Naturschutz-Antwort auf den Klimawandel
Die Folgen des Klimawandels sind längst sichtbar – unsere Landschaften verändern sich, und mit ihnen kommen neue Arten, während andere verschwinden.
In allen Gebieten in der Wetterau, die wie das Bingenheimer Ried gemanagt werden, kommen sowohl nördlich verbreitete Arten wie Kiebitz und Bekassine, als auch solche mit (eher) südlicher Verbreitung (Wechselkröte, südliche Libellenarten) vor. In den letzten Jahren wurden mit Stelzenläufer, Zistensänger und Kuhreiher mehrere südeuropäische Vogelarten mit längeren Aufenthalten, Übersommerung oder sogar Revierverhalten beobachtet, so dass zukünftig von der Ansiedlung weiterer, südlicher Vogelarten auszugehen ist. Auch für diese, aus mitteleuropäischer Sicht als „Klimagewinner“ bezeichneten Arten, haben wir im europäischen bzw. globalen Kontext große Verantwortung, da ihre Lebensräume am Südrand der Artareale als Folge des Klimawandels zurückgehen. Diese Kombination aus nördlichen „Klimaverlierern“ und südlichen „Klimagewinnern“ macht, zusammen mit der Funktion der Überflutungsflächen für Wasserrückhalt und Grundwasserneubildung Gebiete wie das Bingenheimer Ried zu einer idealen Antwort des Naturschutzes auf die Herausforderungen des Klimawandels, die mit der Rinderbeweidung sogar eine landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht.
Die Erfahrungen in der Wetterau zeigen am Beispiel der schon seit dem Jahr 2018 in identischer Weise wie das Bingenheimer Ried gestalteten, jedoch mit einer Fläche von nur sechs Hektar wesentlich kleineren Ausgleichsfläche Reichelsheim, dass das hier dargestellte Konzept auch in nur wenige Hektar großen Flächen sehr erfolgreich ist. Flächen in solcher Größe sind vielerorts für Naturschutzmaßnahmen vorhanden und auch innerhalb bestehender Schutzgebiete können so deutliche Verbesserungen erzielt werden. Wenden Sie sich gerne an uns, wenn Sie die Entwicklung eines solchen Schutzgebietes planen und dazu fragen haben!