“ (Seemenbach)
•    „Klosterwiesen bei Rockenberg” (Wetter).
Das artenreiche Grünland der Auen ist wichtiges Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete sowie Rückzugsgebiet für viele bedrohte Tierarten: Laubfrosch, Wechselkröte, Knoblauchkröte und Kammmolch. Sumpfschildkröte, Schlammpeitzger, Ringelnatter, Libellen, Biber, u. a.
Der Referent referierte auch über die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Ziele der Wasserrahmenrichtlinien sind:
•    Guter ökologischer Zustand der oberirdischen Gewässer.
•    Neben guter stofflicher Qualität ist dieser durch Lebensgemeinschaften gekennzeichnet, die nur gering von den gewässertypischen Verhältnissen abweichen. Hierfür muss eine entsprechende Gewässerstruktur (Durchgängigkeit, Morphologie) vorhanden sein.
•    Umsetzung bis Ende 2015 (mit Verlängerung bis spätestens 2027) gemäß Maßnahmenprogramm zur Umsetzung der WRRL.
•    Finanzierung über das Landesprogramm „Naturnahe Gewässer“.


2013 11 26 – OVAG – Stefan Bauer

2013 11 26 – OVAG – Stefan Bauer
Vogelsicherung der Freileitungen
Zum Novembertreffen des Arbeitskreises Wetterau am Dienstag, den 26. November um 19:30 Uhr in der HGON-Geschäftsstelle in Echzell, konnte als Referent Stefan Bauer von der OVAG gewonnen werden. Stefan Bauer befasst sich intensiv mit der Vogelsicherung der Freileitungen. Er hat die Art und den Umfang der Maßnahmen der OVAG in ihrem Verbandsgebiet vorgestellt. Er brachte nach Echzell die technischen Ausrüstungsgegenstände zur Absicherung der Masten zur Ansicht mit.

Zunächst erläuterte der Referent die Vorgaben der neuen VDE Anwendungsregel für Vogelschutz an Mittelspannungsfreileitungen. Die Vorgaben für den Vogelschutz ergeben sich aus der neuen Anwenderregel VDE-AR-N 4210-1:
•    Anwendungsbereich ab AC 1kV bis AC 45kV
•    Gültigkeit ab August 2011
•    Vorgabe: Zum Schutz von Vogelarten sind neu zu errichtende Maste sowie bestehende Mittelspannungsfreileitungen so auszuführen, das Vögel gegen Stromschlag geschützt sind.
An bestehenden Masten und technischen Bauteilen von Mittelspannungsleitungen mit hoher Gefährdung von Vögeln sind bis zum 31. Dezember 2012 die notwendigen Maßnahmen zur Sicherung gegen Stromschlag durchzuführen.

Vorgaben für bestehende Maste
•    Entfernung der alten und nach neuer Norm unwirksamen Vogelschutzeinrichtungen
•    Entfernung der Lichtbogenschutzeinrichtungen (Blitzschutzhörner)
•    Austausch von sämtlichen Isolatoren an Abspannpunkten durch Isolatoren mit einer   Isolationsstrecke von >60cm oder als Ersatzvariante muß die Isolationsstrecke mittels Vogelschutzabdeckungen vergrößert werden.
•    Isolierung aktiver Teile wie z.B. Seilabführungen; Beiseile, Seilführung Stützerbauweise
•    Bei Stützerbauweise Einebenensystem auf Holzmast - Abdeckhaube über mittlere Phase
•    Bei Stützerbauweise Einebenensystem auf Betonmast - Abdeckhauben über alle Phasen
•    Beiseile durch KUF-Seile (Kunststoffummantelte Freileitung) auswechseln.
•    Entfernung aller Sitzstangen und Sitzbretter.
•    Traversen mit Abspannpunkten sind mit Büschelabweiser auszurüsten.

