Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

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Vogelzuginfo: Was, wo und wann beobachten?

Hilfreiche Infos und Tipps zur Zugvogel-Beobachtung.

Kurz gefasst ist zum Erleben des Singvogelzuges ein Beobachtungspunkt mit weiter Rundumsicht, möglichst in der Nähe einer nach Südwesten führenden Landschaftsstruktur, von Sonnenaufgang bis kurz vor Mittag bei mäßigem Südwestwind und ohne Niederschlag am günstigsten.

Beim Stichwort „Zugvögel“ denken viele an die großen, in Keilformation fliegenden Schwärme der Kraniche oder Gänse. Zusätzlich zu diesen ziehen jedoch Millionen weitere Vögel meist unerkannt durch Hessen: besonders zahlreich sind tagsüber verschiedene Singvögel, aber auch Tauben, seltener Greifvögel oder Kiebitze zu sehen. Die meisten Wat- und Wasservögel ziehen hingegen meist nachts und sind dann bestenfalls an ihren Zugrufen zu erkennen. Schärft man den Blick für die neben dem Kranich zahlreichen anderen Arten wird schnell klar: Zugvögel sind überall zu beobachten! Über dem Balkon oder Garten, beim Spaziergang um die Ecke, über den Wäldern der Mittelgebirge genau wie am Frankfurter Messeturm. Zur gezielten Beobachtung von Zugvögeln empfiehlt es sich, Stellen mit mehr oder weniger freier Rundumsicht auszuwählen. Offene Feld- oder Heckenlandschaften haben den Vorteil, dass die Zugvögel über eine längere Strecke mit dem Fernglas verfolgt werden können. So lassen sich die Merkmale über einen längeren Zeitraum besser erkennen. Dabei sollte man besonders auf Färbung, Silhouette, Rufe, Flugweise und Schwarmverhalten achten.

In Hauptzugrichtung Südwest ausgerichtet Landschaftsstrukturen bündeln den Vogelzug, da sie wie Leitlinien wirken. Dabei kann es sich um Bach- oder Flusstäler handeln, aber auch um Ränder größerer Wälder oder auch Baumreihen und Hecken in der freien Feldflur. Entscheidend ist allein die Ausrichtung nach Südwesten und ein Verlauf über mindestens einige hundert, besser deutlich mehr als 1.000 m, um eine Bündelung des Vogelzuges erkennen zu können.

Eine große Rolle bei der Zugvogelbeobachtung spielen zudem Tageszeit und Witterung: die Hauptzugzeit der meisten Singvogelarten sowie von Tauben erstreckt sich von Sonnenaufgang bis zum frühen Mittag, während Greifvögel gerne bei günstigen Thermikverhältnissen in den Mittagsstunden ziehen. Kraniche erreichen unseren Raum von ihren nordostdeutschen Rastplätzen meist ab den frühen Nachmittagsstunden. Mäßiger Gegenwind aus Südwest und trockene Bedingungen sind für die Beobachtung des Singvogelzuges günstig, da die Tiere dann deutlich niedriger fliegen und besser erkennbar sind. Rückenwind hingegen führt zu deutlich größeren Flughöhen, manchmal sind die Trupps dann selbst mit dem Fernglas nur noch winzig wie Staubkörnchen mehr als 1.000 m über Grund zu erahnen. Und Finger weg von Niederschlag – bei Regen erlischt sehr schnell fast jede Zugaktivität.

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