Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

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Kraniche auf der Kälteflucht rasten in Hessen

Avifaunareferent Stefan Stübing berichtet: Rund 3.000 Kraniche campen gerade notgedrungen in der Wetterau. Der Grund: schlechtes Wetter und miese Sicht.

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Echzell (dpa/lhe) - Ein Kälteeinbruch an Weihnachten hat viele Kraniche erneut auf die Zugwege auch durch Hessen getrieben. Wegen schlechter Sichtverhältnisse machen derzeit etwa 3000 Vögel in der Wetterau eine Rast, wie Stefan Stübing von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) in Echzell auf dpa-Anfrage am Dienstag mitteilte. "Die Naturschutzgebiete hier sind den ziehenden Kranichen aus den Vorjahren bekannt, so dass sie sich hier zunehmend zu spektakulären Schwärmen zusammenfinden."

Kraniche sind Mittelstreckenzieher, die in den zurückliegenden Jahrzehnten ihre Winterquartiere bedingt durch den Klimawandel und tendenziell mildere Winter weiter nach Norden ausdehnen, wie der Experte erläuterte. Seit rund 10 bis 15 Jahren überwinterten immer mehr Tiere sogar in den Brutgebieten in Nordostdeutschland. Diese Überwinterer zögen bei deutlichen Kälteeinbrüchen noch Ende Dezember oder auch erst im Januar ab, erklärte Stübing.

Während diese sogenannte Kälteflucht auf dem nördlichen Zugweg über Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zum nächsten Rastplatz in Nordfrankreich gut geklappt habe, sei das Zuggeschehen entlang des südlichen Weges in Südwesthessen durch ungünstige Witterung behindert worden. "Kraniche orientieren sich während des Zuges an der Landschaft, sie sind daher auf gute Sichtbedingungen angewiesen", führte der Experte aus.

Die tiefhängenden Wolken, Nebel und Regen im Rhein-Main-Gebiet bis zum Taunus hätten viele Kranichtrupps von zusammen mehreren Tausend Vögeln veranlasst, in Südhessen, vor allem in der Wetterau und im Rheintal, eine Zwischenrast einzulegen und auf bessere Sicht zu warten.

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