Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

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Rote Liste der Säugetiere Deutschlands (2020)

Wie steht es um unsere heimischen Säuger? BfN veröffentlicht neue Rote Liste der Säugetiere Deutschlands.

Hier geht es zur Publikation des Bundesamt für Naturschutz:
Rote Liste und Gesamtartenliste der Säugetiere (Mammalia) Deutschlands

In Deutschland kommen nach aktuellem Stand 117 Säugetiertaxa vor, von denen zehn Taxa als nicht etabliert gelten. Das beinhaltet Tierarten, die nur von Zeit zu Zeit oder erst seit kurzem in Deutschland zu finden sind. Mehr als die Hälfte der bewerteten Taxa weist seit dem Stand vor 150 Jahren einen negativen Trend in ihrem Bestand auf, weshalb es auch dieses Jahr wieder 49 Arten auf die Rote Liste geschafft haben. Zusätzlich gelten mittlerweile 41% der in Deutschland vorkommenden Säugetierarten aufgrund ihres räumlich begrenzten Vorkommens als selten oder sehr selten (BFN, 2020). Darunter fallen natürlich seltene Arten wie der Steinbock (Capra ibex), aber auch Arten mit abnehmenden Beständen, wie der Iltis (Mustela putorius).

Von den Arten, die auf der Roten Liste aufgeführt wurden, sind mittlerweile 31% Arten und Unterarten in ihrem Bestand bedroht. Die Kategorien für diese Arten sind Gefährdet, Gefährdung unbekannt, Stark gefährdet und Vom Aussterben bedroht. Der Rückgang dieser Arten ist vor allem auf den Menschen zurückzuführen. Von den 25 in Deutschland heimischen Fledermausarten sind elf Arten in ihrem Bestand bedroht und davon gelten wiederum drei Arten als vom Aussterben bedroht, darunter dieses Jahr ein Neuzugang: das Graue Langohr (Plecotus austriacus). Für Arten wie den Feldhamster (Cricetus cricetus) bleibt die Situation ähnlich wie bei der letzten Ausgabe der Roten Liste.

Es gibt aber auch positive Entwicklungen. Bei 17 Säugerarten haben sich die Bestände in den letzten zehn bis 15 Jahren zumindest etwas erholt. Für weitere 39 Arten und Unterarten hat eine vorsichtige Entspannung der Bestände stattgefunden, darunter auch wieder eine Fledermausart, das Große Mausohr (Myotis myotis). Maßgeblich für diese Entwicklung sind Erhaltungs- und Schutzmaßnahmen im Bereich des Natur- und Umweltschutzes. Solche Maßnahmen können aus der Einrichtung von Vernetzungsbiotopen und dem Schutz von Quartieren bestehen.

Für 16 Taxa wurde außerdem eine besondere Verantwortung Deutschlands für deren Erhalt festgestellt. Dies bedeutet, dass Deutschland den Großteil der weltweiten Population einer Art innehat oder dass die Art weltweit als bedroht eingestuft wurde. Unter diesen Arten finden sich der Feldhamster und einige Fledermausarten wieder. Für Arten wie dem Großen Abendsegler (Nyctalus noctula) oder dem Schweinswal (Phocoena phocoena) lässt sich die Verantwortung aufgrund der unzureichenden Datengrundlage nicht genau feststellen, aber es ist anzunehmen, dass Deutschland auch für diese Taxa eine Verantwortung trägt.

Insgesamt sieht die Situation für unsere heimischen Säuger nicht rosig aus, jedoch zeigen die Bemühungen von Naturschützer*innen ihre Wirkung. Allerdings werden einzelne Artenschutzmaßnahmen nicht ausreichen. Eine naturverträgliche Land- und Forstwirtschaft muss im großen Maßstab etabliert werden um den Artenrückgang auch langfristig aufhalten zu können.

Gastbeitrag: J. Rolfes

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