Vorgaben beim Neubau von Freileitungen
(Auch der Ersatz von schadhaften Altmasten ist als Neubau anzusehen)
•    Einsatz von Isolatoren mit einer Isolationsstrecke von > 60cm an allen Abspannpunkten.
•    Bei Einebenendtraversen mit Stützerbauweise ist ein Phasenabstand > 240cm einzuhalten. Traversen mit Erdpotential sind zusätzlich mit einem GFK-Schutz zu isolieren.
•    Neu zu errichtende Maste sollen bevorzugt mit Hänge-Isolatoren ausgestattet werden.
•    Abdeckungen sind nur zulässig, wenn deren Lebensdauer der Nutzungsdauer der Maste entspricht. (Kann aufgrund des Materials nur bei Holzmasten eingehalten werden)
•    Bei einer Dreiecksanordnung der Leiterseile ist ein Abstand von 140cm zulässig (Die Traverse ist mit GFK Schutz zu versehen.)

Stefan Bauer stellte dann das OVAG Versorgungsgebiet vor (mit VSG- und FFH-Prioritätsräumen)
1.123 Strecken (davon 362 EU-VSG) gibt es im Gesamtgebiet der OVAG. Das sind 1.050 km (360 km im EU-VSG). 8.250 Masten führen die Leitungen über Land. 1.735 Masten stehen im Vogelschutzgebiet.

Stückzahl Mast - Typ
•     Kabelendmast                                       ca. 1300 Stück.
•     Maststation / Freiluftschaltstelle                          ca.   450 Stück
•     Winkelabspannmast                            ca. 1264 Stück
•     Tragstützermast                                ca. 2803 Stück
•     Traghängemast  (Aufgrund der Bauweise kein Vogelschutz notwendig)    ca. 2150 Stück

Kalkulierte Gesamtkosten des Projektes: 4 bis 5 Millionen €uro!

Projektverlauf
Die Freileitung wird vorrangig im Prioritätsraum 1 (EU-Vogelschutzgebiet) von der Abteilung EL begutachtet und für die Beauftragung der Baufirmen SAG u. GA, Planungstechnisch vorbereitet. Sobald der Prioritätsraum 1 gesichtet und Vogelschutztechnisch umgebaut wurde wird das restliche Versorgungsgebiet abgearbeitet.
Zeitlicher Verlauf:
Dauer der Aufnahme aller Strecken im Gesamten Versorgungsgebiet:   Geschätzt: ca. 6-9 Monate (Dies wurde im Jahr 2012 durchgeführt).
Dauer der Umrüstung aller Strecken durch Bezirk / Baufirmen:        Geschätzt: ca. 3-4 Jahre
Gründe welche zu Verzögerungen führen können:
•    Lieferengpässe von Vogelschutzmaterial aufgrund hoher Anfragen aller EVU‘s bei den Herstellern.
•    Montagezeiten werden durch bestellte Felder, Bodenbrüter, etc. begrenzt.
•    Einsatzbereitschaft der Baufirmen SAG u. GA
•    Freischaltmöglichkeiten des Netzes

Danach stellte Herr Bauer anhand der mitgebrachten Ausrüstungsgegenständen das Vogelschutzmaterial vor:
•    Büschelabweiser Stablänge mind. 50cm inklusive Mittelstab
•    KEV Abdeckhaube
•    Vogelschutzhaube für Isolationsstützer
•    Vogelschutzabdeckhauben für Abspannungsketten
•    Neuer Isolator mit Isolationsstrecke >60cm
•    GFK  Traversenabdeckung
•    KUF Seil (Kunststoffummanteltes  Freileitungsseil)
•    Leitungsmakierungssystem

Durch zahlreiche Bilder zeigte der Referent
•    Umgerüstete Freileitungsstrecken
•    Montage von Vogelschutzeinrichtungen
•    Montage von Vogelschutzeinrichtungen


Arbeitskreistreffen September 2013

Monitoring 2013
Stefan Stübing erinnerte an die Abgabe der Daten „Monitoring für seltene Arten der Feuchtgebiete“. Insgesamt waren 24 Probeflächen eingerichtet worden. In diesen Flächen sollen primär die vorgegebenen Arten kartiert werden, alle weiteren Feuchtlebensraumarten können aber, wo zeitlich möglich, gerne ebenfalls erfasst werden. Dies gilt natürlich ebenso für Gebiete, die nicht in der Zählgebietsauflistung enthalten sind. Stefan Stübing bat um Abgabe der Erfassungsbögen bis Mitte Oktober.

