Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

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Rotmilan-Todesursachen und Gefährdung durch Windenergieanlagen

Stellungnahme der Fachgruppe Rotmilan der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft

Aufgrund der Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Medien zu den Todesursachen des Rotmilans und einer möglichen Gefährdung der Art durch Windenergieanlagen (WEA) in Deutschland, haben wir zusammen mit den deutschen Rotmilan-Expertinnen und Experten eine ausführliche Stellungnahme zu den fachlichen Hintergründen erarbeitet. Im ZDF Frontal Beitrag „Rotmilan gegen Windkraft - Das Märchen vom bedrohten Greifvogel“ vom 22.02.22 sowie weiterer Berichterstattung z.B. auf tagessschau.de wurden vor dem Hintergrund des Konfliktfelds Artenschutz und Windenergieausbau in Deutschland Angaben zu den Todesursachen des Rotmilans gemacht.

Die zentrale Aussage des TV-Berichts, Windenergieanlagen spielten keine relevante Rolle als Gefährdungsfaktor für den Rotmilan, widerspricht dem Stand der wissenschaftlichen Forschung. Die als Unterstützung dieser These angeführten Projektergebnisse lassen eine solche Schlussfolgerung nicht zu, da sie ein verzerrtes und nicht-repräsentatives Bild der Rotmilan-Todesursachen zeichnen. Tatsächlich stellen Kollisionen mit WEA nachgewiesenermaßen eine erhebliche Todesursache für Rotmilane in Deutschland dar. Insbesondere brütende Altvögel in der Nähe von WEA verunglücken häufiger und gleichzeitig sind die Altvögel besonders bedeutsam für die Bestandsentwicklung.

Die mediale Berichterstattung zu der Gefährdung von Rotmilanen durch WEA ist daher irreführend.

Um in diesem komplizierten Konfliktfeld Lösungen zu suchen, muss die Diskussion auf einer validen Datenbasis und mit Berücksichtigung des umfangreichen Fachwissens erfolgen. Vor dem Hintergrund des zweifellos notwendigen Ausbaus der erneuerbaren Energien in Deutschland ist es daher dringend notwendig, dass der Artenschutz an Windenergieanlagen weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Gerade das Beispiel des Rotmilans zeigt eindrücklich, dass durch die Umsetzung gesetzlich vorgeschriebener und wirksamer Schutzmaßnahmen menschgemachte Todesursachen deutlich reduziert werden können.

Die ausführliche Stellungnahme können Sie hier herunterladen. Wenn Sie die Aussagen als Fachkundige*r oder in Vertretung einer Fachorganisation durch eine Unterzeichnung unterstützen wollen, finden Sie die notwendigen Informationen am Ende des Dokuments.
 

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