Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

Entdecken Steppenweihe: Schnee und Kälte statt Afrika

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Steppenweihe: Schnee und Kälte statt Afrika

Während des Wintereinbruchs gab es zahlreiche spannende Beobachtungen in Hessens Vogelwelt.

Der einwöchige Kälteeinbruch mit starken Schneefällen in weiten Teilen Mittel- und Norddeutschlands hat viel Bewegung in der Vogelwelt gebracht. Zehntausende Feldlerchen und tausende Kraniche, die hier überwintert hatten oder mit der Warmluft Ende Januar schon früh in die Brutgebiete gezogen waren, sind in der Woche vom 8. bis 15.2. wieder nach Südwesten abgezogen (und in den letzten Tagen teilweise schon wieder zurück). Der starke Schneefall war auch der Auslöser für Ausweichbewegungen bei einigen Mäusejägern, da ihre Nahrung unter der hohen Schneedecke kaum noch erreichbar war. So wurden in Hessen vermehrt Kornweihen und die seltenen Sumpfohreulen beobachtet. Und sogar mindestens 11 nordische Raufußbussarde, die sonst nur sehr selten in unseren Breiten erscheinen, wurden gemeldet, darunter allein sechs Individuen im Schröcker Feld im Kreis Marburg-Biedenkopf. Ein jahreszeitlich so später Einflug von Raufußbussarden erst zum Winterende ist bislang noch niemals beobachtet worden. Die größte Besonderheit war jedoch eine gemeinsam mit den Raufußbussarden bei Marburg fotografierte Steppenweihe. Diese Art ist Brutvogel der Steppen nördlich und östlich des Schwarzen Meeres, die Winterquartiere befinden sich in Afrika südlich der Sahara. Ehemals äußerst selten in Mittel- und Westeuropa, treten Steppenweihen hier zwar seit gut 10 Jahren zunehmend auf. Inzwischen werden vereinzelte Steppenweihen in Hessen alljährlich beobachtet. Doch jetzt im Winter sollten die Vögel in Afrika sein, so dass diese Beobachtung besonders ungewöhnlich ist. Aus den letzten Jahrzehnten liegt aus Deutschland nur ein weiterer Nachweis aus dem Hochwinter vor. Ursache für die Zunahme der Steppenweihe als Durchzügler in unserem Raum ist die Nordausbreitung des Brutgebietes der Art bis Finnland - die von dort nach Südwesten abziehenden Vögel erreichen das Winterquartier über Deutschland und Frankreich.

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