Bewirtschaftungspläne für FFH Gebiete
Walter Schmidt informierte die Anwesenden über die Erstellung der Bewirtschaftungspläne (früher Maßnahmenpläne) für die FFH - Gebiete und Vogelschutzgebiete.
Auf der Grundlage der GDE legt der mittelfristige Bewirtschaftungsplan fest, welche Maßnahmen für die Erhaltung bzw. Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustands der Arten und Lebensraumtypen erforderlich sind. Wesentlich ist die Abstimmung mit den Flächen-Eigentümern und -Nutzern, Kommunen und Verbänden. Die fertigen Pläne werden in ortsüblicher Weise bekanntgemacht und können beim zuständigen Forstamt bzw. Landrat oder beim Regierungspräsidium Darmstadt eingesehen werden. Aus dem mittelfristigen Bewirtschaftungsplan wird jedes Jahr ein konkreter Jahrespflegeplan für die Umsetzung durch die örtliche Schutzgebietsbetreuung erzeugt. Vorrang haben vertragliche Regelungen (Agrarumweltprogramm (HIAP)).
Ein Gebietsmonitoring wird künftig die Entwicklung der einzelnen NATURA 2000-Gebiete dokumentieren. Erster Baustein ist die jährliche Bewertung des Umsetzungserfolgs der einzelnen Maßnahmen. (Quelle: rpda)


Zusammenkunft im März

Die Zusammenkunft im März stand unter dem Thema „Bekassine“. Stefan Stübing referierte über den Vogel des Jahres (Bestandssituation, Habitatansprüche. Verbesserungen der Brutplatzqualität, u.a.).
Der Arbeitskreis wird künftig durch Ludwig Repp und Udo Seum im Jagdbeirat des Wetteraukreises vertreten.
Rechner Ludwig Repp gab den Anwesenden einen Überblick über den Kassenstand.


Fledermausexperten warnen vor mangelnder Berücksichtigung des Artenschutzes beim Windenergieausbau

Vortrag am 27.11.12 ab 19:30 UHR in der HGON- Geschäftsstelle in Echzell

Fledermäuse können, wie auch viele Vogelarten, an Windenergieanlagen durch Kollision oder durch von physikalischen Druckdifferenzen verursachte Druckverletzungen, das so genannte Barotraumen, zu Tode kommen. Die naturverträgliche Steuerung des weiteren Ausbaus der Windenergie ist deshalb auch zwischen den Fachleuten der Natur- und Umweltverbände sowie von Politik und Verwaltung umstritten. Dabei wird nicht die Energiewende als solche in Frage gestellt, sondern es geht um die Frage, wie diese Einklang von Mensch und Natur vonstatten gehen kann, ohne dass seltene Arten durch die neuen Technologien gefährdet werden. Denn obwohl Fledermäuse bei Planungen von Windkraftanlagen naturschutzfachlich und artenschutzrechtlich berücksichtigt werden müssen, ist die Umsetzung der Vorgaben in der jetzigen Praxis nach einhelliger Meinung von Experten meist ungenügend.
Im Frühjahr 2012 erörterten deshalb auf Einladung der Bundesarbeitsgemeinschaft Fledermausschutz über 50 Fledermausexperten und Fachgutachter aus dem gesamten Bundesgebiet in der Vogelschutzwarte in Frankfurt die möglichen Auswirkungen des Ausbaus der Windkraft auf Fledermäuse.
Die von den Experten diskutierten Befunde, Meinungen und Empfehlungen zum fledermausverträglichen Ausbau der Windenergie, sowie die Situation der Fledermäuse in der Wetterau wurden von Adam Strecker aus Ranstadt bei der AK-Sitzung im November vorgestellt.

Fledermausexperte Adam Strecker

Arbeitskreistreffen im Oktober 2012

Beim Arbeitskreistreffen im Oktober 2012 berichtete Hanns-Jürgen Roland über die „Wanderungen“ bzw. den Verbleib der in 2011 im Bingenheimer Ried und am Teufelsee markierten Graugänse. Drei Gänse wurden aus Holland gemeldet. Weitere Meldungen kommen aus Rüdesheim, dem Kühkopf, Sachsen-Anhalt und der Donau.
Am Schlafplatz im NSG Teufelsee und Pfaffensee finden sich zurzeit zwischen 30 und 47 Silberreiher all abendlich ein.
Weitere Themen waren der Bestand an Nilgänsen (Ergebnis der Wasservogelzählung), Kranichzug über die Wetterau, großer Brachvogel, Fuchsbejagung, Waschbärbestand, Bestand an Wieseninsekten, die neuen Krötentunnel an der Straße Gettenau nach Heuchelheim (Monitoring erforderlich), Kirschenberg Ockstadt (Vorkommen Gartenrotschwänze, Wendehals, Grünspecht), Kernflächenausweisung von Hessen Forst (der Naturschutz sollte weitere Vorschläge machen),  Biber in der Wetterau.


