Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

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Erfolgreicher Abschluss der Feldhamstersaison!

Am letzten Tag der Schutzmaßnahmenkontrollen konnten in Pohlheim bei Gießen nochmal rekordverdächtige 116 Baue des vom Aussterben bedrohten Feldhamsters gezählt werden!

Jedes Jahr im September wird das Ende der Feldhamstersaison durch die Kontrolle der Feldhamsterschutzmaßnahmen, die viele fleißige und flinke Füße benötigt, eingeläutet. Hierbei werden ebensolche Schutzmaßnahmen abgelaufen und Feldhamsterbaue gesucht und gezählt. Dadurch kann im nächsten Frühling festgestellt werden, wie viele Feldhamster den Winter überstanden haben. Außerdem ist eine bessere Einschätzung des Verbreitungszustands der letzten Feldhamsterbestände möglich. Es handelt sich bei diesen Feldhamsterschutzmaßnahmen entweder um Ernteverzicht von Getreide, wobei dieses in Form von Streifen oder großen Parzellen stehen gelassen wird oder um mehrjährige Blühflächen, die dem Feldhamster reichlich Grünfutter und Insekten bieten.

Während die Blühflächen mehrere Jahre bestehen bleiben, werden die Getreidemaßnahmen am 01.10. umgebrochen, womit hinsichtlich der Kontrolle Eile geboten ist. Mittlerweile erfolgt die Ernte des Getreides bereits Mitte/Ende Juli, womit dem Feldhamster zum einen Deckung vor Beutegreifern und zum anderen Nahrungsquellen, die er zur Anlage seiner Wintervorräte benötigt, fehlen. Die Schutzmaßnahmen sind daher für das Überleben des Feldhamsters enorm wichtig. Generell ist festzustellen, dass die Feldhamster die Schutzmaßnahmen sehr gut annehmen und in diesen noch sehr aktiv sind. Meist stellen sie die Aktivität ein, wenn der Umbruch der Maßnahmen erfolgt. An dieser Stelle wird die Relevanz der Landwirtschaft deutlich, denn nur durch die Unterstützung unserer Landwirte*innen können diese kleinen, aber wichtigen, Rückzugsräume für bedrohte Ackerarten geschaffen werden. Falls Landwirte*innen Interesse an der Umsetzung solcher Schutzmaßnahmen haben, können sie sich an die zuständigen Behörden wenden, die sie in dieser Angelegenheit beraten. Ist eine Feldhamsterschutzmaßnahme einmal umgesetzt, werden die Landwirte*innen für ihre Mühen vom Land Hessen finanziell entschädigt (bei Getreidemaßnahmen sind es 3.000€/ha). Bei dieser Entschädigung handelt es sich um einen stabilen Vergütungssatz, womit beispielsweise eine schlechte Ernte keinen Einfluss auf die Auszahlung hat. In den letzten Jahren ist die Anzahl der Maßnahmen in Hessen deutlich gestiegen und auch deren Qualität hat sich immens verbessert.

Allein dieses Jahr hat die AG Feldhamsterschutz mit vielen motivierten Kartierhelfer*innen ~ 900 Feldhamsterschutzmaßnahmen in Hessen nach Feldhamstern abgesucht. Ein ganz besonderes Ergebnis konnte in Pohlheim bei Gießen erreicht werden. Hier konnten am letzten Tag der Schutzmaßnahmenkontrolle rekordverdächtige 116 Baue des vom Aussterben bedrohten Feldhamsters gezählt werden. Diese Zahlen geben uns Hoffnung auf eine Zukunft mit dem Nager in den hessischen Feldern. An dieser Stelle gilt ein großer Dank allen Landwirte*innen, den Behörden, dem Land Hessen und den fleißigen Kartierhelfer*innen. Ohne diese Unterstützung könnten solche Ergebnisse nicht erzielt werden.

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