Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.

KiebitzSchwarz-weißer Akrobat der Lüfte

Kiebitz – Schwarz-weißer Akrobat der Lüfte

Seine akrobatischen Balzflüge und die vehementen Angriffe, mit denen er Gelege und Jungvögel gegen Feinde verteidigt, sind in der europäischen Vogelwelt einzigartig. Nicht zuletzt ist er aber auch einer der letzten Zeugen der einst weit verbreiteten Artengemeinschaft der sogenannten „Wiesenvögel“. Die Bestände seiner Verwandtschaft im selben Lebensraum, wie Uferschnepfe, Brachvogel, Bekassine und ehemals sogar Kampfläufer, sind landesweit als Brutvögel erloschen oder stehen mit wenigen Paaren unmittelbar vor dem Aussterben. Auch dem Kiebitz droht ein solches Schicksal: von in den 1970er Jahren noch mehr als 2.000 Brutpaaren ist der Bestand auf in den letzten zehn Jahren nur noch etwa 300 Paare dramatisch zurückgegangen.

Wetterau - Mit gutem Beispiel voran

Habitatverlust und Nahrungsmangel

Die Ursachen dafür sind mannigfaltig: zunächst führte das umfangreiche Trockenlegen von feuchten Wiesen und Äckern bis in die 1980er Jahre zum Verlust zahlreicher Brutgebiete und der Einsatz von Pestiziden zu Nahrungsmangel und Verhungern der Küken auf als Brutplätzen genutzten Äckern. Die inzwischen überall typischen, Ende April gelb leuchtenden „Löwenzahnwiesen“ wachsen viel zu dicht, als dass die Kiebitzjungen hier erfolgreiche Nahrung suchen könnten. Nicht zuletzt wird die Art wie andere bedrohte Vögel im Winterquartier, z.B. in Frankreich, sogar noch umfangreich bejagt.

Fuchs & Co. haben ihn zum fressen gern

Doch damit nicht genug: In den Schutzgebieten stellt der Verlust von Gelegen und Jungvögeln durch Beutegreifer wie Fuchs oder Waschbär eine große Bedrohung dar, im Ackerland werden viele Bruten im Rahmen der Bewirtschaftung zerstört. Diese aktuell besonders großen Gefahren für den Kiebitz treten HGON-Aktive an den letzten Brutplätzen der Art mit großem Aufwand und in enger Zusammenarbeit mit Oberen und Unteren Naturschutzbehörden, den Forstämtern und der Staatlichen Vogelschutzwarte entgegen: Ackerbruten können durch eine gute Zusammenarbeit mit den Landwirten oft gerettet werden, indem sie in ausreichender Entfernung so markiert werden, dass sie während der Bewirtschaftung ausgespart bleiben. Die massiven Auswirkungen der hohen Dichte von Fuchs und Waschbär lassen sich kurzfristig nur durch die Errichtung von Schutzzäunen mindern.

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