Nachruf Herbert Hanika

Unser HGON-Mitglied und langjähriger Kämpfer für den Naturschutz, Herbert Hanika ist Anfang Oktober nach langer Krankheit im Alter von 74 Jahren verstorben.
In der Arbeitsgemeinschaft „Wiesenvogelschutz in der Wetterau“ lagen seine Naturschutzschwerpunkte. Hier betreute er u.a. das 3,5 km² große Niddatal zwischen Dauernheim und Staden. Eine der ökologischen Kernzonen des Auenbundes Wetterau und des Vogelschutzgebietes Wetterau, wo es äußerst seltene Arten wie Wachtelkönig und Brachvogel zu schützen gilt. Diese Auenlandschaft beinhaltet das Naturschutzgebiet „Nachtweid von Dauernheim“ und die so genannten Mockstädter Wiesen.
Herbert Hanika zählte zu den besten Vogelkennern und zu den zuverlässigsten Vogelschützern im Wetteraukreis. Jedes Jahr kartierte er unermüdlich in der Niddaaue die Brut- und Rastvögel, schlug den Fachbehörden die notwendigen Schutzmaßnahmen vor und kontrollierte die Effizienz der umgesetzten Projekte. Die Markierung von Kiebitznestern zum Schutz vor Bodenbearbeitungen, die nächtliche Ermittlung von Wachtelkönigrevieren zur Verschiebung der Mahdtermine, die elektrische Einzäunung von Brachvogelgelegen zum Schutz vor Füchsen bis hin zur Errichtung von Storchennestern war seine Alltagsarbeit in der Niddaaue. Daneben wurden mehrere Feuchtgebiete auf seine Initiative neu angelegt.
In der AG Wiesenvogelschutz waren seine Visionen und Projektvorschläge von unschätzbarem Wert und er bereicherte die Diskussionen durch fachlich fundierte Beiträge und innovative Gedankengänge. In seinen Gedanken und Planungen stand immer das große Ganze im Vordergrund und nicht nur einzelne Arten. Er war ein sehr sympathischer, offener und beliebter Mitstreiter, der jederzeit versuchte, Besucher der Wiesenbrütergebiete für den Naturschutz zu begeistern.
Noch in diesem Frühjahr wurde er vom Hessischen Rundfunk für den in Kürze erscheinenden Film über die Nidda bei seiner Kartierarbeit gefilmt. Hier wird er noch einmal in der Niddaaue als aktiver Naturschützer zu sehen sein.


Udo Seum                                                     Ralf Eichelmann
HGON-Arbeitskreisleiter Wetterau                AG Wiesenvogelschutz


Graugans Beringungsaktion im Bingenheimer Ried

Am Freitag nach Himmelfahrt wurden im Bingenheimer Ried Graugänse mithilfe der Aktiven von HGON und NABU im Kreis Wetterau gefangen und mit einem Halsring versehen. Die ganze Aktion gehört zu einer Untersuchung "Rastvogelmanagement Wetterau" unter der Koordination der Vogelschutzwarte. Hier soll untersucht werden, ob die Fraßschäden auf den Feldern durch Standortreue Gänse zustandekommen oder eher Durchzügler dafür verantwortlich sind.

Bilder und mehr Informationen zu der Aktion finden Sie auf der Seite des NABU-Wetterau...


Der Arbeitskreis Wetterau trifft sich regelmäßig, um über Aktuelles aus Naturschutz und Vogelkunde zu berichten. Ein Schwerpunkt bilden die Treffen der AG Wiesenvogelschutz Wetterau im ersten Halbjahr.

Alle Informationen rund um den Arbeitskreis und die Termine für 2011 können Sie hier runterladen.


