Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

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Welt-Otter-Tag 2026

Anlässlich des heutigen Welt-Otter-Tags möchten wir gerne einen Blick darauf werfen, wie es dem Fischotter in Hessen derzeit geht. Lange galt der Fischotter in unserem Bundesland als ausgestorben bis es im Jahr 2013 den ersten Nachweis für eine Wiederbesiedlung gab. Seitdem breitet er sich langsam, aber stetig entlang unserer Fließgewässer in südwestlicher Richtung aus. Der Fischotter ist auf Gewässer mit guter Nahrungsverfügbarkeit angewiesen, also auf gesunde Flüsse und Bäche mit einem ausreichenden Fischbestand. Ebenso wichtig sind strukturreiche Uferbereiche mit genügend Versteckmöglichkeiten, in die sich das überwiegend nachtaktive Tier tagsüber zurückziehen und ausruhen kann. Die Rückkehr des Fischotters nach Hessen und seine dauerhafte Ansiedlung in verschiedenen Regionen zeigen, dass bei der Verbesserung des ökologischen Zustands unserer Gewässer bereits wichtige Fortschritte erzielt wurden. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass weitere Maßnahmen erforderlich sind, um Gewässerlebensräume langfristig zu sichern und ihre ökologische Qualität nachhaltig zu stärken.

Spurensuche

Dem Fischotter auf die Spur zu kommen, ist nicht einfach: Er lebt meist scheu und unauffällig und ist überwiegend nachts unterwegs. Um ihn dennoch nachzuweisen, heißt es auf Spurensuche gehen und an geeigneten Stellen nach Losung oder Fußabdrücken zu suchen. Schon seit Wiederauftauchen des Otters in den nördlichen Landkreisen verfolgt die HGON die Ausbreitung aktiv und überprüft geeignete Gewässer auf sein Vorkommen. So konnten in den letzten Jahren neue Nachweise in den Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Gießen erbracht werden. Ganz aktuell konnten wir seine Anwesenheit an der Kinzig nachweisen. Im Main-Kinzig-Kreis war der Otter bereits länger schon unterwegs, das Vorkommen an der Kinzig ist nun ein weiterer wichtiger Schritt für einen stabilen Bestand.

Weiterhin auf Unterstützung angewiesen

Da es sich in Hessen mit 20 bis 30 Tieren bisher um nur recht wenigen Individuen auf einer weiten Fläche handeln dürfte, ist die Situation für den Otter weiterhin fragil. So konnten während den letzten Erfassungen im Rahmen des des Bundesprogramm biologische Vielfalt Projektes "Deutschland wieder Otterland" beispielsweise an Antreff und Gleen im Vogelsbergkreis deutlich weniger Nachweise erbracht werden als in den Jahren zuvor. Der Tod eines einzelnen Tieres kann bei so wenigen Individuen bedeutsam für das gesamte Vorkommen sein. Deshalb setzt sich die HGON dafür ein, geeignete Lebensräume für den Fischotter zu schaffen und dauerhaft zu sichern. Zudem müssen Wege entlang der Gewässer sicherer gestaltet werden. Dies kann insbesondere durch sogenannte Bermen – trockene Uferstreifen unter Brücken – erreicht werden, die gefährliche Straßenquerungen vermeiden helfen.

Als Teil des bundesweiten Projekts „Deutschland wieder Otterland“ arbeiten wir daher daran, Gefahrenstellen zu identifizieren, Brückensanierungen fachlich zu begleiten und konkrete Verbesserungen anzuregen. Darüber hinaus engagieren wir uns dafür, Lebensräume für den Fischotter aufzuwerten, Flächen entlang von Gewässern zu sichern und diese strukturreich zu gestalten.

Der Fischotter gehörte früher selbstverständlich zu den Gewässern Hessens. Umso erfreulicher ist seine Rückkehr: Sie macht deutlich, dass sich unsere Gewässer wieder erholen und zugleich ein Stück verlorene Artenvielfalt zurückkehrt.

Projektinformationen

Mehr Informationen zum Projekt „Deutschland wieder Otterland“ finden Sie unter:
https://www.bfn.de/projektsteckbriefe/deutschland-wieder-otterland sowie auf der Projekthomepage otterland.info

Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit  sowie durch das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat gefördert.