Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

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Amerikanische Studie bringt neue Erkenntnisse zum Chytridpilz

Hautschutzgene wichtiger Schlüssel zum Verständnis von Amphibiensterben.

Hier geht es zur Publikation in Molecular Ecology: Sustained immune activation is associated with susceptibility to the amphibian chytrid fungus

Wissennschaftler der University of Central Florida und des Smithsonian Conservation Biology Institute (SCBI) konnten neue Erkenntnisse zu Chytridiomykose gewinnen. In ihren Studien fanden sie heraus, dass sich bestimmte Varianten von Genen, die für das Immunsystem eine wichtige Rolle spielen, gerade bei einer Infektion mit dem Chytridpilz negativ auswirken.

Im Rahmen der Studie wurden amerikanische Tiefland-Leopardenfrösche untersucht. Bei dieser Art kommen Populationen vor, in welchen einige Individuen die Infektion mit dem Chytridpilz überleben und andere wiederum nicht. Wie die Forscher berichten sind ausschließlich Individuen verstorben, die Genvarianten aufwiesen, die normalerweise dabei helfen Infektionen und Fremdsubstanzen besser abzuwehren.
Vorherigen Studien hatten darauf hingewiesen, dass diese Varianten der Immungene die Überlebenschance bei einer Chytridiomykose erhöhen, da sie eine stärkere Immunantwort auf die Infektion hervorrufen. Genau diese stärkere Reaktion des Immunsystems scheint die Frösche allerdings zu schädigen.
Immunantworten seien viel komplexer als nur ein Ein-Aus-Schalter und ein großer Teil des Immunsystems reguliert Art, Zeitpunkt und Dosierung einer bestimmten Reaktion. Würde eine dieser Komponenten gestört werden, könne dies äußerst negative Folgen haben, so die Forscher.
Diese wichtigen Informationen können auch bei der Erforschung der Chytridiomykose bei anderen Amphibienarten weltweit genutzt werden und hoffentlich dabei helfen, Strategien gegen die chytridbedingten Artenrückgänge zu entwickeln.

In Deutschland und Hessen führte der Chytridpilz zu keinen Bestandseinbrüchen bei unseren Amphibienarten. Global ist der Chytridpilz allerdings für den Rückgang von ca. 500 Arten verantwortlich, 90 davon gelten mittlerweile als ausgestorben.
Doch auch unsere heimischen Arten sind bedroht. Ein weiterer Vertreter der Chytridpilze, Batrachochytrium salamandrivorans oder auch Bsal, befällt unsere Schwanzlurche und allen voran den Feuersalamander und löst die sogenannte Salamanderpest aus. Noch ist der Pilz in Hessen zwar nicht nachgewiesen worden, doch einige Feuersalamanderbestände unserer Nachbarn NRW und nun auch Bayern sind bereits befallen. Auch in Deutschland besteht also noch erheblicher Forschungsbedarf.

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