Knoblauchkröte in der Wetterau

Die Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) ist als streng zu schützende Art von gemeinschaftlichem Interesse im Anhang IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union aufgeführt. Sie gilt als stark gefährdet und ist die seltenste der einheimischen Amphibienarten.

Für den Wetteraukreis lagen Nachweise aus etwa acht Gebieten vor. Die beiden bedeutendsten sind das NSG „Bingenheimer Ried“ und das NSG „Teufelsee und Pfaffensee“.

Eine gezielte Untersuchung zur Verbreitung der Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) in der Wetterau fand 2009 durch Stefan Stübing (und Mitarbeiter) statt. An der Kreisstraße 180 von Gettenau nach Heuchelheim wurde ein mobiler Schutzzaun errichtet. 1.339 Knoblauchkröten konnten nachgewiesen werden.

In der Folge wurden Gespräche geführt, um eine stationäre Amphibienleiteinrichtung zu installieren. Dies ließ sich kurzfristig nicht umsetzen. Die Planungen werden weiter betrieben.

Unter der Federführung von Josef Tiefenbach vom Forstamt Nidda wurde im Februar 2010 erneut der mobile Zaun aufgestellt und die Umsetzung organisiert. H. J. Roland, Thomas Sacher, Nanette Roland, Stefan Stübing, Udo Seum (mit H. M. Seisler) und Josef Tiefenbach erledigten die Umsetzung der Kröten (auch Kammmolche, u. a.).

Das Ergebnis 2010:

  • Knoblauchkröten 2849 nach 1311 im Jahr 2009
  • Erdkröte 31 nach 64 im Jahr 2009
  • Wechselkröte 6 nach 7 im Jahr 2009
  • Grasfrosch 34 nach 28 im Jahr 2009
  • Laubfrosch 6 nach 25 im Jahr 2009
  • Grünfrosch 28 nach 40 im Jahr 2009
  • Teichmolch 304 nach 80 im Jahr 2009
  • Kammmolch 433 nach 75 im Jahr 2009.

Für die „Buchführung“ und die Eingabe in NATIS war H. J. Roland verantwortlich.


Wanderung biologische Vielfalt durch die Wetterau mit Silke Lautenschläger

Aus Anlass des Tages der biologischen Vielfalt besuchten am 22. Mai 2010 Staatsministerin Silke Lautenschläger, Regierungspräsident Johannes Baron und Landrat Joachim Arnold die Naturschutzgebiete „Bingenheimer Ried“ und „Teufelsee und Pfaffensee“. Zu dieser Wanderung waren auch interessierte Bürger eingeladen. Über 120 Teilnehmer waren zum Treffpunkt am Bürgerhaus in Reichelsheim-Heuchelheim gekommen. Von dort führte die 7 km lange Wanderung zu den Naturschutzgebieten. Die ehrenamtlichen Gebietsbetreuer Udo Seum und Hanns-Jürgen Roland (NABU-Bingenheim und HGON) wurden von Ralf Eichelmann (UNB Wetteraukreis) und Josef Tiefenbach (Forstamt Nidda) bei der Vorstellung der Gebiete unterstützt.

Am Beispiel dieser beiden Naturschutzgebiete wurden die gemeinsamen Bemühungen der örtlich engagierten Beteiligten (Naturschutzverbände, Landwirte, Kommunen, Naturschutzbehörden) hinsichtlich Pflege, Nutzung und Entwicklung der Flächen im Sinne der Erhaltung der biologischen Vielfalt vorgestellt. Im Vordergrund standen hier die Aktivitäten zur Erhaltung der biologischen Vielfalt vor der eigenen Haustür.

Im Anschluss an die Wanderung gab es einen kleinen Imbiss im Dorfgemeinschaftshaus Heuchelheim, den die örtlichen Landfrauen vorbereitet hatten.

 


20 Jahre Auenverbund – eine Erfolgsgeschichte und ein Grund zum Feiern!


Mit 150 Gästen feierte der Auenverbund in Friedberg unter dem Motto „Geschichte und Zukunft einer brillanten Idee“ seinen 20. Geburtstag. Und an dieser Idee sind HGON und deren Protagonisten wie Willy Bauer, Karl Winther und Erhardt Thörner fest verknüpft. Und so kam nicht eine Festrede oder Grußwort ohne die Nennung deren Namen aus. Angefangen vom begrüßenden Landrat Joachim Arnold über die beiden Festredner Jörg Jordan, Staatsminister a.D. und HGON Vorsitzenden Oliver Conz bis zu den zahlreichen Vertretern aus Wissenschaft, Politik, Landwirtschaft und dem ehrenamtlichen Naturschutz.

