Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

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Ornitho  Vögel 

Besuch aus der sibirischen Taiga

Waldpieper erstmals in Hessen beobachtet!

Waldpieper brüten vom Himalaya über Teile von China bis nach Kamtschatka und von dort in der Taiga nach Westen bis knapp westlich des Ural. Die Winterquartiere, die der östliche Vogel derzeit aufsucht, erstrecken sich zwischen Indien und dem Süden von Japan. Verständlich daher, dass der Waldpieper bisher noch nie in Hessen, etwa 8.500 km von den regulären Winterquartieren entfernt, beobachtet wurde. Dass sich das nun geändert hat, ist Kathrin Montag zu verdanken, die am 5.11.2021 einen ungewöhnlich aussehenden Pieper im Internetportal ornitho.de mit einem Foto gemeldet hat. Das Foto fiel M. Schleuning auf, der den Vogel als Waldpieper bestimmte. Am darauffolgenden Tag konnte der bei Hofheim am Taunus in einem kleinen Streuobstbestand am Rande mehrerer Kleingärten rastende Pieper von vielen Vogelkundler*innen aus manchmal nur 5 m Entfernung bestätigt und detailliert fotografiert werden. Wichtig für die Auswahl des Rastplatzes waren vermutlich neben der Südhanglage und vielen hier Nahrung suchenden anderen Vogelarten die teilweise brach gefallenen Stellen.

Nicht nur in Hessen eine Besonderheit

Damit ist nicht nur der erste Nachweis dieser Vogelart in Hessen gelungen, sondern sogar der erste fotografisch belegte Nachweis im gesamten deutschen Binnenland! Im Bereich der Nordseeküste, vor allem auf der Insel Helgoland, wurde der Waldpieper erstmals 1960 und seit dem Jahr 2008 deutlich zunehmend in alljährlich wenigen Exemplaren beobachtet. Möglicherweise werden wir auch bei dieser Art, ähnlich wie beim Gelbbrauen-Laubsänger und Spornpieper, Zeugen der Erkundung und Etablierung neuer Winterquartiere in Südwesteuropa und Nordafrika. Die Bestimmung der sehr ähnlichen Pieperarten erfordert viel Erfahrung. Waldpieper ähneln dem heimischen, im Bestand stark abnehmenden Baumpieper sehr, zeigen aber eine kaum gestreifte, olivgrüne Oberseite, einen auffallenden, zweifarbigen Überaugenstreif, einen schwarzweißen Fleck auf den Ohrdecken und lassen einen etwas anderen Ruf hören. Immer wieder eindrucksvoll, wie genau die Vogelbegeisterten inzwischen hinschauen und welche hervorragenden Dokumentationsmöglichkeiten die moderne Digitalfotografie bietet!

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