Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

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Super-Saison für den Eisvogel

Eisvögel haben in unserem Raum mit verschiedenen Schwierigkeiten zu kämpfen. Doch derzeit geht es dem Licher-Vogel so gut wie selten zuvor.

Bisher wurden in diesem Jahr in Hessen über www.ornitho.de 4.313 Beobachtungen von Eisvögeln gemeldet. Das ist eine außerordentlich hohe Zahl für diesen zeitweise so seltenen Vogel! Warum geht es ausgerechnet der Art, die viele nicht zuletzt aufgrund der Licher-Werbung mit sauberen, klaren Bächen und "reiner Natur" verbinden, in Zeiten des Vogel- und Insektensterbens so gut?

Eisvögel sind in unseren Breiten vor allem durch drei Faktoren gefährdet: Während sehr kalter Winter verhungern teilweise über 90 Prozent des Bestandes der Art. Das war der Grund, warum nach dem Jahrhundertwinter 1962/63, in dem sogar der Rhein über weite Strecken gefroren war, in Hessen kaum 20 Paare überlebt hatten. Bei Frühjahrs- und Sommerhochwassern kommen viele Eisvogelbruten durch Überflutung ihrer in Steilufern von Fließgewässern gegrabenen Bruthöhlen um. Und tatsächlich braucht der fliegende Edelstein möglichst saubere, kleinfischreiche Gewässer mit unverbauten Ufern, in denen er seine bis knapp einen Meter lange Brutröhre graben kann. Die letzten Jahre haben sich daher aus Eisvogelsicht klimatisch günstig entwickelt: es überwiegen sehr milde Winter und auch Hochwasser zur Brutzeit fehlten in den Dürrejahren ab dem Frühsommer 2018. Besonders wichtig: statt „stinkender Kloaken“ wie in den 1960/70er Jahren sind viele Fließgewässer durch den Bau von Kläranlagen und zahlreiche Natur- und Umweltschutzmaßnahmen wie die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der EU wieder in einem günstigen Zustand. Damit gibt es nun sehr gute Brutbedingungen bei gleichzeitig in den letzten Jahren minimalen Verlusten, was zu der erfreulichen Zunahme der schillernd schönen Vögel geführt hat.

Vielleicht ist gerade der gute Bestand der Auslöser für eine sehr weite Flugstrecke eines Eisvogels, die aktuell in Hessen im Rahmen der wissenschaftlichen Vogelberingung durch Reinhard Teuber nachgewiesen wurde. Teuber ist Beringer der Vogelwarte Helgoland und hat in dieser Funktion in diesem Jahr schon 26 Eisvögel mit kleinen Fußringen markiert. Eines dieser Tiere, ein am 4.8. bei Frankfurt beringter Jungvogel, wurde nur gut einen Monat später (am 8.9.) in der Region Tarragona in Spanien kontrolliert. Damit hat dieser Eisvogel in nur 35 Tagen eine Entfernung von 1232 km zurückgelegt! Da die meisten Eisvögel nur kurze Strecken ziehen, ist das sehr ungewöhnlich: bisher wurden nur etwa 10 der in Deutschland beringten Eisvögel aus Spanien zurückgemeldet.

 

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