Ehrenamtliche Landschaftspflege in der Lahnaue am Nikolaustag
Bewaffnet mit Astscheren, Freischneidern, Sägen und Arbeitshandschuhen traf sich am Samstag, den 6. Dezember eine bunt gemischte Truppe von 20 Mitgliedern der Arbeitskreise Gießen und Lahn-Dill der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) und der NABU-Ortsgruppe Heuchelheim zu dem traditionellen Landschaftspflegeeinsatz im NSG Lahnaue zwischen Atzbach, Dutenhofen und Heuchelheim. Die 20 Frauen und Männer packten in diesem Jahr fleißig an und waren in vier verschiedenen Einsatzgebieten unterwegs. Das war auch nötig, um bei der knackigen Kälte innerlich warm zu bleiben, dennoch herrschte beim Schneiden, Sägen und Aufschichten des Schnittmaterials fröhliche, tatkräftige Stimmung.
Alle durchgeführten Maßnahmen waren im Zuge des NSG Pflegeplanung mit dem zuständigen Forstamt Wetzlar abgesprochen und mit Christoph Daumen war sogar ein Forstmitarbeiter ehrenamtlich mit von der Partie. Im Naturschutzgebiet war eines der Hauptanliegen, die Sichtachsen von der Beobachtungshütte freizuhalten. Die stark genutzte Hütte am Dorfverbindungsweg zwischen Dutenhofen und Atzbach gelegen, soll einen offenen Blick auf die Gewässer und die Wiesen mit Weißstorch-Horst zur Naturbeobachtung und Vogelzählung gewähren. Hier wurden mit Freischneidern die aufkommenden Gehölze und Hochstauden vollständig entfernt und dann zu Barrieren am Wegesrand aufgetürmt, um das illegale Betreten der Gewässerufer durch Menschen oder Hunde zu unterbinden. Andere Mitglieder haben einzelne Bäume am Ufer gefällt und zur Seite geräumt, um den dort spärlichen Schilfaufwuchs zu fördern. Schilf ist an den Gewässerrändern sehr wichtig, da es zahlreichen Tierarten als Lebensraum dient, im NSG Lahnaue aber leider nur wenig zu finden.
Vogelbeobachtung erwünscht, aber mit Rücksicht
Da das Verlassen der Wege oder gar Betreten der Uferbereiche der Seen in der Lahnaue eine einschneidende Störung für die dort lebenden Wasservögel darstellt, wurde auch in anderen Bereichen Barrieren aus Gehölzschnitt errichtet. Um den Naturgenuss an den erlaubten Stellen zu verbessern wurden darüber hinaus die Sichtbedingungen rund um die beliebte Sitzbank an der Kinzenbacher Lache verbessert. Zudem wurde einige am Mittelweg befindlichen Blänken von dem störenden Weidenaufwuchs befreit. Hier sollen Amphibien leben, sich die Weißstörche ihr Frühstück holen, oder die seltenen Bekassinen rasten. Da stören die Weiden. Bei wohl kaltem aber trockenem Wetter hatten alle Teilnehmenden großen Spaß und waren am Ende mit Ihrer Leistung außerordentlich zufrieden.
Stärkung muss sein
Nach fast 3 Stunden intensiver Tätigkeit läutete dann Frau Korn mit zwei außerordentlich leckeren Suppen die Mittagspause ein. Hierbei fand der würzige Eintopf ebenso reißenden Absatz wie die vegane Möhrensuppe. Bei intensiven Gesprächen in der Pause wurden unter anderem die zukünftigen Entwicklungen im Naturschutzgebiet besprochen und noch einige interessante Naturbeobachtung getätigt, wie ein balzendes Paar Schellenten, Eisvogel bei der Nahrungssuche oder alte Zwergmaus-Nester in den Hochstauden.
Bei geplanten öffentlichen Exkursionen im nächsten Jahr können dann diese Arten und die Erfolge des Arbeitseinsatzes begutachtet werden. Infos hier zu findet man in unserem Veranstaltungskalender.