Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

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Vogelzuginfo: Vermehrt Finken, Drosseln und Ringeltauben

Typisch für die Jahreszeit zogen in den letzten Tagen vermehrt Bergfinken, Feldlerchen, Rot- und Wacholderdrosseln sowie große Schwärme von >1.000 Ringeltauben über Hessen hinweg.

Mitte Oktober ist in unserem Raum in den meisten Jahren ein deutlicher Wechsel im Vogelzuggeschehen zu bemerken. Der Zug der sehr häufigen Buchfinken ebbt ab, auch Heidelerchen werden spürbar seltener. Typischerweise relativ frühe Arten wie Baumpieper und Schafstelze treten nur noch ausnahmsweise auf. Dafür nimmt mit den ersten kalten Nächten der Zug der gegenüber der Witterung etwas robusteren Vögel zu: Feldlerchen ziehen stark, Ringeltauben sogar schon in den charakteristischen, eng gepackten, wolkenförmigen Schwärmen von weit über 1.000 Vögeln.

Vom Bergfink, dem nördlichen "Vertreter" des Buchfinken, ziehend die erstenen Vögel schon ab Mitte September. Sie schließen sich mangels fehlender Artgenossen fast immer ziehenden Buchfinken an. In gemischten Schwärmen ziehen Bergfinken aufgrund ihrer etwas größeren Fluggeschwindigkeit meist ziemlich weit vorne mit. Bei genauem Hinsehen sind sie dort durch das etwas kompaktere, kurzschwänzigere Flugbild und den sonst nur bei Stieglitz und Gimpel weniger ausgeprägt vorhandenen, leuchtend weißen Bürzelfleck gut zu erkennen. Aktuell wurden sogar schon große Trupps von bis zu 600 Individuen beobachtet, die dann meist in artreinen Schwärmen ziehen. Diese Schwärme sind aufgrund der Abstände zwischen den einzelnen Vögeln viel kompakter als bei den deutlich auseinandergezogen ziehenden Buchfinkentrupps.

Während Singdrosseln nun zunehmend seltener werden, kündigen die vermehrt auftretenden Rot- und Wacholderdrosseln schon den Spätherbst an. Rot- und Singdrossel haben ein sehr ähnliches Flugbild, das durch die spitzen Flügel und den relativ kurzen Schwanz an Stare erinnert (die allerdings meist in viel größeren, dicht kompakten Trupps von 20 oder oft weit mehr Vögeln ziehen). Am einfachsten sind die beiden Drosselarten durch die Rufe zu unterscheiden, die beide derzeit auch oft in der Nacht zu hören sind: ein kurzes, knappes "zipp" stammt von der Singdrossel, ein langgezogenes "ziiieh" von der Rotdrossel. Unter guten Beobachtungsbedingungen sind auch Farbunterschiede zu erkenn: Rotdrosseln sind dann an den rostroten Unterflügeldecken und der durch weißen Überaugen- und Bartstreif markanten Kopfzeichnung zu erkennen, Singdrosseln an den gelbbeigen Deckfedern der Unterflügel.

 

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