Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

Entdecken Vogelzuginfo: Kraniche, Rotmilane, Ringeltauben

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Vogelzuginfo: Kraniche, Rotmilane, Ringeltauben

Mit den abnehmenden Temperaturen und dem Ostwind kommt der Zug von Kranich und Ringeltaube in Gang.

Kraniche sammeln sich an traditionellen Plätzen in Nord- und vor allem Ostdeutschland in teilweise großer Zahl. Am derzeit wohl bedeutendsten Rastplatz, im Teichgebiet Linum bei Berlin und dem Rhinluch, wurden in der vergangenen Woche schon 65.000 der großen Vögel gezählt. Fallende Temperaturen, besonders ausgeprägt wirkt Nachfrost, und Rückenwind aus Nordost sind Zugauslöser, so dass ab Montag  die ersten größeren Kranichbewegungen in diesem Herbst über Hessen zu sehen waren. Zogen am Montag und Dienstag etwa 1.000 bzw. 3.000 Tiere zur typischen Zeit (mittags über Nordosthessen, nachmittags über die Mitte unseres Bundeslandes), waren es heute Vormittag ungewöhnlich früh schon ab 9 Uhr gut 2.000 Kraniche. Das tageszeitlich sehr frühe Auftreten zeigt, dass es sich dabei um Kraniche gehandelt hat, die von einem nähergelegenen Rastplatz gestartet sind, vermutlich vom Rückhaltebecken Straußfurt im Thüringer Becken. Von dort sind es nur etwa 70 Flugkilometer bis nach Hessen. Im Laufe des Tages ist mit weiteren Kranichschwärmen zu rechnen.

Rotmilane und Ringeltauben reagieren oft auf ähnliche Zugauslöser wie Kraniche, so dass beide Arten derzeit ebenfalls deutliche Zugbewegungen zeigen. So zogen in Mittelhessen heute Vormittag mehr als 8.000 Ringeltauben. Ringeltauben sind weithin durch ihr Flugverhalten zu erkennen: sie ziehen vor allem vormittags in großen bis sehr großen, eng gepackten, runden bis ovalen "Bällen" oder "Wolken" und sind nur mit Reisetauben zu verwechseln, die aber nur an wenigen Tagen (fast immer an Wochenenden) zu Wettflügen aufgelassen werden. Wer genau hinschaut, kann in den Ringeltaubenwolken oft auch wenige (meist nur ein bis drei) kleinere, kurzschwänzige Tauben entdecken, die fast immer weit vorne im Trupp mitfliegen. Dabei handelt es sich um Hohltauben, die sich gerne der größeren Verwandten anschließen und aufgrund ihrer etwas größeren Fluggewschwindigkeit im vorderen Teil der Schwärme zu finden sind. Während unsere heimischen Ringeltauben oft Standvögel sind, ziehen nordöstliche Populationen bis Südfrankreich und Spanien. Die bekannten Flugbilder der Rotmilane sind derzeit an vielen Stellen in größeren Trupps zu sehen, maximal waren es am Montag in 3,5 Stunden 109 Rotmilane in der Werraaue oder gestern 51 Vögel in nur einer halben Stunde bei Bonames.  Da Rotmilane gerne Thermik nutzen, ziehen sie oft vom späteren Vormittag bis in den Nachmittag hinein.

Mit Glück lassen sich derzeit auch seltenere Arten ziehend entdecken, so allein im Schwalm-Eder-Kreis heute Vormittag Tundra-Saatgänse, Pfeifente, Fischadler, Merlin und ein jahreszeitlich sehr später Schwarzmilan. Das aus Osten vorrückende Regengebiet führt dabei offenbar zu einer verstärkt westlichen bis nordwestlichen Zugrichtung.

 

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