Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

Entdecken Neuer Brutvogel für Hessen!

Ornitho  Vögel 

Neuer Brutvogel für Hessen!

Ein Nachweis von Küken im östlichen Vogelsberg am 22. April 2026 stellt die erste dokumentierte Brut des Gänsesägers in Hessen dar. Und als wäre das nicht spektakulär genug, fand die Brut in einem Schornstein eines Hauses in Ortslage und nicht wie meist üblich in einer Schwarzspechthöhle oder der Nische einer Felswand statt!

In Hessen sind Gänsesäger verbreitete Wintervögel entlang der größeren Flüsse. Seit Jahren besteht Brutverdacht am Edersee und dessen Umfeld, vereinzelt auch an Ohm und Lahn. Brutzeitbeobachtungen gibt es zudem an Neckar, Rhein und Main. Dennoch gab es bislang keine Beobachtungen von Küken und somit noch keinen exakten Nachweis dafür, dass der imposante Wasservogel tatsächlich in unserem Bundesland brütet.

Gänsesäger kommen in Europa vor allem in Skandinavien und im Baltikum als Brutvögel vor. Kleinere Populationen leben in Großbritannien und im Alpenraum. In Deutschland brütet die ehemals deutlich weiter verbreitete Art nur noch in drei räumlich getrennten Regionen: entlang der Ostsee, im Odertal und in den Alpen mit dem Alpenvorland bis zur Donau. In den letzten Jahrzehnten stabilisierten sich die Bestände infolge von Schutzmaßnahmen und nehmen sogar wieder zu.

Um das Vorkommen in den kommenden Jahren zu fördern, werden HGON-Aktive im Umfeld spezielle Nistkästen anbringen, die von den Gänsesägern ebenfalls gerne zur Brut angenommen werden. So besteht die Hoffnung, die in unserem Raum außerordentlich seltene Brutvogelart zu schützen und das Vorkommen zu erhalten.

Gänsesäger beobachten

Gänsesäger sind etwas größer als Stockenten. Die Männchen sind mit dem überwiegend weißen, lachsfarben getönten Körper, der schwarzen Oberseite und dem dunkelgrün schillernden, aus der Entfernung ebenfalls schwarz wirkenden Kopfgefieder sehr auffallend und eindrucksvoll. Wer die Art selbst erleben möchte, hat in Hessen an Weser, Fulda, Eder und Werra, im Süden vor allem an Main und Rhein, gute Chancen. Hier überwintern von Mitte Dezember bis Mitte Februar alljährlich einige hundert Vögel aus Nordeuropa. Die Zahlen gehen allerdings deutlich zurück. Gemessen am Bestand der 1990er Jahre haben die Zahlen um fast die Hälfte abgenommen, da die Säger infolge der milden Winter der letzten Jahre ihre Winterquartiere weiter nach Norden verlagern.

Spenden für den Bau und die Anbringung von Nistkästen zum Schutz des Gänsesägers sind herzlich willkommen:
Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.
IBAN: DE31 5185 0079 0027 1393 37
BIC: HELADEF1FRI
Sparkasse Oberhessen

Das hier abgebildete Gewässer befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Brutplatz im Schornstein.

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