Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

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Birdrace 2026: Viel zu sehen bei bestem Wetter

In Hessen traten 68 Teams mit 173 Birdracer*innen an, die insgesamt 197 Vogelarten zu sehen bekamen, berichtet die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Das sind fünf mehr als im letzten Jahr, als 192 Arten beobachtet wurden. Neben viel Spaß und spannenden Erlebnissen in der Natur werden beim Birdrace viele wichtige Beobachtungen zum Vorkommen unserer Vogelarten gesammelt. So konnte der Gartenrotschwanz, zuhause vor allem in Streuobstflächen, nach den Auswertungen der HGON allein 72 Mal beobachtet werden. Offenbar nimmt die relativ seltene Art aktuell deutlich zu. Auch die über viele Jahre abnehmenden Feldlerchen und Schafstelzen waren auffallend gut vertreten. Der Tannenhäher, ein Spezialist für Fichtenwälder der Mittelgebirgslagen, wurde hingegen mit nur noch einem Individuum angetroffen. Die seit den Dürrejahren ab 2018 abgestorbenen hessischen Fichtenwälder bieten ihm keinen Lebensraum mehr. Weidenmeisen, ursprünglich landesweit verbreitet, konnten aktuell gerade noch an elf Stellen beobachtet werden. Wie diese Beispiele zeigen, steht jede Vogelart mit ihrem Vorkommen für die Entwicklungen in dem Lebensraum, in dem sie zuhause ist. „Mit dem seit über 20 Jahren jährlich stattfindenden Wettstreit möchten wir auf die bedrohte Vielfalt der heimischen Vogelwelt aufmerksam machen“, erläutert der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), der das „Vogelbeobachtungsrennen“ bundesweit organisiert. Dabei kann die Vielfalt enorm sein, wie Beobachtungen von insgesamt 18 Watvogel-, sieben Möwenspezies und sogar 20 Enten- und Gänsearten zeigt.

Die Erkenntnis daraus ist einfach: wo viele Vogelarten beobachtet werden können, gibt es eine größere Vielfalt an Lebensräumen und diese sind in einem besseren Zustand. Die meisten Arten konnten im Wetteraukreis vom Team „WetterrAdler“ dokumentiert werden: insgesamt 144 wurden im Rahmen einer ausgedehnten Radtour umweltfreundlich entdeckt, darunter sogar, nomen est omen, Fisch- und Seeadler. Mit 130 Vogelarten landeten die Nordhessischen Grenzgänger im Kreis Hersfeld-Rotenburg auf Platz zwei, gefolgt von „Perdix Patrol“ mit 124 im Kreis Darmstadt. Auch Vögel von weit her wurden beobachtet, darunter Gleitaar, Nacht- und Purpurreiher aus Südeuropa. Andere wie Kiebitzregenpfeifer und Regenbrachvogel rasteten auf ihrer mehrere tausend Kilometer langen Wanderung aus den westafrikanischen Winterquartieren in ihre sibirischen Brutgebiete und dokumentieren daher die Bedeutung der hessischen Schutzgebiete auch als „Tankstelle für Zugvögel“.