 

Bereits im Jahre 1974 erstellte das Frankfurter Forschungsinstitut Senckenberg die erste Richtlinie für einen Auenverbund Wetterau. Doch der Kampf um dessen Ausweisung dauerte noch eineinhalb Jahrzehnte, in deren Verlauf Willy Bauer, Karl Winther und Erhardt Thörner viel Überzeugungskraft leisteten und sich trotz massiver Widerstände nicht unterkriegen ließen.

Im Dezember 1989 wurde der Auenverbund dann endlich rechtskräftig als Landschaftsschutzgebiet vom Regierungspräsidium Darmstadt ausgewiesen. Das 7400 Hektar große Auengebiet war der erste Verbund in Hessen und erstreckt sich über die Landkreise Gießen, Main-Kinzig und den Wetteraukreis. Mit der Ausweisung wurden u.a. bauliche Anlagen, die Entwässerung von Feuchtgebieten und der Umbruch von Grünland genehmigungspflichtig. Der fortschreitenden Zerstörung der Auen wurde damit entgegengewirkt und ein Weg für weitere Schutz- Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen geöffnet.
Für die damals bundes- und europaweit einmalige Initiative erhielt die HGON Ende der 80er Jahre binnen kurzer Zeit den Deutschen und den Europäischen Umweltpreis.

Bis heute ist der Auenverbund ein Paradebeispiel für erfolgreichen Naturschutz in Hessen. Zahlreiche wertvolle Flächen sind als Naturschutzgebiet, EU Vogelschutzgebiet oder FFH- Gebiete ausgewiesen und sind somit Bestandteil des europäischen Schutzgebietsystems Natura 2000.

Hier finden Sie weiteres Informationsmaterial zu 20 Jahre Auenverbund Wetterau zum Download:
Flyer 20 Jahre Auenverbund
Poster Auenverbund Wetterau
Poster Kernzone der Biodiversität in der Region
Poster Biotopmanagement und Entwicklung der Auen
Poster Renaturierung von Fließgewässern
Poster Salzwiesen im Auenverbund Wetterau
Poster Bingenheimer Ried: Naturschutzgebiet im Auenverbund
Poster Mittlere Horloffaue: Naturschutzgebiet im Auenverbund


Rückblick Workshop zum Brachvogelschutz in Echzell

Anhand eines Überblicksvortrages über die Bestandsentwicklung der Wiesenlimikolen in Deutschland (Heike Jeromin) und Schilderungen zu Situation und Schutzmaßnahmen im Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen (mit mehr als 200 Brutpaaren eines der wichtigsten Gebiete in Deutschland; Robert Tüllinghoff), in Baden-Württemberg (Dr. Martin Boschert) und Bayern (Dr. Andreas von Lindeiner)wurden Gefährdungen und mögliche Schutzmaßnahmen aufgezeigt. Ralf Eichelmann von der AG Wiesenvogelschutz in der Wetterau gab einen Überblick zum Schutz der Wasserlimikolen im Kreis. Zum Abschluss gab es eine gemeinsame Exkursion zu den Wiesenvogelgebiete der Wetterau.
Hier können Sie den Vortrag von Ralf Eichelmann herunterladen ...

Zentrale Bedeutung kommt demnach auch in Bereichen mit ausreichend geeigneten Lebensräumen der Prädation von Gelegen und Jungtieren durch Raubsduger wie Fuchs und Marder zu. Die These, nach der ausreichend feuchte bzw. von Frühjahrshochwassern überflutete Auen aufgrund der geringen Mäusedichte von Füchsen kaum frequentiert werden (weshalb die Wiesenlimikolen dann kaum Verluste aufweisen sollten), ist offenbar nicht mehr haltbar. Auch wenn die Zusammenhänge offenbar sehr komplex sind, können geringe Mäusedichten sogar zu größeren Verlusten bei den Wiesenvögeln führen, da die anwesenden Füchse dann alternative Nahrungsquellen erschließen.

