Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

Entdecken Das Feldhamsterjahr 2021 wird aufregend!

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Das Feldhamsterjahr 2021 wird aufregend!

Artenschutzstation für den Feldhamsterschutz im Aufbau.

Während die Feldhamster noch tief unter der Erde Winterschlaf halten ist unsere AG Feldhamsterschutz längst mit den Vorbereitungen der kommenden Feldhamstersaison beschäftigt. Und die wird aufregend! In den nächsten Wochen entsteht in Langgöns (nähe Gießen) eine Artenschutzstation für den Feldhamster.

Warum braucht es diese Station und was wird dort passieren?

Der Feldhamster ist weltweit vom Aussterben bedroht. Auch die letzten hessischen Bestände des Nagers sind in einem schlechten Erhaltungszustand. Und das obwohl wir als Verband sowie auch das Land Hessen seit Jahren intensiv darum bemüht sind, Agrarlebensräume aufzuwerten und wir in einigen Gebieten inzwischen auch gute Fortschritte verzeichnen können – der Rückgang des Nagers bleibt rasant und überholt uns links im Eiltempo. Dies ist unter anderem damit zu erklären, dass nicht allein die unzureichende Lebensraumausstattung, sondern viele weitere Faktoren auf die geschwächten Bestände wirken. Ein entscheidender Faktor, dem wir mit der Artenschutzstation entgegnen wollen, ist Inzucht. Als Folge von Siedlungs- und Verkehrswegebau sind einst verbundene Lebensgemeinschaften bereits langjährig voneinander getrennt und können sich auf natürlichem Wege nicht mehr austauschen. Für die hessischen Feldhamsterpopulationen konnte Vorsitzender Tobias E. Reiners im Rahmen seiner Diplomarbeit (2009) mittels genetischer Untersuchungen eine starke genetische Verarmung feststellen. Diese führt neben verminderter Anpassungsfähigkeit z. B. gegenüber Krankheiten auch zum Verlust der Fortpflanzungsfähigkeit und zu verringertem Reproduktionserfolg – den wichtigsten Schlüsselparametern zum Erhalt einer Art.

Ziel der Artenschutzstation ist es, Wildvorkommen auf künstlichem Wege genetisch wieder zu verbinden. Dafür werden Feldhamster aus Wildbeständen entnommen und in der Haltung verpaart. Die Elterntiere und ihre Nachkommen werden später ausgewildert. So soll der Genpool wieder durchmischt werden. Begonnen wird damit vor den Türen der Station mit den Populationen Langgöns und Pohlheim.

Bevor es allerdings so weit ist und die ersten Feldhamster einziehen können heißt es schrubben, malern und werkeln, denn die Station entsteht in einem ehemaligen Schweinestall der langjährig im Feldhamsterschutz aktiven Landwirtsfamilien. Finanzielle Unterstützung erhalten wir von der „HIT Umweltstiftung“ und der „Unsere Erde Stiftung“.

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