Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

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Endlich: EU verbietet Bleimunition in Feuchtgebieten

Der große Protest von Naturschutzverbänden und Wissenschaftlern zeigt Wirkung, die Nutzung der für den qualvollen Tod zahlloser Wasservögel verantwortlichen Bleimunition ist zumindest im Umfeld von Feuchtgebieten nun europaweit untersagt.

Abgesehen von der großen Anzahl erlegter Wasservögel und den teilweise außerordentlichen Störungen der Rastvögel durch die Jagd in Feuchtgebieten: die nicht ins „Ziel“ gelangten, bleihaltigen Schrotkörner sammeln sich in teilweise großer Zahl in Gewässern und am Ufer an und werden dort von Wasservögeln irrtümlich als Magensteinchen aufgenommen. Dies führt nach Schätzungen der EU-Kommission jährlich (!) zum qualvollen Tod von mehr als einer Million Wasservögeln durch Bleivergiftung. Und nicht nur das, auch Greifvögel, die sich von den toten oder stark geschwächten Wasservögeln ernähren, sind stark bedroht. So wird als Todesursache bei einem Viertel der in Deutschland tot aufgefundenen Seeadler eine Bleivergiftung diagnostiziert. Das Schwermetall gilt als einer den zehn der für Menschen gefährlichsten Stoffe, Farben, Buntstifte, Benzin oder Wasserleitungen werden daher mittlerweile bleifrei hergestellt. Das während der Jagd verwendete Bleischrot konnte bislang jedoch uneingeschränkt weiter verwendet werden, obwohl nach Schätzungen in Europa so allein rund 20.000 Tonnen Blei pro Jahr (!) in die Umwelt gelangen.

Nun hat die EU-Kommission für die Jagd in der Nähe von Feuchtgebieten endlich ein Verbot von Bleimunition beschlossen. Bei der Abstimmung in Brüssel stimmten gestern 18 EU-Staaten für einen entsprechenden Antrag, darunter auch Deutschland. Das deutsche Landwirtschaftsministerium um Ministerin Julia Klöckner (CDU) war diesbezüglich wegen ihrer Blockadehaltung und wissenschaftlich haarsträubenden Argumentation in den letzten Wochen stark unter Druck geraten. Zahlreiche Verbände organisierten Proteste, an denen sich zehntausende Menschen beteiligten. Auch zahlreiche HGON-Mitglieder richteten Protestschreiben an Berlin und nahmen an der Petition teil. Die HGON fordert bereits seit 2014 in einer Resolution ein vollständiges Verbot der Jagd auf Vögel in Hessen und begrüßt das Verbot ausdrücklich und hofft, dass es zügig auf alle Lebensräume ausgeweitet wird.

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