Durch diese und weitere Anregungen zur Gestaltung der verbliebenen Brutgebiete, aber auch durch die grundlegende Aussage, dass die Schutzmaßnahmen der AG Wiesenvogelschutz auch aus bundesweiter Perspektive viel Anerkennung finden, wird der Workshop sicher sehr zur weiteren Verbesserung der Schutzbemühungen beitragen.
Herzlichen Dank allen Beteiligten für diese gelungene Veranstaltung!


Brachvogelschutz erhält Umweltpreis

Der neue, von den Oberhessischen Versorgungsbetrieben (OVAG) ins Leben gerufene Umwelt- und Innovationspreis wurde am 8. Juli 2009 im Rahmen einer festlichen Feier in Friedberg an die Arbeitsgemeinschaft Wiesenvogelschutz in der Wetterau (Hessen) unter Leitung der HGON für ihr Projekt zum Schutz des Brachvogels verliehen. Die HGON teilt sich den mit 5000 Euro dotierten Preis mit der Firma Wisy AG in Kefenrod, die einen Regenwasserfilter zur Regenwassernutzung entwickelt und auf den Markt gebracht hat.

In Hessen steht der Große Brachvogel unmittelbar vor dem Aussterben. Trotz verhältnismäßig guter geeigneter Lebensräume ist im Wetteraukreis durch den Raub der Gelege oder der Jungvögel kein Nachwuchs groß geworden. Hier setzt das Schutzprojekt an: Durch die Sicherung der Brachvogel-Gelege mit Hilfe von Elektrozäunen und der Anlage spezieller Flutmulden mit Brutinseln soll versucht werden die Beutegreifer, wie Fuchs, Mink, Marderhund oder Waschbär von den Gelegen abzuhalten. Im vergangenen Jahr konnte dadurch drei von vier Gelegen zum Bruterfolg verholfen werden, während in den Jahren zuvor kein Junges flügge geworden ist!

Besonders erfreulich und sicherlich ausschlaggebend für den Erfolg des Projektes ist die sehr gute Zusammenarbeit der rund 30 haupt- und ehrenamtlichen Naturschützer aus Behörden, Ämtern, Gemeinden und mehreren Naturschutzverbänden.


"Beiträge zur Naturkunde der Wetterau"

Nach dem Themenheft "Die Brutvögel des Wetteraukreises zur Jahrtausendwende" hat der Naturkundliche Arbeitskreis Wetterau wieder ein neue Ausgabe der "Beiträge zur Naturkunde der Wetterau" veröffentlicht.

Zwar liegt mit Artikeln über die Erosion von Ackerböden in Wöllstadt, die Vögel der Agrarlandschaft im Raum Bad Vilbel und die Entwicklung von Acker zu Grünland in Friedberg ein Schwerpunkt auf landwirtschaftlichen Flächen, doch Beiträge zur Populationsentwicklung des Weißstorchs im Wetteraukreis innerhalb der letzten 110 Jahre, die Vogelwelt verschiedener Streuobstgebiete sowie die Spechte des Vilbeler Waldes, Anzucht von Misteln, Erhaltung alter Bäume und Untersuchungen an Waldohreulengewöllen machen das Heft thematisch wieder sehr bunt. Abgerundet wird dieses Bild durch zahlreiche "Kleine Beiträge", eine Schmetterlingsbibliographie des Wetteraukreises und die Vorstellung des Naturkundlichen Arbeitskreises.

Das 263 Seiten starke Heft ist zu einem Preis von 11,- € zu beziehen bei Hans-Joachim Rüblinger, Fuhrstraße 5, 61191 Rosbach (hj.rueblinger@t-online.de). Im Abonnement (ca. 1 Heft im Jahr) reduziert sich der Preis auf 9,-€ pro Heft. Über den Schriftenversand können auch noch alle älteren Ausgaben der Zeitschrift erworben werden.

Bd. 10 "Die Brutvögel des Wetteraukreises zur Jahrhundertwende" Doppelheft 14,95 €, im Abonnement 11,95 (plus Versandk.)

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Udo Seum
Buchenstr. 3
61209 Echzell
Tel.: 06035 - 81127
udo.seum(at)hgon.de

 

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