Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

Entdecken Sensation an Gießens Gewässern: Erster Fischotter-Nachweis seit Jahrzehnten

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Sensation an Gießens Gewässern: Erster Fischotter-Nachweis seit Jahrzehnten

Bereits vor zwei Jahren hatte die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) erste gesicherte Fischotter-Nachweise im Norden und Süden des Landkreises Gießen erbracht. Im Gießener Stadtgebiet blieb ein entsprechender Fund trotz regelmäßiger Kontrollen bislang aus. Der schwimmende Verwandte der Marder ist scheu. Selbst Fachleute bekommen ihn fast nie zu Gesicht. Stattdessen suchen sie nach seinen Hinterlassenschaften (der Fachbegriff ist Losung), Fußspuren oder stellen Kamerafallen auf. Aktuelle Losungsfunde und Wildkamera-Aufnahmen belegen nun erstmals die Anwesenheit eines Fischotters im Raum Gießen. Die Nachweise stammen aus dem Gießener Stadtgebiet sowie aus Linden und Pohlheim.

Ob der Fischotter das Gebiet zukünftig dauerhaft nutzt oder lediglich auf seiner Wanderung passiert, bleibt abzuwarten: Fischotter legen auf der Suche nach geeigneten Lebensräumen oft weite Strecken entlang von Flüssen und Bächen zurück. Erst regelmäßige Nachweise über einen längeren Zeitraum werden zeigen, ob sich im Stadtgebiet wieder ein dauerhaftes Vorkommen entwickeln wird.

„Der Fischotter galt seit Mitte des letzten Jahrhunderts in Hessen als ausgestorben. Nun kehrt er langsam wieder in die Gewässer Hessens zurück. Gerade deshalb ist der Fund von großer Bedeutung. Er zeigt, dass die Gewässer rund um Gießen wieder geeignete Lebensräume und wichtige Wanderkorridore für eine Art bieten, die hier lange verschwunden war.“, erklärt HGON-Biologin Inga Hundertmark. Sie begleitet die Entwicklung der Fischotter-Bestände in Hessen seit vielen Jahren mit gezielten Erfassungen und arbeitet dabei eng mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zusammen. Inzwischen ist sie auch im bundesweiten Projekt „Deutschland wieder Otterland“ tätig, das u.a. Gefährdungsstellen erfasst, Schutzmaßnahmen entwickelt und über die Bedeutung des Fischotterschutzes informiert.

Zwei Rückkehrer an Gießens Gewässern

Der aktuelle Nachweis reiht sich in eine erfreuliche Entwicklung der heimischen Tierwelt ein. Nachdem seit 2025 wieder Biber im Gießener Stadtgebiet leben, wächst nun die Hoffnung, dass auch der Fischotter langfristig in der Region wieder heimisch wird.
Für die HGON ist der Fund zugleich ein wichtiger Baustein für die Dokumentation der Entwicklung des Fischotter-Bestands in Hessen. Durch die kontinuierliche Kontrolle geeigneter Gewässer lassen sich Ausbreitung und Wanderbewegungen der Art nachvollziehen und wichtige Erkenntnisse für ihren Schutz gewinnen. Noch ist der Fischotter im Gießener Stadtgebiet ein seltener Gast. Die kommenden Jahre werden zeigen, welche Rolle die Gewässer rund um Gießen künftig für die Art spielen.

Projektinformationen:

Mehr Informationen zum Fischotter sowie zum Bundesprojekt "Deutschland wieder Otterland" unter:
Fischotter in Hessen

Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit  sowie durch das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat gefördert.

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