Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

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Nachrichten aus der Tundra

Im Herbst kann man im Binnenland junge Kiebitzregenpfeifer beobachten. In diesem Jahr erfolgten bereits mehrere Sichtungen in Hessen.

Kiebitzregenpfeifer sind Brutvögel der arktischen Tundra, eines ihrer weltweit wichtigsten Rastgebiete ist das Wattenmeer. Infolge der Anziehungskraft des Wattenmeeres tritt die Art in Hessen (wie fast überall im deutschen Binnenland) zwar alljährlich, aber doch nur relativ selten auf. Während sich der Heimzug meist im Mai in wenigen Altvögeln spiegelt, die den Weg ins Brutgebiet ohne Rast im Watt abkürzen, werden im Herbst überwiegend Jungvögel beobachtet. Diese haben das Wattenmeer noch nicht kennengelernt und rasten manchmal wochenlang in unseren Feuchtgebieten. Pro Jahr werden meist nur zwei oder drei Jungvögel in Hessen beobachtet, in diesem Herbst sind es jedoch bisher schon rund 21 Tiere an 14 Orten. Auch wenn es sich dabei immer noch um wenige Individuen handelt, lassen sich doch interessante Vergleiche ziehen. So wurde ein ähnliches Auftreten seit dem Start des Meldeportals ornitho.de Ende 2011 bislang nur einmal, im Herbst 2016, festgestellt. Studien haben gezeigt, das Jahre mit starkem Auftreten junger arktischer Watvögel meist einem gutem Aufzuchtserfolg in den arktischen Brutgebieten infolge der dort dann hohen Lemming-Dichten entsprechen. Die Beutegreifer der arktischen Ökosysteme ernähren sich dann ganz überwiegend von den leicht zu erbeutenden Lemmingen, so dass die dort brütenden Wat- und Wasservögel überdurchschnittlich viele Jungvögel aufziehen können. Die relativ hohe Zahl der nun in Hessen rastenden Kiebitzregenpfeifer ermöglicht daher nicht nur gute Chancen, diesen Brutvogel der Arktis in unserem Raum zu erleben. Sie gibt, bestätigt durch das zahlreiche Auftreten junger Alpenstrandläufer, auch einen Hinweis auf ein endlich wieder einmal gutes Brutjahr in der russischen Arktis.

Übrigens: Bei den derzeit anwesenden Jungvögeln und bei adulten Tieren im Schlichtkleid (SK) sind gegenüber dem Goldregenpfeifer die leuchtend schwarzen Achselfedern und der breite weiße Flügelstreif artcharakteristisch.

Fotos: B. Meise

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